👀 Erster Eindruck & Verarbeitung
Beim ersten Auspacken macht der Cressi Supernova Dry einen insgesamt ordentlich verarbeiteten Eindruck. Mundstück und Dry-Top wirken hochwertig. Es gibt einen leichten Kunststoff- bzw. Silikongeruch, der sich aber schnell verflüchtigt. Das breite, eher flache Schnorchelrohr fällt allerdings sofort auf und fühlt sich weniger hochwertig an als die übrigen Teile. Scharfe Kanten oder unsaubere Übergänge gibt es zwar nicht, beim Look und der Haptik entsteht aber trotzdem kein echtes Premiumgefühl.

Positiv überrascht hat mich der sehr weiche und ungewöhnlich lange Flexbereich unterhalb des Schnorchelrohrs. Er lässt sich leicht bewegen und wirkt sauber verarbeitet. Auch der Dry-Top-Mechanismus macht einen soliden Eindruck: Er bewegt sich frei, hakt nicht und ist konstruktiv recht einfach gehalten, wodurch zumindest auf den ersten Blick nur wenige potenzielle Schwachstellen vorhanden sind. Das Ausblasventil arbeitet mit einer einfachen Silikonmembran, wie man sie in ähnlicher Form auch von Vollgesicht-Schnorchelmasken kennt.

Gut gefällt mir außerdem der Befestigungsclip. Er lässt sich durch Drücken schnell vom Schnorchel lösen, wirkt dabei aber stabil genug. Eingeklickt besitzt er etwas seitliches Spiel. Auffällig ist insgesamt auch die recht große Länge des Supernova Dry, die sich später beim Tragen und im Wasser noch bemerkbar machen kann.

😌 Tragekomfort & Passform
Beim Tragekomfort überzeugt mich der Cressi Supernova Dry deutlich mehr als beim ersten Eindruck des Kunststoffrohrs. Das Mundstück ist mittelgroß bis eher kompakt und sitzt bei mir sehr angenehm, ohne dass ich stark zubeißen muss. Auch bei längerer Nutzung hatte ich weder Ermüdungserscheinungen im Kiefer noch Druckstellen oder Reizungen am Zahnfleisch.

Der lange und weiche Flexbereich hilft dabei, das Mundstück sauber vor dem Mund zu positionieren. Dadurch entsteht kaum Zug und der Schnorchel liegt insgesamt recht eng am Kopf an. Wichtig ist allerdings, ihn an der Maske auf der richtigen Höhe zu befestigen, damit das Mundstück spannungsfrei sitzt.
Etwas fummelig finde ich den Befestigungsclip: Die Aufnahme für das Maskenband ist relativ schmal, weshalb man das Band nicht ganz so schnell hineinbekommt. Ist der Clip einmal montiert, sitzt er dafür sicher und hat sich bei mir nicht verschoben. Auch bei Kopfbewegungen hat mich der Schnorchel nicht nennenswert gestört.

🌊 Cressi Supernova Dry im Praxistest
Im Wasser zeigt der Cressi Supernova Dry seine größte Stärke beim normalen Schnorcheln. Der Atemwiderstand ist gering und die Luftmenge reicht für entspanntes Schwimmen problemlos aus. Auch über längere Zeit konnte ich mit dem Gesicht im Wasser ruhig atmen, ohne dass sich der Schnorchel unangenehm bemerkbar gemacht hat. Besonders positiv war für mich dabei erneut der Tragekomfort. Selbst nach längerem Schnorcheln hatte ich weder Probleme mit dem Kiefer noch das Gefühl, dass das Mundstück am Mund zieht.

Bei höherer Belastung merkt man allerdings, dass ein Schnorchel irgendwann an seine Grenzen kommt. Nach mehreren Abtauchgängen direkt hintereinander war mein Luftbedarf im Test deutlich erhöht. In einer Situation war ich so außer Atem, dass ich den Schnorchel kurz aus dem Mund nehmen musste. Das würde ich dem Supernova Dry nicht als konkreten Schwachpunkt anrechnen, zeigt aber gut den Unterschied zwischen entspanntem Schnorcheln und sehr aktivem, wiederholtem Abtauchen.
Das Dry-Top funktioniert grundsätzlich gut, ist aber nicht vollkommen wasserdicht. Bei fünf bewusst durchgeführten Abtauchtests blieb der Schnorchel dreimal komplett trocken, zweimal gelangte eine kleine Menge Wasser hinein. Das Dry-Top schloss dabei jedes Mal sauber und ich hatte keine Situation, in der der Mechanismus an der Oberfläche fälschlicherweise die Luftzufuhr blockierte. Auch bei Wellen durch vorbeifahrende Boote bekam ich kein Wasser von oben in den Schnorchel.

Kommt beim Abtauchen doch Wasser hinein, lässt sich der größte Teil über das Ausblasventil mit einem kräftigen Ausatmen entfernen. Genau hier liegt für mich aber auch die deutlichste Schwäche des Supernova Dry: Eine kleine Menge Restwasser blieb bei meinem Test mehrfach im unteren Bereich zurück und ließ sich nur schwer vollständig herausblasen. Das Wasser sitzt tief genug, dass ich kleinere Mengen beim normalen Weiteratmen nicht direkt eingesogen habe. Trotzdem merkt man, dass noch Wasser im Schnorchel steht und muss entsprechend darauf achten.
Unterm Strich funktioniert der Supernova Dry für ruhiges und längeres Schnorcheln sehr angenehm. Beim häufigen Abtauchen zeigt sich dagegen, dass weder das Dry-Top hundertprozentig trocken hält noch sich eingedrungenes Wasser immer vollständig mit einem Atemstoß entfernen lässt.
Was mir gefallen hat und was besser sein könnte
| 👍 Was mir gefallen hat | 👎 Was besser sein könnte |
|---|---|
| Sehr hoher Tragekomfort ohne Kieferprobleme | Kunststoffrohr wirkt nicht besonders hochwertig |
| Geringer Atemwiderstand beim normalen Schnorcheln | Etwas Restwasser bleibt nach dem Ausblasen zurück |
| Dry-Top hält bei Wellen zuverlässig Wasser ab | Beim Abtauchen nicht immer vollständig wasserdicht |
| Weicher Flexbereich und angenehmes Mundstück | Maskenclip etwas fummelig zu montieren |
Unterschiede zu anderen Schnorcheln
Im direkten Vergleich wirkt der Cressi Alpha Ultra Dry hochwertiger und massiver als der Supernova Dry. Sein Rohr ist etwas kürzer und breiter. Bei höherem Luftbedarf fühlte sich die Luftversorgung für mich beim Alpha Ultra Dry etwas großzügiger an. Auch das Dry-Top hielt bei meinen Abtauchtests etwas zuverlässiger dicht und eingedrungenes Wasser ließ sich vollständiger ausblasen. Dafür ist das größere und weichere Mundstück für mich persönlich auf Dauer weniger angenehm als das kompaktere Mundstück des Supernova Dry.

Der Supernova Dry ist rund 4 cm länger, wirkt dafür aber deutlich flexibler. Sein längerer Flexbereich lässt sich sehr gut an der Maske positionieren und bei mir sitzt er insgesamt entspannter am Kopf. Der Maskenclip funktioniert bei beiden Cressi-Modellen nach demselben Prinzip, lässt sich beim Supernova aber etwas leichter bedienen. Gegenüber dem Mares Ergo Dry und TUSA Hyperdry II wirkt der Supernova bei der Verarbeitung einfacher, dafür ist er aber etwas flexibler und kostengünstiger.
