Deutschland ist bestimmt nicht das erste Land, das dir einfällt, wenn du ans Tauchen denkst. Als erfahrener Taucher kann ich dir aber sagen, dass unsere Seen es in sich haben. Von klaren Bergseen im Süden bis hin zu gefluteten Steinbrüchen im Norden findest du einige der besten Tauchspots in Deutschland. In diesem Beitrag zeige ich dir die besten Tauchseen in Deutschland, passend für Einsteiger, Fortgeschrittene und alle, die Abwechslung von den Tropen suchen.
Top Tauchplätze und Tauchseen in Deutschland – Meine Auswahl
Für meine Auswahl der Tauchspots in Deutschland habe ich nicht nur Bekanntheit und Sichtweite berücksichtigt, sondern auch die Unterwasserlandschaft, besondere Tauchziele, den Zugang und die Eignung für unterschiedliche Erfahrungsstufen.
Über die folgenden Sprungmarken gelangst du direkt zu den besten Tauchseen in Deutschland:
- Bodensee (Baden-Württemberg/Bayern): Vielseitiger Kaltwassersee mit Pflanzenzonen, Steilwänden und zahlreichen Tauchplätzen
- Echinger Weiher (Bayern): Flacher, pflanzenreicher Baggersee für entspannte Tauchgänge und Unterwasserfotografie
- Kreidesee Hemmoor (Niedersachsen): Bekannter Tauchsee mit Wracks, Steilwänden und Relikten des Kreideabbaus
- Sundhäuser See (Thüringen) – Unterwasserstadt Nordhusia, Wracks und außergewöhnliche Kunstinstallationen
- Stechlinsee (Brandenburg) – Klarer und naturbelassener See mit einer abwechslungsreichen Pflanzen- und Tierwelt
- Kulkwitzer See (Sachsen) – Vielseitiger Tagebausee mit mehreren Einstiegen und guter Infrastruktur
- Walchensee (Bayern) – Alpiner Bergsee mit Felsformationen und anspruchsvollen Steilwandtauchplätzen
- Sondertipp: NaturaGart Unterwasserpark in Ibbenbüren mit Höhlensystem, Tempel, Wrack und großen Stören
Um die Übersicht der Tauchspots in Deutschland noch einfacher zu gestalten, findest du auf der interaktiven Karte die vorgestellten Tauchseen und ihre Lage in Deutschland:
Die Angaben zu Preisen, Zugängen und Tauchordnungen wurden zuletzt im August 2026 geprüft. Informiere dich vor der Anfahrt trotzdem noch einmal beim jeweiligen Betreiber.
Tauchen im Bodensee: Klassiker mit Tiefe und Kälte
Der Bodensee ist nicht nur einer der größten Seen Europas, sondern auch ein beliebtes Ziel für Taucher aus Süddeutschland. Ich würde ihn nicht pauschal als Anfängersee beschreiben, da die Sichtweiten stark variieren können. Ich hatte hier schon Tauchgänge mit rund 15 Metern Sicht und andere, bei denen nach 20 Zentimetern Schluss war. Unter Wasser findest du viele Pflanzen und, je nach Tauchplatz, auch recht viele Fische. Flussbarsche, die am deutschen Bodenseeufer meist Kretzer und auf Schweizer Seite Egli genannt werden, sehe ich fast immer. Mit etwas Glück begegnen dir außerdem Hechte, Welse, Aale oder Trüschen. Ich selbst habe hier meinen OWD gemacht und bereue es kein bisschen. Wenn man im Bodensee tauchen kann, kommt man später mit fast allen Bedingungen gut zurecht 😉

Für Anfänger ist vor allem die Wahl des richtigen Tauchplatzes entscheidend. Der Krebsgarten in Meersburg fällt vergleichsweise flach ab und besitzt zwischen etwa 5 und 20 Metern einen Unterwasserparcours. Anspruchsvoller ist Überlingen Post, wo die Halde ab ungefähr 20 Metern in eine Steilwand übergeht.. Tiefe, Dunkelheit und Überhänge machen diesen Bereich eher für erfahrene Taucher interessant.

Das bekannte Wrack der Jura liegt in rund 38 Metern Tiefe vor Bottighofen auf Schweizer Seite. Es ist nur per Boot erreichbar und ist erfahrenen Kaltwasser- und Wracktauchern vorbehalten.
- 📍 Lage: Deutsches Ufer in Baden-Württemberg und Bayern, weitere Uferabschnitte in der Schweiz und Österreich
- 📏 Maximaltiefe: etwa 251 Meter
- 🌊 Sichtweite: Im Winter im Flachwasser teilweise 10 bis 15 Meter. Im Sommer ist die Sicht oben häufig sehr schlecht, wird ab etwa 15 Metern aber besser. Auf rund 30 Metern Tiefe hatte ich auch im Sommer teilweise Sichtweiten um 15 Meter.
- 🌡 Wassertemperatur: Im Sommer an der Oberfläche bis etwa 25 °C. Unterhalb der Sprungschicht liegen die Temperaturen ab ungefähr 20 Metern nach meiner Erfahrung ganzjährig meist bei rund 6 °C.
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: Je nach Einstieg vom OWD bis zum erfahrenen Tec-Taucher
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Krebsgarten in Meersburg mit flach abfallender Halde und Unterwasserparcours
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Überlingen Post oder Seezeichen 24 im Uferpark. Für erfahrene Wracktaucher kommt außerdem die Jura auf Schweizer Seite infrage.
- 💶 Kosten und Zugang: Ufertauchplätze (außerhalb von Strandbädern) ohne Eintritt, je nach Einstieg Parkgebühren sowie Kosten für Bootsausfahrten oder geführte Tauchgänge
- Passende Unterkünfte am Bodensee: Friedrichshafen Hotel Garni Traube*, Meersburg Hotel Viktoria*, Überlingen Bed & Breakfast Rotes Haus*
Informiere dich vor dem Tauchgang über örtliche und saisonale Einschränkungen. Aktuelle Freigaben und Vorschriften findest du beim Landratsamt Bodenseekreis. Eine Übersicht über Schweizer Tauchplätze gibt es bei swiss-divers.
Echinger Weiher: Einfacher Tauchsee für Training & Einsteiger
Beim Echinger Weiher handelt es sich um einen wunderschönen Tauchplatz in Bayern, der besonders für seine guten Sichtverhältnisse sowie die Vielfalt an Wasserpflanzen und Fischen bekannt ist. Mit einer maximalen Tiefe von ungefähr 8 bis 9 Metern eignet er sich besonders gut für Anfänger und zum Trainieren. Durch das reiche Leben und die Vegetation ist der See auch bei Unterwasserfotografen sehr beliebt. Du hast die Möglichkeit, hier viele kleinere Fische, aber auch Karpfen und Hechte zu sehen.

Es gibt eine Tauchplatzkarte, auf der mehrere Routen mit Gradzahlen und Entfernungen eingezeichnet sind. So kannst du dich beispielsweise zu einem Einkaufswagen, einem Römerhelm oder der Alienfigur „Oskar“ navigieren. Zusätzlich gibt es Trainingsplattformen und Bereiche, die du selbst erkunden kannst, vorausgesetzt, die Tarierung stimmt. Gerade rund um die Grundwasserquellen lässt sich der Boden schnell aufwirbeln.
Seit dem 1. Juli 2024 wird der Echinger Weiher von ABC-Divers betrieben. Vor dem Tauchgang musst du ein Tagesticket kaufen, wobei die Zahl der Taucher pro Tag begrenzt ist. Am Wochenende lohnt es sich deshalb, frühzeitig zu buchen. Beachten solltest du außerdem, dass zuvor in anderen Gewässern verwendete Ausrüstung mindestens 48 Stunden vollständig trocknen oder entsprechend desinfiziert werden muss.
- 📍 Lage: Eching im Landkreis Freising, nördlich von München
- 📏 Maximaltiefe: ungefähr 8 bis 9 Meter, die meisten Bereiche sind 5 bis 7 Meter tief
- 🌊 Sichtweite: häufig gut, kann bei vielen Tauchern oder aufgewirbeltem Sediment aber deutlich schlechter werden
- 🌡 Wassertemperatur: durch das einströmende Grundwasser ganzjährig kühl, meist ungefähr 7 bis 13 °C
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: Für OWD, Tauchausbildung und begleitete erste Freiwassertauchgänge geeignet
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Die Trainingsplattformen und die geringe Tiefe bieten gute Bedingungen zum Üben
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Interessant für Unterwasserfotografie, Navigationstraining oder zum Testen neuer Ausrüstung
- 💶 Kosten und Zugang: Tagesticket derzeit 15 Euro, vorherige Buchung erforderlich
- Passende Unterkünfte in der Nähe des Echinger Weihers: McDreams Hotel München-Nord* oder Hotel Pame Grill*
Die aktuellen Eintrittspreise, Tauchregeln und eine Karte des Gewässers findest du auf der offiziellen Website des Echinger Weihers.
Kreidesee Hemmoor (Niedersachsen): Bekannter Tauchsee mit Wracks und Steilwänden
Der Kreidesee Hemmoor ist für viele Taucher einer der spannendsten Tauchspots in Deutschland. Die ehemalige Kreidegrube bietet oft außergewöhnlich gute Sicht und jede Menge zu entdecken. Du findest hier beispielsweise einen versunkenen Lkw, Autos, Wohnwagen, Plattformen, mehrere Boote und ein Flugzeug. Interessant sind auch die Relikte des früheren Kreideabbaus. Dazu gehören Straßen, Förderanlagen, Rohre und der bekannte Rüttler.

Hemmoor ist nicht nur für technische Taucher interessant. Die Einstiege 0 und 1 besitzen flache Bereiche und Ausbildungsplattformen in 3, 4 und 6 Metern Tiefe. Anspruchsvoller wird es an den Steilhängen, im Unterwasserwald und am Rüttler. Für den Einstieg 3 musst du mindestens 40 Tauchgänge nachweisen, darunter fünf Kaltwassertauchgänge. Ausbildung ist dort nicht erlaubt.

Die gute Sicht kann Tiefe und Kälte leicht harmloser wirken lassen. Vor dem Tauchen meldest du dich an und zeigst Brevet, Logbuch sowie eine gültige Tauchtauglichkeitsbescheinigung. Zwei getrennte erste Stufen sind vorgeschrieben. Dein Tiefenlimit richtet sich nach Brevet und nachgewiesener Erfahrung.
- 📍 Lage: Hemmoor in Niedersachsen, etwa 45 Kilometer südöstlich von Cuxhaven
- 📏 Maximaltiefe: je nach Wasserstand bis zu 60 Meter
- 🌊 Sichtweite: durchschnittlich 10 bis 20 Meter, je nach Wetter etwa 5 bis 35 Meter möglich
- 🌡 Wassertemperatur: ungefähr 4 bis 18 °C, unterhalb der Sprungschicht auch im Sommer sehr kalt
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: Je nach Einstieg vom OWD bis zum technischen Taucher
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Einstiege 0 oder 1 mit flachen Bereichen und Ausbildungsplattformen
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Steilhänge, Unterwasserwald und bei erfüllten Voraussetzungen der Rüttler
- 💶 Kosten und Zugang: Tauchgenehmigung derzeit 20 Euro pro Tag, Anmeldung vor dem Tauchen erforderlich
- Passende Unterkunft direkt am Tauchsee: THE KREIDESEE 47 – Hemmoor*
Die aktuellen Tiefenlimits, Tauchregeln, Preise und eine detaillierte Karte findest du auf der Website der Tauchbasis Kreidesee.
Sundhäuser See (Thüringen): Unterwasserstadt Nordhusia, Wracks und Kunst
Der Sundhäuser See bei Nordhausen verbindet eine natürliche Unterwasserlandschaft mit künstlichen Tauchattraktionen. Durch den früheren Kiesabbau entstanden Bodenwellen, Kessel und Steilhänge, die bei der Orientierung teilweise verwirrend sein können. Ein Kompass gehört deshalb unbedingt dazu. Der Pflanzenbewuchs reicht stellenweise bis in ungefähr 20 Meter Tiefe. Zwischen den Seegraswiesen findest du Barsche, Hechte, Karpfen, Aale, Zander und Krebse.

Das bekannteste Ziel ist die Unterwasserstadt Nordhusia in etwa 10 bis 12 Metern Tiefe. Auf rund 400 Quadratmetern wurden Stadtmauer, Fachwerkhäuser, Kirche und Stadtpark des historischen Nordhausens nachgebaut. Anfänger können die Anlage von außen erkunden, sollten aber nicht in die Bauwerke hineintauchen. Zusätzlich liegen vier Wracks im See. Charlotte I befindet sich in ungefähr 14 Metern Tiefe, Charlotte II in etwa 23 Metern. Dazu kommen sieben Betonfiguren und die frei schwebende Drachendame Sundi in rund 6 Metern Tiefe.
Vor dem Tauchen meldest du dich an der ganzjährig geöffneten Basis an. Dort findest du Füllstation, Leihausrüstung, Sanitäranlagen und Übernachtungsmöglichkeiten. Nachttauchgänge müssen vereinbart werden.
- 📍 Lage: Nordhausen in Thüringen, am Südrand des Harzes
- 📏 Maximaltiefe: ungefähr 31 Meter
- 🌊 Sichtweite: laut Tauchbasis meist etwa 10 bis 15 Meter
- 🌡 Wassertemperatur: im Sommer oberflächennah häufig etwa 17 bis 20 °C, in größeren Tiefen deutlich kälter
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: OWD für die flachen Routen, AOWD und entsprechende Erfahrung für tiefere Ziele
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Pflanzenreiche Uferbereiche, Nordhusia von außen und das Wrack Charlotte I
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Charlotte II, der 30-Meter-Kessel und Nordhusia mit passender Ausbildung
- 💶 Kosten und Zugang: Tauchgebühr derzeit 17 Euro pro Tag, Anmeldung an der Basis erforderlich
Tauchplatzkarten, Öffnungszeiten und die aktuellen Regeln findest du beim Tauchsportzentrum Action Sport Nordhausen.
Stechlinsee (Brandenburg): Klarer und naturbelassener See mit abwechslungsreicher Pflanzen- und Tierwelt
Der Große Stechlinsee gehört zu den tiefsten Seen Deutschlands und ist für sein klares, nährstoffarmes Wasser bekannt. Anders als in Hemmoor oder am Sundhäuser See stehen hier keine versenkten Attraktionen im Mittelpunkt. Sehenswert sind die Wiesen aus Armleuchteralgen, helle Sandmulden und versunkene Baumstämme.

Zwischen den Pflanzen kannst du Hechte, Barsche, Schleien, Rotfedern, Aale und Krebse entdecken. Der Einstieg befindet sich in einer seichten Bucht, wenige Gehminuten von der Tauchbasis entfernt. Dadurch eignet sich der Uferbereich auch für Anfänger und ruhige Naturtauchgänge. In größeren Tiefen musst du selbst im Sommer mit sehr kaltem Wasser rechnen.
Da der Stechlinsee größtenteils unter Naturschutz steht, ist das Tauchen nur nach Anmeldung über die Tauchbasis in Neuglobsow erlaubt. Vor dem Tauchgang meldest du dich beim Basisdienst ab und danach wieder zurück. Ein gültiger Tauchschein, eine aktuelle Tauchtauglichkeit und ein Tauchcomputer sind vorgeschrieben.
- 📍 Lage: Neuglobsow im Landkreis Oberhavel, rund 80 Kilometer nördlich von Berlin
- 📏 Maximaltiefe: ungefähr 69,5 Meter
- 🌊 Sichtweite: häufig bis etwa 10 Meter, abhängig von Jahreszeit und Bedingungen
- 🌡 Wassertemperatur: im Sommer an der Oberfläche um 20 °C, in 30 Metern Tiefe teilweise nur etwa 4 °C
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: OWD im ufernahen Bereich, entsprechende Erfahrung für tiefere Tauchgänge
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Die flache Einstiegsbucht und die Armleuchteralgenwiesen in Ufernähe
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Längere Naturtauchgänge entlang der Steilhänge und in den kälteren Tiefenzonen
- 💶 Kosten und Zugang: Tagesgäste zahlen derzeit 15 Euro, Gäste mit Unterkunft an der Basis 5 Euro pro Tag
Aktuelle Preise, Öffnungszeiten und Vorschriften findest du auf der Website der Tauchbasis Stechlin.
Kulkwitzer See (Sachsen): Vielseitiger Tagebausee mit mehreren Einstiegen und guter Infrastruktur
Der „Kulki“, wie der Kulkwitzer See meistens genannt wird, ist ein beliebter Tauchsee in Sachsen. An seiner Stelle lagen früher zwei Braunkohlegruben, die ab 1963 geflutet wurden. Heute findest du hier eine gute Wasserqualität und oft gute, aber wechselnde Sicht. Hechte, Barsche, Karpfen, Aale und Welse verstecken sich zwischen großen Pflanzenfeldern oder im Unterwasserwald.

Aufgrund der moderaten Tiefe, flacher Einstiegsbereiche und mehrerer Ausbildungsplattformen eignet sich der Kulkwitzer See gut für Taucherkurse. Fortgeschrittene erreichen von der Basis in Lausen ein mit Muscheln besiedeltes Metallgestell und den Rumpf eines Flugzeugs in ungefähr 20 Metern Tiefe. Im südlichen Seeteil sind der Unterwasserwald und mögliche Begegnungen mit Welsen interessant.
Zugelassen sind nur die drei offiziellen Einstiegsbereiche in Lausen, am Campingplatz und in Göhrenz. Vor dem Tauchgang trägst du dich in das dort ausliegende Tauchbuch ein. Die übrigen Uferbereiche und mehrere Zonen im See sind gesperrt.
- 📍 Lage: Zwischen Leipzig und Markranstädt in Sachsen
- 📏 Maximaltiefe: knapp 32 Meter
- 🌊 Sichtweite: häufig 3 bis 10 Meter, unter guten Bedingungen auch darüber
- 🌡 Wassertemperatur: je nach Jahreszeit und Tiefe ungefähr 4 bis 22 °C
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: OWD bis AOWD, abhängig von Route und Tiefe
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Flache Einstiegsbereiche und Ausbildungsplattformen an der Lausener Seite
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Flugzeugrumpf, Metallgestell und Unterwasserwald im südlichen Seeteil
- 💶 Kosten und Zugang: Derzeit keine allgemeine Tauchgebühr, je nach Einstieg können Park-, Basis- oder Nutzungsgebühren anfallen
Die zugelassenen Einstiege und Sperrzonen findest du in der Allgemeinverfügung zum Tauchen im Kulkwitzer See. Aktuelle Informationen vor Ort bietet unter anderem die Tauchbasis Delphin.
Walchensee (Bayern): Alpiner Bergsee mit Felsformationen und Steilwandtauchplätzen
Der Walchensee ist einer der tiefsten und klarsten Seen Deutschlands und ein besonderer Tauchplatz für erfahrene Taucher. Unter Wasser erwarten dich Felsformationen, Geröllhalden, Abbruchkanten und Steilwände. Die Sicht hängt stark von Jahreszeit, Wetter und Tiefe ab und wird unterhalb der Sprungschicht häufig besser.

Zu den bekanntesten Tauchplätzen gehören die Galerie mit ihrer Steilwand, die Pioniertafel und der Steinbruch. Am Tauchplatz Hackl liegt außerdem ein VW-Käfer in ungefähr 18 Metern Tiefe. Weniger erfahrene Taucher finden in der Walchenseebucht oder bei Einsiedl flacher abfallende Bereiche. Zwischen Pflanzen, Felsen und versunkenen Bäumen leben Barsche, Hechte, Saiblinge, Renken und Aalrutten.
Auf rund 802 Metern Höhe muss der Walchensee bei der Tauchgangsplanung als Bergsee berücksichtigt werden. An mehreren Uferabschnitten gelten zeitlich begrenzte Tauchverbote, rund um die Insel Sassau sogar ganzjährig. Da sich Zufahrt und Parkmöglichkeiten ändern können, solltest du vor der Anfahrt die aktuelle Tauchverordnung und den Lageplan prüfen.
- 📍 Lage: Oberbayern, südlich von Kochel am See
- 📏 Maximaltiefe: ungefähr 192 Meter
- 🌊 Sichtweite: stark wechselnd, im Flachwasser häufig bis etwa 10 Meter, in tieferen Bereichen bei guten Bedingungen bis etwa 20 Meter
- 🌡 Wassertemperatur: im Sommer oberflächennah bis ungefähr 20 °C, unterhalb der Sprungschicht meist etwa 4 bis 8 °C
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: Je nach Einstieg vom OWD bis zum sehr erfahrenen Kaltwasser- und Steilwandtaucher
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Walchenseebucht oder Einsiedl mit flacherem Einstieg und pflanzenreichen Bereichen
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Galerie, Pioniertafel oder Steinbruch mit entsprechender Kaltwassererfahrung
- 💶 Kosten und Zugang: Keine allgemeine Tauchgebühr, je nach Tauchplatz fallen Park-, Maut- oder Basisgebühren an
- Unterkunftsempfehlung: Hotel Karwendelblick*.
Die aktuell geltenden Sperrzeiten und Tauchzonen findest du über die offizielle Informationsseite zum Tauchen im Walchensee.
NaturaGart Unterwasserpark: Besonderer Tauchspot mit Stören in NRW
Der NaturaGart Unterwasserpark in Ibbenbüren ist kein natürlicher Tauchsee, sondern ein speziell für Taucher gebauter Folienteich. Deshalb würde ich ihn als Sondertipp einordnen. Unter Wasser findest du bis zu sechs Meter hohe Mauern, Schluchten, einen versunkenen Tempel, ein Schiffswrack und ein mehr als 300 Meter langes Netz aus Höhlen und Tunneln.

Die größte Besonderheit sind die Störe, von denen einige mehr als zwei Meter lang werden. Durch die geringe Tiefe lässt sich der Park ohne Tiefenstress erkunden. Einfach ist der Tauchgang deshalb nicht automatisch. In den Tunneln musst du dich unter einer geschlossenen Decke wohlfühlen und sauber tariert sein. Der nächste Notausstieg ist laut Betreiber höchstens fünf Meter entfernt. Mit weniger als 20 geloggten Tauchgängen darfst du die größeren Höhlen laut Tauchordnung nur zusammen mit einem Taucher betreten, der mehr als 50 Tauchgänge nachweisen kann.
Bei viel Betrieb kann aufgewirbeltes Sediment die Sicht deutlich verschlechtern. Du musst dich vorher per E-Mail anmelden und auf die Bestätigung der Tauchbasis warten. Besonders für Wochenenden solltest du frühzeitig reservieren.
- 📍 Lage: Ibbenbüren im Münsterland, Nordrhein-Westfalen
- 📏 Maximaltiefe: ungefähr 7 bis 7,5 Meter
- 🌊 Sichtweite: nach Betreiberangaben meist etwa 4 bis 8 Meter, bei viel Betrieb teilweise schlechter
- 🌡 Wassertemperatur: stark von Jahreszeit und Wetter abhängig, aktuelle Temperatur am besten vor dem Besuch erfragen
- 🎓 Empfohlenes Tauchlevel: OWD, Anfänger nur mit erfahrener Begleitung
- 🟢 Meine Empfehlung für Anfänger: Zuerst die offenen Bereiche, den Tempel und die Störe erkunden
- 🔵 Meine Empfehlung für erfahrene Taucher: Das Höhlensystem, das Wrack und Unterwasserfotografie zwischen den Stören
- 💶 Kosten und Zugang: Tageskarte derzeit 45 Euro von Mittwoch bis Freitag sowie 55 Euro an Wochenenden und Feiertagen, Anmeldung und Bestätigung erforderlich
Aktuelle Sichtweiten, Öffnungszeiten, Preise und die Anmeldung findest du direkt beim NaturaGart Tauchpark.
💡 Mein Tipp: Viele Tauchplätze findest du im folgenden Buch:
Beste Reisezeit und Bedingungen zum Tauchen in Deutschland
Für gute Sicht eignen sich häufig Spätherbst, Winter und das zeitige Frühjahr. Angenehmer ist das Tauchen im Sommer, allerdings können Algen, aufgewirbeltes Sediment und viele Taucher die Sicht verschlechtern. In tiefen Seen bleibt das Wasser unterhalb der Sprungschicht auch im Sommer kalt.
Optimale Monate für gute Sicht und Wassertemperaturen
Frühling von April bis Juni: Bevor sich Plankton und Wasserpflanzen stärker entwickeln, ist die Sicht häufig gut. Das Wasser ist noch kalt und Regen, Pollen oder die Frühjahrszirkulation können die Bedingungen kurzfristig verändern.
Sommer von Juli bis August: Flache Bereiche können an der Oberfläche über 20 °C erreichen. Unterhalb der Sprungschicht bleibt die Temperatur in tiefen Seen häufig einstellig. Algenwachstum und viel Betrieb verschlechtern teilweise die Sicht im oberen Bereich, während sie in größerer Tiefe wieder besser werden kann.
Herbst von September bis November: Der frühe Herbst bietet oft einen guten Kompromiss aus angenehmen Temperaturen und besser werdender Sicht. Starker Wind und die herbstliche Durchmischung können das Wasser jedoch eintrüben.
Winter von Dezember bis März: Im Winter ist die Sicht in vielen Seen besonders gut, die Wassertemperatur liegt teilweise aber nur knapp über dem Gefrierpunkt. Wintertauchgänge erfordern geeignete Kaltwasserausrüstung und Erfahrung. Unter Eis solltest du ausschließlich mit spezieller Ausbildung, Sicherungsleine und einem Oberflächenteam tauchen.

Welche Tauchausrüstung brauchst du für deutsche Seen?
- Tauchanzug und Kälteschutz: Orientiere dich an der Temperatur in deiner geplanten Tauchtiefe und nicht an der Wasseroberfläche. Ein 5-mm-Anzug kann für kurze, flache Sommertauchgänge ausreichen. Ein 7-mm-Anzug, Halbtrockenanzug oder Trockentauchanzug ist für deutsche Seen vielseitiger. Kopfhaube und Handschuhe gehören fast immer dazu. Beim Trockentauchen muss der Unterzieher zur Temperatur und Tauchzeit passen. Mehr dazu findest du in meinem Ratgeber zur passenden Neoprenstärke und im Tauchanzug-Test.
- Kaltwassertauglicher Atemregler: Verwende für kaltes Wasser geeignete Atemregler. Einige Tauchordnungen verlangen zwei getrennte erste Stufen oder empfehlen sie ausdrücklich.
- Tauchlampe: In größeren Tiefen wird es schnell dunkel. Für anspruchsvollere Tauchgänge solltest du neben der Hauptlampe eine Backup-Lampe mitnehmen. Geeignete Modelle findest du in meinem Tauchlampen Test.
- Kompass, Tauchcomputer und Boje: Bei eingeschränkter Sicht ist ein Kompass für die Navigation unverzichtbar. Tauchcomputer, Boje und Spool ergänzen die Ausrüstung abhängig vom Tauchplatz und den örtlichen Vorschriften.
Unterwasserwelt in deutschen Seen
Was du unter Wasser in deutschen Seen entdeckst, hängt stark vom jeweiligen See, seiner Tiefe und der Jahreszeit ab. Das meiste Leben findest du in den flachen, pflanzenreichen Uferzonen. Unterhalb der Sprungschicht wird es kälter und dunkler, weshalb dort deutlich weniger Wasserpflanzen wachsen.
Typische Pflanzen- und Fischarten
Wasserpflanzen: Häufig begegnen dir Laichkraut, Tausendblatt, Wasserpest und Armleuchteralgen. Sie bilden teilweise dichte Unterwasserwiesen, in denen Jungfische Schutz und Hechte geeignete Plätze zum Lauern finden. Seerosen und Schilf wachsen vor allem in flachen Uferbereichen. Halte beim Tauchen ausreichend Abstand zum Grund und zu den Pflanzen. Ein unachtsamer Flossenschlag wirbelt nicht nur Sediment auf, sondern kann auch empfindliche Unterwasserwiesen beschädigen.

Fische: Flussbarsche, Hechte, Rotaugen, Rotfedern, Schleien und Karpfen leben in vielen deutschen Seen. Junge Barsche ziehen häufig in Schwärmen umher, während größere Exemplare eher einzeln unterwegs sind. Hechte stehen gerne zwischen Pflanzen, an Abbruchkanten oder neben versunkenen Ästen. Je nach Gewässer kannst du außerdem Zandern, Aalen und Welsen begegnen. In tiefen, kalten Seen kommen zusätzlich Saiblinge, Renken und Trüschen vor.

Neben Fischen entdeckst du mit etwas Geduld auch Schnecken, Muscheln und verschiedene Flusskrebse. Dazu gehören allerdings nicht nur heimische Arten. Kamberkrebs und Signalkrebs sind in Deutschland inzwischen etablierte invasive Arten, wie das Bundesamt für Naturschutz dokumentiert.
Fazit: Vielfältige Tauchabenteuer vor der Haustür
Welcher Tauchsee in Deutschland für dich am besten geeignet ist, hängt weniger von seiner maximalen Tiefe als von deinem Tauchziel und deiner Erfahrung ab:
- Für Ausbildung und entspannte Tauchgänge: Echinger Weiher sowie die flachen Einstiege am Kulkwitzer und Sundhäuser See
- Für Pflanzen, Fische und natürliche Unterwasserlandschaften: Stechlinsee, Bodensee und Kulkwitzer See
- Für Wracks und künstliche Tauchziele: Kreidesee Hemmoor und Sundhäuser See
- Für Steilwände und anspruchsvolle Kaltwassertauchgänge: Walchensee und Bodensee
- Für einen ungewöhnlichen Tagesausflug: NaturaGart mit Stören, Tempel und Höhlensystem
Bei einem unbekannten See würde ich zunächst einen gut zugänglichen Einstieg wählen und einen Orientierungstauchgang planen. Prüfe vorher nicht nur die Sichtweite, sondern auch die Temperatur in deiner geplanten Tiefe, Zugangsvorschriften und mögliche Tauchverbote. Der spektakulärste Tauchplatz ist nicht automatisch der richtige, wenn Bedingungen und Erfahrung nicht zusammenpassen.
Zuletzt aktualisiert am: 3. August 2026
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