In meinem Insta360 Ace Pro 2 Test schauen wir uns gemeinsam an, wie sich die High-End-Actioncam unter Wasser und beim Tauchen schlägt. Dabei geht es nicht um Theorie, sondern um echte Praxiserfahrungen unter realen Bedingungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
➡️ Produkttyp: High-End-Actioncam mit Fokus auf Foto- und Videoqualität
✅ Ideal für: Taucher und Content Creator, die hochwertige Unterwasseraufnahmen machen möchten
❌ Weniger geeignet für: Nutzer, die eine einfache Plug-and-Play-Kamera ohne Nachbearbeitung suchen
🌊 Besonderheit: Sehr gute Bildqualität unter Wasser, starke Low-Light-Performance und flexible Videooptionen
Technische Details & Besonderheiten
- 📸 Sensor: 1/1,3″ CMOS-Sensor mit hoher Auflösung
- 🎥 Video: Bis 8K, praxisnah vor allem 4K in verschiedenen Framerates
- 📷 Fotos: JPEG und RAW (DNG)
- 🌊 Wasserdicht: Bis ca. 12 m ohne Gehäuse
- 🤿 Max. Tauchtiefe mit Gehäuse: Bis ca. 45 m
- 📐 Weitwinkelobjektiv: Sehr großer Bildwinkel, typisch Actioncam
- 🧭 Stabilisierung: Elektronische Bildstabilisierung für ruhige Unterwasser-Videos
- 🎚️ Manuelle Einstellungen: Weißabgleich, ISO und Belichtung anpassbar
- 📱 Bedienung: Touchscreen mit direkter Vorschau
- 🔋 Akku: Ausreichend für mehrere kurze Tauchgänge pro Ladung
- ⚖️ Gewicht: ca. 177 g
- 🧠 Prozessor: Dual-KI-Chip für verbesserte Rauschunterdrückung, besonders bei wenig Licht unter Wasser
- 🌈 Farbkorrektur: AquaVision 2.0 zur automatischen Anpassung der Farben unter Wasser, auch ohne Rotfilter nutzbar
- 📺 Display: 2,5″ Flip-Touchscreen, praktisch zur Bildkontrolle aus ungewohnten Winkeln
🔍 So habe ich die Insta360 Ace Pro 2 unter Wasser getestet
Getestet habe ich die Insta360 Ace Pro 2 sowohl im Bodensee als auch bei Tauchgängen in Ägypten. Damit kam die Kamera in sehr unterschiedlichen Bedingungen zum Einsatz, von eingeschränkter Sicht und wenig Licht bis hin zu klarem Wasser und viel Sonne. So lässt sich gut einschätzen, wie sie sich unter realen Unterwasserbedingungen beim Tauchen verhält.
👀 Erster Eindruck & Verarbeitung
Die Insta360 Ace Pro 2 macht auf den ersten Blick einen sehr robusten Eindruck, wie man es von modernen Actioncams erwartet. Größe und Gewicht bewegen sich im typischen Bereich, sodass sie problemlos in die Hand passt. Die Verarbeitung wirkt hochwertig. Insgesamt eine Kamera, die klar für den Einsatz draußen und auch unter Wasser gebaut ist.

Besonders ins Auge fällt das umklappbare Display. Das bietet aktuell kaum eine andere Actioncam in dieser Form und ist vor allem für Selfie-Videos oder Fotos ein echter Vorteil, da man von vorne sofort sieht, was aufgenommen wird. Das Display ist ausreichend groß, scharf und gut ablesbar. Die Menüführung ist logisch aufgebaut, sodass man sich schnell zurechtfindet, ohne lange im Menü suchen zu müssen.

Insta360 Ace Pro 2 im Unterwasser-Praxistest
Unter Wasser lässt sich die Insta360 Ace Pro 2 insgesamt gut handhaben. Mit Gehäuse liegt sie stabil in der Hand und lässt sich kontrolliert führen, egal ob beim ruhigen Tarieren oder beim Filmen in leichter Strömung. Sie wirkt dabei weder sperrig noch störend und fällt während des Tauchgangs nicht negativ auf.
Die Bedienung funktioniert auch mit Handschuhen zuverlässig. Die Tasten haben einen klaren Druckpunkt und lassen sich gezielt betätigen, ohne dass man ständig ins falsche Menü rutscht. Die Menüstruktur ist übersichtlich, sodass sich wichtige Einstellungen schnell erreichen lassen. Gerade unter Wasser sorgt das für ein entspannteres Handling.

Das Display ist gut ablesbar, auch bei wechselnden Lichtverhältnissen. Das umklappbare Display ist dabei mehr als nur ein Gimmick. Vor allem bei Selfie-Videos oder ungewöhnlichen Winkeln sieht man sofort, ob der Bildausschnitt passt, was Fehlaufnahmen reduziert.
Auch die Stabilisierung macht im Tauchalltag einen zuverlässigen Eindruck. Bewegungen werden sichtbar geglättet, sowohl beim langsamen Gleiten als auch bei Richtungswechseln. Für eine Actioncam wirkt das Videobild unter Wasser ruhig und gut kontrollierbar, ohne künstlich zu wirken.
Bildqualität unter Wasser (Foto & Video)
Alle gezeigten Bilder und Videos sind unbearbeitet. Bei vielen Aufnahmen ist eine leichte Nachbearbeitung sinnvoll, um Kontrast und Farben auszugleichen.
📸 Fotos
Bei ruhigen Motiven liefert die Insta360 Ace Pro 2 unter Wasser brauchbare Ergebnisse, solange ausreichend Licht vorhanden ist. Am Riff und am Hausriff in Naama Bay sind Details gut erkennbar, Farben wirken jedoch je nach Tiefe schnell flacher. Positiv fallen Aufnahmen auf, bei denen gezielt Licht eingesetzt wurde. Eine Muräne in einem Rohr am Wrack sowie ein leicht angeleuchteter Kaiserfisch zeigen, dass sich mit zusätzlicher Beleuchtung deutlich mehr Struktur und Farbtrennung herausholen lässt.


🎥 Videos
Bei Videoaufnahmen überzeugt die Kamera vor allem bei gleichmäßigen Bewegungen. Riffsequenzen lassen sich ruhig filmen, die Stabilisierung arbeitet zuverlässig. Ohne zusätzliches Licht fehlt es den Videos teilweise an Kontrast, was sich in der Nachbearbeitung aber gut ausgleichen lässt.
🐠 Bewegung
Bewegte Motive wie Adlerrochen lassen sich sauber einfangen, solange man ruhig filmt und den Bildausschnitt kontrolliert hält. Bei schnellen Richtungswechseln oder wenig Licht stößt die Kamera schneller an ihre Grenzen.

🌑 Low-Light
In dunkleren Bereichen, etwa im Wrackinneren der SS Thistlegorm oder bei größerer Tiefe, gehen Details zügig verloren. Ohne Licht wirken Aufnahmen kontrastarm. Gezieltes Anleuchten, wie bei Muräne und Kaiserfisch, verbessert das Ergebnis deutlich.

Weißabgleich & Farben beim Tauchen
Beim Weißabgleich merkt man unter Wasser sehr schnell, wie stark sich die Einstellungen auf das Ergebnis auswirken. Im Automatikmodus kommt man in flachem Wasser und bei gutem Licht ganz ordentlich zurecht. Sobald es tiefer wird oder das Licht schlechter ist, kippen die Farben aber spürbar ins Blaue. In solchen Situationen war der manuelle Weißabgleich für mich die deutlich bessere Wahl, vor allem bei gleichbleibender Tiefe.

AquaVision 2.0 (KI Farbausbalancierung) hilft dabei, Farben unter Wasser etwas zurückzuholen. In der Praxis funktioniert das gut als Unterstützung, ersetzt aber kein bewusstes Arbeiten mit Licht oder Einstellungen. Gerade bei Wrack- oder Tieftauchgängen bleiben Rottöne ohne zusätzliche Hilfe begrenzt, was man auf den Aufnahmen auch sieht.
Wenn du dich damit genauer beschäftigen willst, habe ich dazu auch einen eigenen Beitrag zum GoPro Rotfilter verlinkt, der die Unterschiede gut erklärt.
Was mir gefällt & was besser sein könnte
| 👍 Was mir gefällt | ⚠️ Was besser sein könnte |
|---|---|
| Robuste Bauweise und gute Verarbeitung | Bilder wirken ohne Licht oder Filter schnell etwas flach |
| Umklappbares Display für Selfie-Videos und Kontrolle | Weißabgleich erfordert etwas Einarbeitung |
| Gute Bedienung auch mit Handschuhen | Low-Light-Leistung im Wrack begrenzt |
| Ruhige Videoaufnahmen dank Stabilisierung | Nachbearbeitung oft sinnvoll |
| Sauberes Handling im Unterwassergehäuse |
Insta360 Ace Pro 2 im Vergleich mit anderen Actioncams
Im Vergleich zu klassischen Actioncams von GoPro und DJI positioniert sich die Insta360 Ace Pro 2 etwas anders. Während GoPro und DJI vor allem auf einfache Bedienung und robuste Video-Performance setzen, bietet die Ace Pro 2 mehr Kontrolle über Einstellungen wie Weißabgleich und Fotoformate, was sich unter Wasser bemerkbar macht.
Beim Tauchen bedeutet das: GoPro- und DJI-Actioncams funktionieren sehr zuverlässig als unkomplizierte Videokameras. Die Insta360 Ace Pro 2 richtet sich eher an Taucher, die bewusster filmen oder fotografieren wollen und bereit sind, sich mit Einstellungen und Nachbearbeitung zu beschäftigen. Alle drei bleiben Actioncams und ersetzen keine spezialisierten Unterwasser-Kamerasysteme, unterscheiden sich aber klar in ihrer Ausrichtung.