Im OM System Tough TG-7 Test Unterwasser schaue ich mir an, wie gut sich die Kamera beim Tauchen in der Praxis schlägt. Der Fokus liegt auf Bildqualität, Bedienung unter Wasser und realer Alltagstauglichkeit im Einsatz. Du bekommst eine klare, ehrliche Bewertung statt Marketingversprechen.
Das Wichtigste auf einen Blick
➡️ Produkttyp: Robuste Outdoor- und Unterwasserkamera für Foto und Video
✅ Ideal für: Taucher, Schnorchler, Reisende, raue Einsatzbedingungen
❌ Nicht ideal für: Low-Light-Fotografie, große Printformate, Profi-Ansprüche
⚖️ Gewicht: ca. 250 g mit Akku und Speicherkarte
📷 Besonderheit: Wasserdicht bis 15 m ohne Gehäuse, starke Makrofunktionen, Stoßfestigkeit, viele Tauch- und Unterwassermodi
⚙️ Technische Details & Besonderheiten
- 📷 12 MP BSI CMOS Sensor mit Fokus auf besseres Rauschverhalten statt hoher Megapixelzahl
- 🔆 f2.0 Objektiv im Weitwinkel für bessere Ergebnisse bei wenig Licht und im Nahbereich
- 🔍 4fach optischer Zoom mit 25–100 mm Brennweite (KB äquivalent)
- 💧 Wasserdicht bis 15 m ohne Gehäuse laut Herstellerfreigabe
- 🧱 PT-059 Unterwassergehäuse bis 45 m für echte Tauchgänge jenseits der Schnorcheltiefe
- 🪨 Stoßfest bis 2,1 m bei Stürzen auf harten Untergrund
- ضغط Druckfest bis 100 kg laut Spezifikation
- ❄️ Frostsicher bis minus 10 Grad für kalte Einsätze
- 🔬 Mikroskop Modus ab ca. 1 cm Fokusdistanz für echtes Unterwasser Makro
- 📚 Internes Fokus Stacking für mehr Tiefenschärfe bei Makro Motiven direkt in der Kamera
- 🌊 Fünf Unterwasser Programme mit angepasstem Weißabgleich je nach Tiefe
- 🎨 Manueller Unterwasser Weißabgleich zusätzlich fein einstellbar
- 📷 RAW Aufnahme für saubere Farbkorrektur in der Nachbearbeitung
- 🎥 4K Video bis 30p für detailreiche Kurz-Clips
- 🎬 Full HD mit 120 fps für Zeitlupenaufnahmen
- 📺 3 Zoll LCD Display mit 1,04 Mio Bildpunkten
- 📡 WLAN und Bluetooth für App Steuerung und Bildübertragung
- 🧭 Field Sensor System mit GPS und Tiefendaten in den EXIF Infos
- 💾 SD, SDHC und SDXC Unterstützung (UHS I)
- 🔋 Wechselakku LI-92B statt fest verbautem Akku für schnelle Tauschmöglichkeit unterwegs
Für diesen Test wurde die OM System TG-7 praxisnah ausgewertet. Die gezeigten Unterwasserfotos und das Video stammen von Lars (@lars.dives), SSI-Instructor beim Tauchteam Bodensee.
👀 Erster Eindruck & Verarbeitung
Die TG-7 macht beim ersten Kontakt einen kompakten und widerstandsfähigen Eindruck. Das Gehäuse ist relativ dick gebaut, wirkt dafür aber stabil und einsatzorientiert. Keine Spielereien, keine Designoptik. Klar auf Funktion ausgelegt. Die Oberfläche ist leicht texturiert, was den Grip mit nassen Händen oder Handschuhen spürbar verbessert.

Die Gehäuseschale ist stoßfest und dicht konstruiert. Akku und Kartenfach sitzen hinter einer doppelt gesicherten Klappe mit Dichtung. Erst Schieber, dann Riegel. Das verhindert unbeabsichtigtes Öffnen. Sorgfalt beim Schließen bleibt trotzdem Pflicht. Vorne sitzt ein Bajonett-Objektivring, über den sich Zubehör sauber befestigen lässt. Das passt gut zum Systemgedanken.
Die Tasten haben einen deutlichen Druckpunkt durch die Abdichtung. Das fühlt sich fester an als bei normalen Kompaktkameras. Manche Bedienelemente wirken etwas grob. Das Einstellrad ist teils hakelig, der Zoomhebel hat leichtes Spiel. Die Haptik ist insgesamt solide, aber nicht hochwertig im Premium Sinn.

In der Praxis zeigt die Verarbeitung eine klare Priorität auf Abdichtung und Stabilität. Die Mechanik fühlt sich nicht überall gleich sauber an. Die Haptik ist funktional, nicht extrem hochwertig. Genau so ordnet sich die Kamera in dieser Klasse ein.
Original Unterwassergehäuse von OM System
Das originale Unterwassergehäuse von OM System für die TG-7 und auch die TG-6 ist bis 45 Meter Tiefe freigegeben und besteht aus stabilem Polycarbonat. Die Kamera sitzt darin sauber fixiert und gut geschützt. Die Passform ist exakt auf das Modell abgestimmt, nichts wackelt, nichts sitzt schief. Das vermittelt unter Wasser Vertrauen.

Die Bedienbarkeit unter Wasser ist überraschend gut. Die Tasten am Gehäuse sind groß genug und haben einen klaren Druckpunkt. Viele Funktionen lassen sich besser auslösen als direkt an der nackten Kamera, weil die Knöpfe weiter auseinander liegen. Gerade mit Handschuhen ist das ein echter Vorteil. Alle Bedienelemente lassen sich zuverlässig nutzen.

Die Ergonomie ist insgesamt gelungen, auch wenn das Gehäuse sichtbar aufträgt. Schlank ist anders. Dafür ist es stabil und griffig. Das Display bleibt durch das Gehäuse gut erkennbar, die mitgelieferte Streulichtblende hilft zusätzlich bei hellen Bedingungen.

Ein technischer Punkt ist wichtig für Blitznutzer. Der Anschluss für Fiberkabel sitzt vorne. Wer mit Ringblitz arbeitet, kann hier in Platzprobleme laufen. Für klassische Strobes mit Kabel ist das kein Thema, für spezielle Setups schon.
Unterm Strich ist das Originalgehäuse robust, zuverlässig und gut bedienbar. Preislich liegt es über vielen Drittanbieter Lösungen.
- Hervorragende Wasserdichtigkeit: Das Unterwassergehäuse ermöglicht Foto- und Videografie bis zu 45 Meter Tiefe...
- Maximaler Kameraschutz: Die hochwertige Polycarbonat-Konstruktion schützt optimal vor Wasser, Stößen und...
- Reflexionsfreie Aufnahmen: Die schwarze Beschichtung reduziert störende Spiegelungen und sorgt für klare,...
Am Markt gibt es deutlich günstigere Alternativen, zum Beispiel von Seafrogs* (ca. 100 € günstiger).
📸 OM-System TG-7 Fotoqualität Unterwasser im Test
Unter Wasser spielt die TG-7 ihre klaren Stärken im Nahbereich aus. Makro und kurze Distanzen liegen ihr deutlich mehr als große Weitwinkel Szenen. Details, Strukturen und Farben kommen sauber, solange genug Licht vorhanden ist oder mit Lampe gearbeitet wird.
Bei Makro Motiven überzeugt die Kamera sichtbar. Der Mikroskop Modus liefert starke Schärfe im Nahbereich. Strukturen, Hautdetails und feine Kontraste werden gut aufgelöst. Gerade kleine Tiere und stationäre Motive gelingen zuverlässig. Das ist einer der größten Pluspunkte der TG-7 unter Wasser.

Die Farbdarstellung ist mit Unterwasser Modus solide abgestimmt. Rottöne werden sichtbar angehoben. Trotzdem bleiben RAW Dateien klar im Vorteil, wenn später sauber korrigiert wird. Direkt aus der Kamera wirken JPEGs teils etwas flach, lassen sich aber gut nachbearbeiten.

Bei mittleren Distanzen bleibt die Qualität ordentlich, fällt aber etwas hinter Makro zurück. Der kleine Sensor setzt hier Grenzen. Kontrast und Dynamik nehmen ab, besonders in tieferem oder trübem Wasser.

Im Weitwinkel und Blauwasser liefert die TG-7 brauchbare Ergebnisse, aber keine Spitzenwerte. Silhouetten und große Szenen funktionieren. Feine Details gehen schneller verloren. Für Reise und Tauchdokumentation gut genug. Für große Prints oder High End Weitwinkel eher nicht gedacht.

👉 Kurz gesagt: Makro stark. Nahbereich sehr gut. Mittlere Distanz okay. Weitwinkel limitiert. Genau so sollte man die TG-7 unter Wasser einsetzen.
🎬 Videoqualität Unterwasser im Test
Die TG-7 filmt bis 4K mit 30 fps und liefert unter Wasser solide, brauchbare Clips. Schärfe und Farben passen, vor allem im Unterwasser Modus. Ohne Zusatzlicht werden Videos schnell flauer.
Am stärksten ist sie bei Makro und kurzen Distanzen. Ruhige Motive gelingen gut, der Mikroskop Modus funktioniert auch im Video. Für kleine Tiere und Details sehr praktisch. Aber auch bei etwas Bewegung liefert sie durchaus akzeptabel ab:
Bei Weitwinkel und Blauwasser nimmt die Detailtiefe sichtbar ab. Für Doku und Reisevideos reicht es. Für hochwertige Weitwinkel Aufnahmen nicht ideal.
Full HD mit 60 oder 120 fps ist oft die bessere Wahl. Läuft stabiler und lässt sich leichter nachbearbeiten. Insgesamt gute Unterwasser Videos für diese Kameraklasse, aber kein High End Video Setup.
🖐️ Bedienung & Menü in der Praxis
In der Nutzung zeigt sich schnell, dass die TG-7 kein Ein-Knopf Gerät ist. Die Menüstruktur ist umfangreich und teils verschachtelt. Automatik und Unterwasser Modi funktionieren sofort. Wer tiefer eingreifen will, muss sich einarbeiten.
Das Tastenlayout an der Kamera ist eher kompakt. Die Knöpfe sind klein und relativ dicht gesetzt. Durch die Abdichtung haben sie einen festen Druckpunkt. Das ist technisch sinnvoll, fühlt sich aber weniger fein an als bei klassischen Kompaktkameras.

Mit dem Original Unterwassergehäuse verbessert sich die Bedienbarkeit deutlich. Die Tasten werden nach außen größer übertragen und liegen weiter auseinander. Viele Funktionen lassen sich unter Wasser sogar sicherer auslösen als direkt am Kameragehäuse. Gerade mit Handschuhen ist das ein echter Vorteil. Auslöser und Hauptfunktionen sind gut erreichbar.
Der Moduswechsel zwischen Unterwasser, Makro, Mikroskop und Video klappt zuverlässig über Wahlrad und Schnellmenü. Die dedizierten Unterwasser Programme reduzieren den Einstellaufwand stark. Für normale Tauchgänge ist kaum manuelles Nachjustieren nötig.
🔋 Akkulaufzeit beim Tauchen
Die TG-7 ist vom Hersteller mit rund 330 Aufnahmen pro Akkuladung angegeben. Beim Tauchen liegt die reale Laufzeit darunter. Dauerhaft aktives Display, Sensorfunktionen und vor allem Videoaufnahmen erhöhen den Verbrauch deutlich.
Für Fototauchgänge reicht eine Ladung oft für ein bis zwei Tauchgänge. Bei intensiver Videonutzung kann der Akku bereits innerhalb eines Tauchgangs stark einbrechen. Die Akkuanzeige reagiert dabei nicht immer ganz linear, besonders bei längeren Videoclips.
Der LI-92B Akku ist wechselbar, was im Tauchalltag wichtig ist. Der Tausch geht schnell, auch zwischen zwei Tauchgängen. Geladen wird per USB-C in der Kamera oder extern im Ladegerät.
👉 Für Tauchreisen sind mindestens zwei Ersatzakkus sinnvoll, bei geplantem Videoeinsatz besser mehr. So bleibt die Kamera zwischen den Tauchgängen zuverlässig einsatzbereit.
TG-7 vs TG-6: Lohnt sich ein Upgrade?
Die TG-7 ist technisch sehr nah an der TG-6. Die Basis bleibt derselbe 12 MP Sensor und die zentrale Tough-Kamera-Philosophie. Für viele Nutzer ergibt sich deshalb kein radikaler Produkt-Sprung.
Wesentliche Unterschiede sind:
- USB-C statt Micro-USB: moderner Anschluss fürs Laden und Daten.
- Automatische Hochformat-Videodrehung: Nützlich für Social-Media-Clips, wo vertikale Videos gefragt sind.
- Kleiner System-Updatekatalog: Einige Menüpunkte und Firmware-Anpassungen sind überarbeitet, aber nicht weltbewegend.
In den Kernbereichen Unterwasser-Bildqualität, Robustheit, Makro- und Mikroskop-Leistung bleiben die Kameras sehr ähnlich. Wer bereits eine TG-6 besitzt, bekommt mit der TG-7 keine dramatische Verbesserung. Für Neukäufer ist die TG-7 wegen USB-C und Videofunktionen moderner und etwas zukunftssicherer.
Für wen ist die Olympus TG-7 sinnvoll und für wen eher nicht?
✅ Sinnvoll für…
✔️ Urlaubs- und Schnorchel-Fotografen
Die TG-7 macht schnelle Unterwasserfotos ohne große Einarbeitung. Die Unterwassermodi liefern akzeptable Farben und Kontraste auch ohne externe Beleuchtung. Für Korallen, Fische und Riffe reicht die Bildqualität völlig aus.
✔️ Taucher mit Fokus auf Makro
Die Kamera schlägt in Sachen Makro viele andere Kompaktkameras. Der Mikroskop-Modus und kurze Fokussierabstand holen winzige Details raus, die mit größeren Systemkameras ohne spezielle Objektive schwerer einzufangen sind.
✔️ Alltags-Outdoor-Nutzer
Wasserdicht, stoßfest, robust. Für Wanderungen, Regen, Strand und Alltag ist sie verlässlich. Texturierte Oberfläche und robuste Klappen machen den Griff sicher, selbst wenn’s nass wird.
✔️ Leute, die keine große Ausrüstung wollen
Wer nicht mit großem Kamera-Setup tauchen möchte, bekommt hier eine kompakte Lösung. Alternativlösungen mit Smartphone-Gehäuse bietet unteranderem das Divevolk Unterwassergehäuse.
❌ Wen sie weniger gut bedient
✘ Anspruchsvolle Unterwasser-Fotografen
Wenn große Weitwinkel-Bilder mit weiten Perspektiven, dynamischem Range oder feinen Details im Blauwasser wichtig sind, stößt die TG-7 schnell an die Grenzen des kleinen Sensors.
✘ Makro-Pro-Nutzer mit Strobes und Profizielen
Wer externe Blitzsysteme mit TTL und komplexen Setups nutzt, trifft mit der frontseitigen Anschlussposition des Gehäuses auf Einschränkungen. Profis setzen lieber auf Systemkameras mit großen Sensoren und echtem Blitz-Kontroll-Support.
✘ Video-Fans mit hohen Ansprüchen
4K ist verfügbar, aber nicht auf High-End-Niveau. Für einfache Dokumentation und Social Clips okay. Wer kinoreife Tauchvideos, große Szenen oder anspruchsvolle Farbgebung will, packt besser eine größere Kamera ein.
✘ Nutzer, die hauptsächlich an Land fotografieren
Moderne Smartphones oder spiegellose Kameras mit großem Sensor liefern an Land bessere Farben, Details und Dynamik. Die TG-7 ist hier funktional, aber keine Spitzenkamera.
