Die SeaLife Micro 3.0 ist eine Unterwasser-Kamera, die ohne Gehäuse auskommt und komplett für Taucher gebaut wurde. Beim SeaLife Micro 3.0 Test ging es für mich vor allem darum, wie gut sich das Teil unter Wasser bedienen lässt, wie zuverlässig der Fokus arbeitet und wie sauber die Farben in unterschiedlichen Tiefen aussehen. Das Setup ist spannend, weil du damit eine echte Alternative zu GoPro und Actioncams bekommst, nur eben komplett auf Tauchen ausgelegt.
Das Wichtigste auf einen Blick
➡️ Produkttyp: kompakte UW-Kamera ohne Gehäuse
✅ Ideal für: Urlaubstaucher und Doku-Typen, die stressfrei festhalten wollen, was sie gesehen haben
❌ Weniger geeignet für: Makro-Fans, Kreativ-Video, TG-7/GoPro-Vergleicher und Pixel-Zähler
🌊 Besonderheit: sorgloses System ohne Gehäuse und Dichtungsstress, funktioniert warmwasser-freundlich
⚙️ Technische Details & Besonderheiten
- Sensor: 16 MP CMOS (1/2.3″), Standardgröße für UW-Kompaktkameras.
- Objektiv: 100° Weitwinkel unter Wasser, Fixfokus von ca. 30 cm bis unendlich.
- Blende: f/2.8, solide für Mittel- und Nahdistanz.
- RAW: DNG für Farbkorrekturen und Nachbearbeitung.
- Video: 4K/30p und 1080/60p, EIS bis 1080p.
- Weißabgleich: Auto + manuell für unterschiedliche Tiefen.
- Speicher: 64 GB intern, kein Kartenslot, keine Erweiterung.
- Akku: fest verbaut, Laden via USB, kein Akkuwechsel.
- Dichtigkeit: bis 60 m ohne Gehäuse.
- Bedienung: 3 Tasten, keine Touch-Funktion.
- Konnektivität: WLAN für App-Transfer.
- Abmessungen: ca. 102 × 69 × 61 mm.
- Gewicht: ca. 329 g, gummierte Oberfläche.
- System: SeaLife SeaDragon Lampen und Trays kompatibel.
👀 Erster Eindruck & Verarbeitung

Die SeaLife Micro 3.0 liegt erstaunlich kompakt in der Hand und wirkt wie eine klassische Kompaktkamera in leicht gummiertem Gehäuse. Die Oberfläche bietet guten Grip, was an Land sofort Sinn ergibt und unter Wasser noch wichtiger wird, vor allem wenn die Finger kalt sind oder du Handschuhe trägst. Die drei großen Tasten sitzen sichtbar exponiert auf der Oberseite, fühlen sich mechanisch stabil an und lassen sich klar auslösen.

Spaltmaße, Anschlussklappen und die USB-Ladebuchse wirken solide, wobei der Adapter für die Ladebuchse schon im Trockenen etwas fummelig ist. Insgesamt entsteht beim ersten Kontakt der Eindruck eines robusten, auf Taucheinsatz ausgelegten Werkzeugs, das man ohne großes Nachdenken einfach mit ins Wasser nimmt.
👋Handling & Bedienung unter Wasser
Die SeaLife Micro 3.0 ist im Wasser unkompliziert. Einschalten, abtauchen und aufnehmen funktioniert ohne Gehäuse und ohne Touchscreen. Die drei Tasten sind mit normalen Neoprenhandschuhen gut zu bedienen, mit dicken Trocki-Handschuhen wird es grob. Die Kameraform liegt solide in der Hand, ist aber nicht ideal ergonomisch für UW-Einsatz.

Das Menü ist funktional, aber nicht besonders intuitiv. Die Navigation über die Tasten braucht etwas Eingewöhnung und Übersetzungen sind teilweise holprig. Die App und das WiFi sind relativ langsam und instabil, daher zieht man Bilder in der Praxis eher per Kabel auf den Laptop.
📷 Foto- & Videoqualität der SeaLife Micro 3.0 im Test
Die SeaLife Micro 3.0 liefert unter Wasser einen eher dokumentarischen Look. Im Kreidesee Hemmoor waren Farben und Kontrast schnell weg, was bei dem trüben, kalten Süßwasser nicht überrascht. Der Laster und die Tür sind sauber erkennbar, wirken aber flach und leicht ins Grün-Grau gezogen. Ohne Lampe kann man da nicht viel mehr erwarten und die Kamera versucht auch nicht, etwas künstlich hochzuziehen. Für „Ich will festhalten, was da steht“ reicht das.
Am Riff in Belize (wie im folgenden Youtube Video) sieht das Bild deutlich freundlicher aus. Korallen und Sandflächen kommen gut durch, Fische sind klar erkennbar und die Farben wirken natürlicher, ohne dass man danach am Rechner schrauben muss. Man merkt, dass die Kamera in warmem Wasser mit natürlichem Licht besser zur Geltung kommt und nicht in Richtung „künstlerisch“ pushen will. Der Fixfokus sitzt im Nah- bis Mittelbereich zuverlässig. Makro oder extreme Close-Ups liegen ihr dagegen nicht.
Für Reise- und Urlaubstauchgänge funktioniert die SeaLife Micro 3.0 gut. Für ernsthafte Low-Light- oder Makro-Spielereien ist der Sensor zu klein und ohne Licht fehlt der Punch.
💪 Robustheit & Sorglosigkeit
Der größte Vorteil der SeaLife Micro 3.0 ist die Sorglosigkeit im Einsatz. Ohne Gehäuse gibt es keine Dichtungen, keine Beschlag-Probleme und weniger Fehlerquellen als bei einer Kompaktkamera im UW-Gehäuse. Die Kamera wirkt insgesamt robust und tauchfertig, was im Alltag einfach angenehm ist.
Ich habe allerdings auch Berichte gelesen, dass sich Sand an den Anschlüssen sammeln kann und bei einzelnen Geräten Verarbeitungsprobleme aufgetreten sind. Das ist nichts, was mir persönlich passiert ist, aber für lange Reisen oder viel Strandkontakt sollte man es im Hinterkopf behalten.
SeaLife Micro 3.0 im Vergleich zu anderen Unterwasserkameras
Zur Olympus TG-7 passt die Micro 3.0 nur bedingt in Konkurrenz. Die TG-7 kann an Land und unter Wasser mehr (Zoom, Makro, bessere Nachbearbeitung), braucht aber ein Gehäuse und wird dadurch größer, teurer und wartungsintensiver. Wer bereit ist, sich damit zu beschäftigen, bekommt die bessere Bildqualität.
Gegen eine Insta360 Ace Pro 2 oder GoPro wirkt die Micro 3.0 entspannter. Die GoPro liefert den moderneren Videolook und stärkere Stabilisierung, hat aber ohne Filter/Licht unter Wasser mehr Farbprobleme. Die Micro 3.0 ist simpler und „tauchfertig“, dafür weniger vielseitig.
Systeme wie DiveVolk oder SeaLife SportDiver nutzen das Smartphone und können überraschend gute Ergebnisse bringen. Bedienung, Touchscreen und Dichtungen sind aber stark von Bedingungen abhängig und werden im Kaltwasser oder mit Handschuhen schnell mühsam.
Kurz gesagt: Wer dokumentieren will, ohne Kamera-Setup, Filter und Gehäuse mitzuschleppen, landet eher bei der Micro 3.0. Wer Qualität oder Makro will, fährt mit TG-7 + Gehäuse besser. Wer Video liebt, bleibt bei GoPro. Wer Handy-first denkt, probiert DiveVolk oder SportDiver.


