Im Wurkkos D1 Test schaue ich mir an, ob die Canisterlampe unter Wasser mehr kann, als auf dem Datenblatt gut auszusehen. Spot, Flood und die lange Laufzeit klingen für Nacht-, Wrack- und tiefere Tauchgänge spannend, entscheidend sind aber Bedienung, Lichtbild und Verarbeitung im echten Einsatz. Ich zeige dir, für wen sich die D1 lohnt und wo du vor dem Kauf genauer hinschauen solltest.
Das Wichtigste auf einen Blick
➡️ Produkttyp: Canister-Tauchlampe mit Spot, Flood, Rotlicht und UV-Modus
✅ Ideal für: Nacht-, Wrack- und dunkle Seetauchgänge sowie Taucher, die lange Akkulaufzeit und viel Leistungsreserve möchten
❌ Nicht ideal für: Gelegenheits- und Urlaubstaucher, denen eine kompakte, leichte Lampe und eine besonders einfache Bedienung wichtiger sind
🌊 Besonderheit: Separater Akku-Canister mit großer Reserve, verstellbarer Goodman Handle und Turbo-Modus mit Spot und Flood gleichzeitig
Das Produkt wurde mir vom Hersteller kostenfrei für diesen Test zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung.
⚙️ Wurkkos D1: Technische Daten im Überblick
- 💡 Maximale Leistung: bis zu 6.000 Lumen
- 🔦 Lichtmodi: 8° Spot, 72° Flood, Rotlicht und UV-Licht
- 📏 Leuchtweite: laut Hersteller bis zu 500 Meter
- 🎚️ Helligkeitsstufen: drei wählbare Leistungsstufen
- 🎨 Farbwiedergabe: CRI über 90 für natürlichere Farben unter Wasser
- 🔋 Akku: separater Canister mit 31.700 mAh Kapazität
- ⏱️ Laufzeit: bis zu 32 Stunden, abhängig vom gewählten Lichtmodus
- 🔌 Zusatzfunktion: Canister kann externe Geräte laden
- 🤿 Halterung: verstellbarer Goodman Handle für die Handrückenmontage
- 🌊 Wasserdichtigkeit: bis 150 Meter
- 🧭 Einsatzbereich: als Hauptlampe für technische Tauchgänge, Wracks, Höhlen, Inspektionen und Rettungseinsätze gedacht
🔎 So habe ich die Wurkkos D1 getestet
Ich hatte die Wurkkos D1 bei vier Tauchgängen im Bodensee dabei. Getestet habe ich sie sowohl im flachen Bereich zwischen zwei und fünf Metern als auch bis auf maximal 23 Meter Tiefe. Der Fokus lag dabei auf Bedienung mit Handschuhen, Lichtleistung und der Frage, wie sinnvoll die einzelnen Modi sind.
👀 Erster Eindruck & Verarbeitung
Die Wurkkos D1 kommt in einem Kunststoffkoffer und ist in wenigen Sekunden einsatzbereit. Mit einem Preis von über 300 Euro steigt Wurkkos hier aber klar in die Preisoberliga ein. Der Canister wird zusammengeschraubt und lässt sich mit USB-C aufladen. Er besitzt zudem einen USB Ausgang um andere Geräte aufzuladen. Eine LED gibt den Ladungszustand an. Der Canister bringt spürbar Gewicht mit, wirkt aber sauber verarbeitet und hat bereits eine feste Schlaufe zur Befestigung am Jacket oder Bleigurt.

Vom Canister führt ein ausreichend langes Kabel zum Lampenkopf. Die D1 nutzt einen verstellbaren Goodman Handle, den du über eine Schraube auf deine Handgröße anpassen kannst. Bei mir saß die Lampe selbst mit den dicken 5 mm Waterproof G1 Handschuhen locker und sicher auf der Hand. Die Schraube hält dabei zuverlässig fest.
Die Wurkkos D1 macht einen sehr stabilen und durchdachten Eindruck. Gerade Canister, Kabel, Griff und Lampenkopf fühlen sich nicht nach einer günstigen Spielzeuglampe an, sondern nach einer Lampe, die auch bei häufigem Einsatz einiges aushalten soll.
🔦 Bedienung & Leuchtstufen
Im Lampenkopf sitzen insgesamt sieben LEDs. Die Wurkkos D1 bietet deutlich mehr Funktionen als andere Tauchlampen im Test, deshalb solltest du dich vor dem ersten Tauchgang kurz mit der Bedienung beschäftigen. Nach ein paar Minuten ist das System logisch, das Drehrad dürfte für meinen Geschmack aber etwas größer sein.

Die Lampe wird, analog wie die DL10R, über ein Drehrad und einen separaten Knopf gesteuert. Das Drehrad hat vier Hauptpositionen, über den Knopf wechselst du anschließend durch die jeweiligen Helligkeitsstufen.
- 🔒 Sperre: Verhindert, dass sich die Lampe beim Transport oder am Jacket versehentlich einschaltet.
- 🔦 Spotlight bietet einen engen Lichtkegel in Low, Medium und High.
- 💡 Floodlight leuchtet den Nahbereich breiter aus und steht ebenfalls in Low, Medium und High bereit.
- 🔴 Rotlicht: Rotlicht mit Low und High sowie einem Strobe-Modus.
Zusätzlich verfügt die D1 über einen Turbo-Modus mit Spot und Flood gleichzeitig sowie ein separates UV-Licht. Die Auswahl deckt vom sparsamen Dauerlicht bis zum sehr starken Suchlicht praktisch alles ab.
🌊Wurkkos D1 im Unterwasser-Test

Bei den ersten beiden Tauchgängen lag der Canister in der Beintasche meines Trockentauchanzugs. Er hielt dort sicher, das Kabel war lang genug, aber die Lampe dauerhaft in der Hand zu behalten, wurde irgendwann nervig, weshalb ich den Canister dann am Bleigurt meines XDEEP-Ghost befestigt habe. Das war für mich deutlich entspannter. Den Goodman Handle habe ich zusätzlich mit einem Karabiner gesichert, sodass ich die Lampe bei Bedarf am D-Ring einhängen konnte. In meinem Beitrag Tauchlampe befestigen findest du weitere Tipps.
Der Goodman Handle liegt gut in der Hand und passte auch mit meinen dicken Waterproof G1 5 mm Handschuhen. Die Schraube solltest du vor dem Tauchgang aber wirklich festziehen. Bei mir hatte sie sich nach dem ersten Tauchgang leicht gelockert. Praktisch ist, dass sich die Griffgröße auch unter Wasser noch anpassen lässt.

Die Drehpositionen lassen sich gut erkennen. Mit dicken Handschuhen war das Drücken des Schalters aber etwas fummelig, ohne Handschuhe im flachen Bereich deutlich einfacher. Du musst dir außerdem merken, ob gerade Low, Medium oder High aktiv ist. Da es keine Anzeige für die gewählte Stufe gibt, klickt man sich unter Wasser gelegentlich erst einmal durch die Modi.
Im Bodensee habe ich überwiegend den Spot-Modus auf Low genutzt. Das reichte bei dunklen Tauchgängen aus, um den Bereich vor mir und meinen Buddy sauber auszuleuchten, ohne unnötig Akku zu verbrauchen. Medium und High bringen deutlich mehr Reichweite. Da die Sicht leider etwas trüb war sorgten die hohen Stufen durch Schwebeteilchen für Rückstreuung, sodass eher eine helle Wand entstand als bessere Sicht. Man merkt aber, dass die Lampe sehr viel Power hat.

Flood und Turbo liefern richtig viel Licht und sind sinnvoll, wenn du einen größeren Bereich absuchen oder kurz mehr Reserven brauchst. Für meine normalen Seetauchgänge waren sie aber eher eine Option für einzelne Situationen als ein Modus für die gesamte Tauchzeit.
Bei zwei Tauchgängen lief die D1 bei mir fast durchgehend, bei den beiden anderen ungefähr die Hälfte der Zeit. Danach zeigte der Canister noch über 70 Prozent Akkuladung an. Die Akkureserve ist damit selbst bei mehreren dunklen Seetauchgängen mehr als ausreichend.
Was mir gefallen hat und was besser sein könnte
| 👍 Was mir gefallen hat | Was besser sein könnte |
|---|---|
| Sehr starke Lichtleistung mit Spot, Flood und Turbo | Mit über 300 Euro spielt die D1 preislich klar in einer anderen Liga als viele Wurkkos-Modelle |
| Selbst der Spot-Modus auf Low reicht im dunklen See gut aus | Der Drehschalter dürfte für dicke Handschuhe etwas größer sein |
| Große Akkureserve | Der Druckknopf lässt sich mit dicken Handschuhen etwas fummelig bedienen |
| Canister, Kabel und Lampenkopf stabil und sauber verarbeitet | Keine Anzeige oder klares Feedback zur aktuell gewählten Helligkeitsstufe |
| Der verstellbare Goodman Handle passt auch mit dicken Handschuhen gut | |
| Canister lässt sich flexibel befestigen | |
| Viele Lichtmodi inklusive Rotlicht, UV und Turbo |