Im DIVEVOLK SeaTouch 4 Max Test erfährst du, ob sich ein Smartphone-Unterwassergehäuse beim Tauchen wirklich als Alternative zu klassischen Tauchkameras eignet. Das System verspricht eine funktionierende Touchscreen-Bedienung unter Wasser, Zugriff auf Kamera- und Tauch-Apps sowie maximale Flexibilität mit dem eigenen Smartphone. In diesem Test bewerte ich das SeaTouch 4 Max aus meiner persönlichen Taucher-Perspektive und gehe ehrlich auf Praxistauglichkeit, Bildqualität und Handling unter Wasser ein, damit du am Ende weißt, ob sich das Gehäuse für deine Tauchgänge wirklich lohnt.
Das Wichtigste auf einen Blick
➡️ Produkttyp: Smartphone-Unterwassergehäuse mit voll nutzbarem Touchscreen
✅ Ideal für: Sporttaucher, Reisende und Content Creator, die ihr Smartphone unter Wasser flexibel nutzen wollen
❌ Weniger geeignet für: Taucher, die eine reine Plug-and-Play-Lösung ohne Setup und App-Nutzung suchen
🌊 Besonderheit: Echte Touchscreen-Bedienung unter Wasser mit Zugriff auf Kamera- und Tauch-Apps statt festem Kamerasystem
⚙️ Technische Daten & Besonderheiten
- ➡️ Maximale Tauchtiefe: bis 60 m
- 📱 Kompatibilität: zahlreiche aktuelle iOS- und Android-Smartphones mit passendem Adapter
- 🖐 Bedienung: voll nutzbarer Touchscreen unter Wasser über spezielle Membran
- 🔒 Dichtungssystem: doppelte O-Ring-Abdichtung für wiederholte Tauchgänge
- 🔍 Sichtfeld: große Frontscheibe für uneingeschränkte Display-Sicht
- 🔧 Erweiterbarkeit: kompatibel mit Weitwinkel- und Makrolinsen sowie Farbfiltern
- 📷 App-Nutzung: Zugriff auf Kamera-Apps und unterstützte Tauch-Apps unter Wasser
- 🎒 Bauweise: robustes, reisefreundliches Kunststoffgehäuse mit modularem Aufbau
Erster Eindruck & Verarbeitung
Beim ersten Anfassen macht das DIVEVOLK SeaTouch 4 Max einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse wirkt massiv, sauber verarbeitet und vermittelt direkt Vertrauen. Ich habe das Ocean Kit mit Dome und Rotlichtfilter getestet und auch hier passt die Qualität.

Der Rotlichtfilter lässt sich sauber aufschrauben und sitzt fest. Das Smartphone lässt sich problemlos einsetzen, in meinem Fall mit dem mitgelieferten Adapter für das iPhone 16. Nach dem Schließen fühlt sich alles sicher und wertig an, nichts klappert oder wirkt billig. Das Gewicht ist spürbar, aber nicht übertrieben.

Die Handschlaufe wirkt stabil und gibt ein gutes Sicherheitsgefühl. Die Touchmembran lässt sich zuverlässig bedienen, man muss allerdings etwas stärker drücken als ohne, was technisch normal ist. Ich verwende das Gehäuse übrigends mit der UWA-Cam App. Die kostet zwar 59 € für 1 Jahr, ist aber sehr praktisch.

Wichtig: Ich empfehle, wie vom Hersteller vorgesehen, Assistive Touch auf dem iPhone zu aktivieren. Scrollbewegungen über die Membran funktionieren deutlich schlechter und belasten sie unnötig. Mit Assistive Touch ist die Bedienung kontrollierter und langfristig schonender für das Gehäuse.
Lieferumfang
Der Lieferumfang ist insgesamt sehr komplett, sodass man direkt starten kann, ohne zwingend zusätzliches Zubehör kaufen zu müssen.
- DIVEVOLK SeaTouch 4 Max Gehäuse
- Softcase für den Transport
- Mehrere Smartphone-Einsätze für unterschiedliche Modelle
- Anleitung per QR-Code
- Ersatzkleinteile
- Handschlaufe zur Sicherung
- Transport-Schutzcase für das komplette Setup
- Schutzcover für den Transport
- Rotfilter aus dem Ocean Kit
- Dome aus dem Ocean Kit
Bedienung & Handling beim Tauchen
Ich habe das DIVEVOLK SeaTouch 4 Max bei genau 21 Tauchgängen auf den Malediven getestet, darunter entspannte Rifftauchgänge und strömungsreiche Channel Dives. Zur Sicherheit war das Gehäuse immer mit der Handschlaufe am Handgelenk fixiert und zusätzlich über ein Spiralkabel am D-Ring meines Backplate-Systems gesichert. In Kombination mit dem einseitigen Tray mit Schaumstoffgriff fühlte sich das Setup sehr sicher an. Der Griff bringt etwas Auftrieb, insgesamt bleibt das System aber leicht negativ, was unter Wasser gut kontrollierbar ist. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt ernsthaft Angst, das Gehäuse zu verlieren.

Besonders am Madivaru Corner / Channel (Rasdhoo) mit starker Strömung konnte das SeaTouch 4 Max seine Stärken ausspielen. Mit Riffhaken eingehängt ließ sich das Gehäuse ruhig halten und ich konnte die vielen Haie ganz entspannt fotografieren und filmen.

Im Vergleich zur GoPro war das ein klarer Vorteil, da ich auf dem Smartphone-Display sofort gesehen habe, was ich im Bild habe, wie der Bildausschnitt passt und ob der Fokus sitzt. Das Gehäuse lag mit Tray sehr gut in der Hand, ohne Tray wäre es deutlich unhandlicher. Durch gute Tarierung und sauberen Trim war das Filmen insgesamt stressfrei. Lediglich beim Aufstieg aufs Boot bei starkem Wellengang war das relativ große Setup etwas sperrig, unter Wasser selbst empfand ich die Bedienung aber als angenehm und ruhig. Nach ein bis zwei Tauchgängen war das Handling für mich komplett intuitiv.
Touchscreen unter Wasser: funktioniert das wirklich?
In meinem Test hat der Touchscreen unter Wasser überraschend gut funktioniert. Ich bin ohne Handschuhe getaucht und ja, man muss etwas fester drücken als an Land, die Bedienung war aber durchgehend problemlos möglich, vor allem in Kombination mit der gut umgesetzten App. Auch bei Strömung ließ sich das Smartphone zuverlässig bedienen, ohne dass es frustig wurde oder man mehrere Anläufe brauchte. Nur einmal hatte ich Schwierigkeiten, das lag aber klar an mir, weil ich das Smartphone versehentlich leicht feucht ins Gehäuse eingesetzt hatte. Abgesehen von diesem eigenen Fehler hat der Touchscreen im Taucheinsatz genau das gemacht, was er soll, und ist für mich eine der größten Stärken des SeaTouch 4 Max.

Bild- und Videoqualität mit dem SeaTouch 4 Max im Test
Gefühlt war die Bild- und Videoqualität mit dem Smartphone im SeaTouch 4 Max deutlich besser als das, was ich von einer GoPro gewohnt bin. Farben wirken natürlicher, Details sind klarer und vor allem der Fokus sitzt zuverlässiger, gerade bei bewegten Motiven. Das große Display hilft enorm, weil man schon unter Wasser sieht, ob der Bildausschnitt passt und die Aufnahme wirklich scharf ist.
Bei Fischen fallen vor allem die natürlichen Farben und feinen Details auf, selbst bei wechselnden Lichtverhältnissen am Riff.

Die Schildkröte aus Dhigurah konnte ich sehr nah filmen, ohne Hektik. Gerade im Video sieht man, wie ruhig der Fokus bleibt und wie sauber die Bewegungen eingefangen werden.
Besonders eindrucksvoll war Jawgina, eine Tigerhai Dame aus Fuvahmulah, selbst mit dem verletzten Kiefer. Trotz Größe und Bewegung sitzt der Fokus und die Aufnahme wirkt klar und kontrolliert.

Vor- und Nachteile aus meiner Erfahrung mit dem DIVEVOLK SeaTouch 4 Max
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Sehr hochwertige Verarbeitung, das Gehäuse wirkt massiv und vertrauenswürdig | Größeres Volumen als klassische Actioncams |
| Touchscreen unter Wasser funktioniert zuverlässig und ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal | |
| Deutlich bessere Kontrolle über Bildausschnitt, Fokus und Schärfe als bei einer GoPro | |
| Sehr gute Bild- und Videoqualität durch Nutzung der Smartphone-Kamera | |
| Sicheres Handling mit Tray, Handschlaufe und zusätzlicher Sicherung | |
| Erweiterbar mit Dome, Filtern und weiterem Zubehör | |
| Ideal für ruhiges Filmen und gezielte Motive |
Setup & Vorbereitung vor dem Tauchgang
Beim SeaTouch 4 Max steht und fällt vieles mit der Vorbereitung an der Oberfläche. Assistive Touch sollte aktiviert sein, das Display auf hohe Helligkeit gestellt und die Unterwasserkamera-App idealerweise schon vor dem Abtauchen geöffnet werden. Wenn man das vergisst, wird es unter Wasser schnell nervig, weil erst der PIN eingegeben und danach die App gestartet werden muss, ist mir gefühlt jeden zweiten Tauchgang passiert..

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Speicherplatz auf dem Smartphone. Ich habe während eines Tauchgangs tatsächlich unter Wasser Facebook und ein paar andere Apps gelöscht, weil der Speicher voll war und nichts mehr ging. Das funktioniert zwar, ist aber ungefähr so entspannt wie es klingt. Wer sich das sparen will, sorgt besser vorher für genug freien Speicher und kann sich unter Wasser voll aufs Filmen konzentrieren 🙂
Für wen eignet sich das DIVEVOLK SeaTouch 4 Max nicht?
Nicht jeder Taucher wird mit dem DIVEVOLK SeaTouch 4 Max glücklich, denn das System richtet sich klar an Nutzer, die bewusst mit Kamera und Setup tauchen möchten und nicht an alle, die einfach nur draufhalten wollen.
❌ Für Taucher, die eine reine Plug-and-Play-Lösung suchen und ohne Vorbereitung einfach losfilmen wollen
❌ Für Minimalisten, die möglichst leicht und ultrakompakt reisen möchten
❌ Für alle, die keine Lust auf Apps und Einstellungen haben und sich vor dem Tauchgang nicht mit Setup beschäftigen wollen
❌ Für Gelegenheitsfilmer, die nur ein paar einfache Urlaubsclips ohne Anspruch aufnehmen möchten