Wenn wir an Tauchurlaub denken, landen wir im Kopf sofort in Ägypten oder auf den Malediven. Dabei liegt mit dem Mittelmeer ein Revier vor unserer Haustür, das du je nach Ziel sogar mit dem Auto erreichst. Klar, du findest hier keine riesigen Korallenriffe mit tropischen Fischschwärmen. Dafür bekommst du Wracks, Höhlen, Steilwände, Seegraswiesen, Barrakudas, Muränen und Tauchplätze, die ihren ganz eigenen Charakter haben. Ich zeige dir meine besten Tauchspots im Mittelmeer und was dich dort unter Wasser wirklich erwartet.
Die besten Tauchspots im Mittelmeer auf einen Blick
- 🌊 Malta & Gozo: Wracks, Höhlen, Blue Hole und Felsküsten
- ⚓ Zypern: Zenobia-Wrack, klares Wasser und ein Pflichtziel für Wrackfans
- 🪸 Portofino Meeresschutzgebiet (Italien): Gorgonien, Zackenbarsche und Christusstatue
- 🏖️ Elba: Kleine Wracks, Felsriffe, Steilwände und entspannte Inselatmosphäre
- 🐟 Medes-Inseln: Fischreiches Schutzgebiet mit Zackenbarschen, Schwärmen und Grotten
- 🚗 Kroatien: Wracks, Höhlen, Steilwände und gut erreichbare Tauchspots an der Adria
Die besten Tauchspots im Mittelmeer
Die folgenden Regionen gehören für mich zu den absoluten Highlights im Mittelmeerraum.
Malta & Gozo: Wracks, Höhlen und Kalksteinwände
Malta und Gozo sind kein Ziel für bunte Korallengärten im Flachwasser. Die Inseln leben von Kalkstein, Wracks, Tunneln und klaren Sichtweiten. Besonders Gozo wirkt unter Wasser rauer als die anderen Tauchgebiete im Mittelmeer.
Am Blue Hole bei Dwejra tauchst du durch ein natürliches Felsenfenster ins offene Meer. Der Einstieg über das schroffe Karstgestein verlangt mit voller Ausrüstung etwas Trittsicherheit. Direkt daneben führt das Inland Sea durch einen langen Tunnel an eine steile Außenwand. In der Saison fahren dort Ausflugsboote durch, deshalb bleibst du im Tunnel sauber auf Tiefe und nah an der Wand.

Für Wrackfans ist die MV Karwela vor Xatt l-Ahmar der meiner Meinung nach beste Spots auf Gozo. Das Wrack steht aufrecht am Grund, die Schraube liegt im Bereich um 40 Meter. Als frischer OWD ist das kein sinnvoller Spot, du solltest schon die AOWD oder Deep Zertifizierung haben. Auf Malta selbst sind Cirkewwa mit Rozi und P29 bekannt. Wenn du einen ruhigeren Platz mit Höhlenlicht und Kalkstein suchst, schau dir Ghar Lapsi an.

Kurzcheck: Malta & Gozo
- 🤿 Erfahrungslevel: OWD bis erfahrene Taucher, je nach Spot
- 📏 Tiefe: ca. 10 bis über 40 Meter
- ⚓ Top-Spots: Blue Hole, Inland Sea, MV Karwela, Ghar Lapsi, Cirkewwa, Rozi, P29
- 🐟 Highlights: Wracks, Tunnel, Kalksteinwände, Muränen, Drachenköpfe, Zackenbarsche
- 📅 Beste Reisezeit zum Tauchen in Malta: Mai bis Oktober
- 🧥 Anzug: 5 mm im Hochsommer, sonst eher 7 mm Halbtrocken mit Eisweste oder Trockentauchanzug
- ⚠️ Mein Tipp: Viele starke Spots gehen über 18 Meter. Klär vorab, welche Tauchgänge mit deinem Brevet möglich sind.
Zenobia Wrack, Zypern
Die Zenobia vor Larnaka ist definitiv kein Anfängertauchplatz. Die schwedische Fähre war 172 Meter lang, sank am 7. Juni 1980 auf ihrer Jungfernfahrt und liegt heute auf der Seite in 19 bis 42 Metern Tiefe. An Bord waren über 100 Fahrzeuge und LKWs, was das Wrack unter Wasser eher wie ein gekipptes Parkhaus wirken lässt als wie ein klassisches Schiff.
Der obere Bereich liegt noch im OWD Bereich, viele der spannenden Strukturen befinden sich aber zwischen 20 und 40 Metern. Als OWD kannst du je nach Basis einen äußeren Eindruck bekommen. Für den eigentlichen Zenobia Tauchgang sind aber Advanced Open Water, Tiefenerfahrung und je nach Basis das Deep-Brevet erforderlich.

„Turtle Zenobia Cyprus“ (Public Domain) by amanderson2
Im Inneren wird es dunkel, eng und unübersichtlich. Fahrzeugdecks, Türen, Schächte und Frachträume gehören nur auf deinen Plan, wenn du schon Wrackerfahrung hast und der Guide passt. Wenn dich solche Tauchgänge reizen, findest du hier meinen Beitrag zum Wracktauchen in Europa. Aufgrund der Beliebtheit ist es hier je nach Jahreszeit recht voll mit Booten.
Kurzcheck: Zenobia Wrack
- 🤿 Erfahrungslevel: Fortgeschrittene bis erfahrene Wracktaucher
- 📏 Tiefe: ca. 19 bis 42 Meter
- ⚓ Top-Spots: Außenbereich, Fahrzeugdeck, LKW-Ladung, tiefere Wrackbereiche mit Guide
- 🐟 Highlights: 172 Meter Fähre, LKWs, Barrakudas, Zackenbarsche, Muränen und gelegentlich Schildkröten
- 📅 Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
- 🧥 Anzug: 5 – 7 mm im Sommer, Bei mehreren Tauchgängen oder im Winter Trockentauchanzug
- ⚠️ Mein Tipp: Plane Zenobia nicht als Anfänger ein. Für das Wrack brauchst du gute Tarierung, Tiefenerfahrung und Respekt vor Overhead Bereichen.
Portofino, Italien: Gorgonien, Zackenbarsche und kurze Bootsfahrten
Portofino hat mich besonders positiv überrascht. Wir waren zuletzt über Ostern dort und sind von Camogli aus getaucht. Von uns aus waren es rund sechs Stunden mit dem Auto, die Ausfahrten zu den Tauchplätzen dauerten dafür aber nur 5 bis 15 Minuten. Das ist angenehm, weil du nicht ewig auf dem Boot sitzt. Getaucht sind wir mit B&B Diving. Die Basis kann ich empfehlen, nur das Parken im Zentrum von Camogli ist nervig.

Unter Wasser bekommst du im Meeresschutzgebiet Portofino genau das, was viele im Mittelmeer unterschätzen: farbige Gorgonien, Weichkorallen und Seegraswiesen. Auf unseren Tauchgängen waren Zackenbarsche und Barrakudas praktisch immer mit dabei. Je nach Spot war das Wasser ruhig, an anderen Plätzen aber spürbar Strömung. Unser Highlight war Punta Chiappa mit vielen Barrakudas.

Der berühmte Cristo degli Abissi ist als Sehenswürdigkeit bekannt, ist taucherisch für mich aber nicht der spannendste Spot. Die Statue ist nett, die Sicht war gut und es gab Fischleben, trotzdem liefern die Wände und Gorgonienplätze aus meiner Sicht mehr. Für Schnorchler ist der Christus dafür interessant, weil man ihn bei passenden Bedingungen auch von oben sehen kann.
Kurzcheck: Portofino
- 🤿 Erfahrungslevel: Anfänger bis Fortgeschrittene, je nach Spot und Strömung
- 📏 Tiefe: ca. 10 bis 40 Meter
- ⚓ Top-Spots: Cristo degli Abissi, Punta Chiappa, Colombara, Mohawk Deer, Dragone
- 🐟 Highlights: Farbige Gorgonien, Seegraswiesen, große Zackenbarsche, Barrakudas und Steilwände
- 📅 Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, im Sommer mit besseren Chancen auf wärmeres Wasser und bessere Sicht
- 🧥 Anzug: 7 mm oder Halbtrocken im Frühjahr. Im Sommer je nach Kälteempfinden 5 bis 7 mm. Wir waren über Ostern mit dem Trocki unterwegs
- ⚠️ Mein Tipp: Unterschätz die Sprungschicht nicht. Bei uns gab es oben rund 18 °C an, ab etwa 10 Metern waren es eher 15 °C. Auch im Sommer, wenn es oben 25 Grad oder mehr hat, ist es unten bei 15 °C. Trocken tauchen ist angenehm im Wasser, an Land bei Sonne und voller Ausrüstung aber anstrengend.
Elba, Italien: Entspanntes Tauchen mit Inselgefühl
Elba ist für mich kein Revier, das Malta, Portofino oder die Zenobia bei den spektakulären Einzelspots schlägt. Die Insel punktet anders: kurze Wege, entspannte Basen, schöne Felsriffe, rote Gorgonien und Tauchgänge, die sich sehr gut mit einem Italienurlaub verbinden lassen.
Besonders spannend finde ich die Gegend rund um Morcone und Capoliveri. Spots wie die Steilwand Kap Stella, La Corbella oder Scoglio Che Bra liefern Steilwände, Schwämme, Gorgonien, Muränen, Oktopusse und mit Glück Adlerrochen oder größere Zackenbarsche. Viele Plätze liegen nur wenige Bootsminuten entfernt, was Elba für mehrere Tauchtage angenehm macht.
Der bekannteste flache Spot ist Elviscot Pomonte. Das Wrack liegt vor Pomonte in geringer Tiefe und eignet sich deshalb auch für weniger erfahrene Taucher und bei ruhigem Wasser sogar zum Schnorcheln auf Elba. Früh da sein lohnt sich! Der Strand ist klein, steinig und später kommen Badegäste, Tretboote und Ausflugsboote dazu. Als kleiner Spezialspot kommt noch das BN-2A Islander Flugzeugwrack vor Capoliveri dazu, das in rund 13 Metern Tiefe auf Sand und Posidonia liegt.

Kurzcheck: Elba
- 🤿 Erfahrungslevel: Anfänger bis Fortgeschrittene
- 📏 Tiefe: ca. 6 bis 35 Meter, je nach Spot
- ⚓ Top-Spots: Stella Riff, La Corbella, Scoglio Che Bra, Corbelli, Elviscot Pomonte, BN-2A Islander
- 🐟 Highlights: Rote Gorgonien, Muränen, Oktopusse, Zackenbarsche, Schwämme, Seegraswiesen und flache Wracks
- 📅 Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, Pfingsten als ruhiger Zeitraum vor der Hauptsaison
- 🧥 Anzug: 7 mm oder Trocki im Frühjahr, 5 bis 7 mm im Sommer je nach Kälteempfinden
- ⚠️ Mein Tipp: Elviscot Pomonte klingt nach entspanntem Strandspot, kann bei Strömung, Booten und schlechter Sicht nervig werden. Möglichst früh hin.
Medes Inseln, Spanien: Zackenbarsche, Grotten und Fischdichte vor L’Estartit
Die Medes Inseln vor L’Estartit sind der Spot im Mittelmeer, wenn du sehen willst, was Schutzgebiete bewirken können. Hier geht es nicht um ein einzelnes Wrack oder eine berühmte Statue, sondern um Fischdichte, Zackenbarsche, Barrakudas, Grotten, Seegras und Felswände voller Leben.
Das Gebiet ist streng geschützt und die Tauchgänge sind geregelt, es gibt teilweise einen rotierenden Plan welche Tauchbasis wann wo tauchen darf. Besonders stark sind Spots mit Grotten und Durchbrüchen wie Dofí, Cova de la Vaca oder Cova de la Sardina.
Für Unterwasserfotografen sind die Medes Inseln einer der besten Mittelmeer Spots in diesem Guide. Du bekommst große Fische, Schwärme, Muränen, Oktopusse, Gorgonien und Lichtspiele in den Grotten. Die Region ist allerdings kein Geheimtipp. In L’Estartit gibt es viele Tauchbasen, deshalb lohnt sich frühes Planen in der Saison.
Kurzcheck: Medes Inseln
- 🤿 Erfahrungslevel: Anfänger bis Fortgeschrittene, je nach Spot und Grottendurchgang
- 📏 Tiefe: ca. 10 bis 35 Meter
- ⚓ Top-Spots: Dofí, Cova de la Vaca, Cova de la Sardina, Tascons, Carall Bernat
- 🐟 Highlights: Große Zackenbarsche, Barrakudas, Muränen, Oktopusse, Gorgonien, Grotten und Fischschwärme
- 📅 Beste Reisezeit: Juni bis September für viel Leben, Frühjahr für kühleres und klareres Wasser
- 🧥 Anzug: 7 mm oder Trocki im Frühjahr, 5 bis 7 mm im Sommer je nach Kälteempfinden
- ⚠️ Mein Tipp: Plane die Medes Inseln nicht als spontanen Geheimspot. Die Tauchplätze sind beliebt und schnell voll.
Kroatien: Wracks, Steilwände und Oktopusse an der Adria
Kroatien ist der Auto-Joker unter den Tauchspots im Mittelmeer. Du kannst die eigene Ausrüstung ins Auto werfen und mehrere Regionen verbinden. Unter Wasser bekommst du Felsküsten, Steilwände, Höhlen, Wracks und viele Plätze, die deutlich rauer wirken als ein klassischer Urlaubstauchgang.

Spannend sind vor allem Istrien, Kvarner, Vis, Kornati und Dalmatien. Dort findest du Wracks, Felswände, Grotten, Gorgonien und immer wieder Oktopusse, die sich zwischen Steinen und Muschelschalen verstecken. Eine Lampe gehört hier für mich in die Tasche, sonst schwimmst du an vielen Tieren vorbei.
Kurzcheck: Kroatien
- 🤿 Erfahrungslevel: Anfänger bis Fortgeschrittene, je nach Spot
- 📏 Tiefe: ca. 10 bis 40 Meter
- ⚓ Top-Spots: Istrien, Kvarner, Vis, Kornati, Dalmatien, Wracks rund um Pula
- 🐙 Highlights: Oktopusse, Wracks, Höhlen, Steilwände, Gorgonien, Drachenköpfe und Langusten
- 📅 Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
- 🧥 Anzug: 5 bis 7 mm im Sommer, 7 mm oder Trocki im Frühjahr und Herbst
- ⚠️ Mein Tipp: Kroatien klingt nach Badeurlaub, wird unter Wasser aber felsig, tief und kühl. Plane nicht nur nach Lufttemperatur.
Welche Ausrüstung brauchst du fürs Tauchen im Mittelmeer?
Der größte Fehler im Mittelmeer: Denken, dass es bei 30 Grad an Land auch unter Wasser warm ist. Falsch. Oben hat das Wasser im Hochsommer zwar mal 26 bis 27 Grad, ab 10 bis 20 Metern Tiefe kommt die Sprungschicht (Thermokline). Danach hat es schlagartig oft nur noch 15 Grad.
Wenn du online liest, reicht angeblich oft ein 5-mm-Neoprenanzug. Das kann man so pauschal nicht sagen. Jeder ist anders gebaut und hat mehr oder weniger Fett (Biopren). Meine Freundin (und Buddy) friert selbst bei 25 Grad. Deshalb planen wir lieber wärmer.
- 🥶 Anzug: Wir tauchen im Mittelmeer fast nur im Trocki. Im Hochsommer geht für kurze, flachere Tauchgänge natürlich auch ein 5 mm oder 7 mm Anzug. Das Anrödeln im Trocki bei 30 Grad an Land ist sauheiß. Unter Wasser bereust du die Entscheidung nicht. Das muss jeder selbst abwägen.
- 🐋 Boje & Spool: Je nach Tauchgebiet und Erfahrung kannst du im Mittelmeer auch ohne Guide tauchen. Dann musst du navigieren können, einen Kompass dabeihaben und den Rückweg planen. Vor allem brauchst du eine Boje mit Spool. Wenn du den Einstieg, das Boot oder die Ausstiegsleine nicht mehr findest und im Freiwasser auftauchst, musst du für Boote sichtbar sein. Boje setzen sollte sitzen, bevor du sie im Urlaub brauchst.
- 🖥️ Tauchcomputer: Ohne eigenen Computer geht nichts. Blind der Flosse vor dir hinterherzutauchen ist gefährlich. Gerade bei tiefen Tauchgängen (Wracks, Steilwände) rutschst du im Mittelmeer ganz schnell mal in die Deko. Du musst dein eigenes Profil permanent im Blick haben.
- 🔦 Tauchlampe: Absolutes Must-have, auch am Tag. Das Mittelmeer lebt nicht von riesigen, bunten Fischschwärmen wie das Rote Meer. Der Spaß liegt darin, die kleinen, versteckten Tiere wie Muränen oder Oktopusse in den Felsspalten zu suchen. Ohne Lampe siehst du dort nur schwarze Löcher. Dazu kommt der Farbverlust ab 20 Metern, erst mit Licht siehst du die echten Farben der Gorgonien. Im Tauchlampe Test findest du passende Modelle.
- 🧤Kopfhaube & Handschuhe: Auf keinen Fall vergessen. Ohne Handschuhe wird es bei mehreren Tauchgängen am Tag oder langen Wandtauchgängen schnell ungemütlich (5 mm reichen meistens). Im Hochsommer geht es flach auch mal ohne Haube oder mit 3 mm. Aber rund um Ostern, wenn es in der Tiefe Richtung 15 Grad geht, sind eine 5-mm-Haube und Handschuhe Pflicht. Wer am Kopf friert, geht früher hoch 😉
- ☀️ Korallenfreundliche Sonnencreme: Je nach Boot gibt es oft null Schatten. Gesicht eincremen ist Pflicht – auch im Winter! Aber bitte zwingend riffsicher. Die Mittelmeer-Riffe haben es eh schon schwer genug.
Welche Tiere kann man beim Tauchen im Mittelmeer sehen?
Wenn du im Mittelmeer Großfisch wie auf den Malediven erwartest, wirst du mit Sicherheit enttäuscht. Im Mittelmeer liegt der Reiz beim Suchen in Felsspalten, über Seegraswiesen und an Steilwänden nach versteckten Jägern, Makroleben und Tieren, die man ohne Lampe schnell übersieht.
✅ Das siehst du fast immer
Mönchsfische, Brassen und Lippfische begleiten dich bei fast jedem Tauchgang. Sie stehen über Felsriffen, ziehen durchs Seegras oder sammeln sich an Wracks und Steilwänden.

Spannend wird es in gut geschützten Gebieten wie Portofino oder den Medes-Inseln. Dort siehst du, was Schutzgebiete ausmachen. Große Zackenbarsche, Barrakudas im Freiwasser und Fische, die weniger scheu wirken als an stark befischten Küstenabschnitten.
🔦Bei der Suche in Spalten und Höhlen
Viele der Tiere schwimmen im Mittelmeer nicht offen vor dir herum, sondern sitzen im Fels. Mit Licht entdeckst du plötzlich einen Oktopus in seiner kleinen Burg aus Muschelschalen oder eine Muräne, die aus der Spalte schaut.

Dazu kommen getarnte Drachenköpfe, Skorpionsfische und große Langusten, die ihre Fühler aus dem Dunkeln strecken. Genau dieses Suchen macht für mich die Mittelmeer-Tauchgänge spannend.
🔍Für Detailliebhaber und Makro-Fans
Wenn du den Blick schärfst, findest du auch kleines Zeug: Nacktschnecken, Garnelen, Krebse, Sepien und Kalmare. Das ist nicht Raja Ampat, aber für Makro-Fans trotzdem interessant.
Unterschätz auch den Bewuchs nicht. Viele Wände sind voller Schwämme, Gorgonien und Seegras. Ab Tiefe verschwindet Rot ohne Lampe schnell, deshalb wirken Gorgonienwände im Umgebungslicht oft grau. Erst im Lichtkegel siehst du, wie viel Farbe wirklich an der Wand hängt.
🍀Der absolute Jackpot
Meeresschildkröten, Adlerrochen, Delfine, Mondfische oder kleinere Haie sind selten. Rund um Zypern hast du bei Schildkröten bessere Chancen. Adlerrochen tauchen vereinzelt auf, Delfine sieht man eher vom Boot als beim Gerätetauchen.
Haie würde ich im Mittelmeer definitiv nicht als Erwartung einplanen. Mein Guide in Portofino hat uns erzählt, dass er in 20 Jahren täglichem Tauchen genau einen kleinen Hai gesehen hat. Weiße Haie gibt es im Mittelmeer, für normale Sporttaucher sind sie aber praktisch kein Thema.
⚠️Gefährliche Fische im Mittelmeer
Gefährliche Fische sind beim Tauchen im Mittelmeer kein Grund zur Panik, trotzdem solltest du wissen, welche Tiere du nicht anfassen oder bedrängen darfst. Einen ausführlichen Überblick findest du in meinem Beitrag über gefährliche & giftige Fische im Mittelmeer und speziell zum Verhalten von Drückerfischen beim Tauchen.
Welche Mittelmeer-Region passt zu dir?
Nicht jeder Tauchspot im Mittelmeer passt zu jedem Taucher. Manche Regionen leben von Wracks und Tiefe, andere von Schutzgebieten, Fischreichtum oder entspannter Inselatmosphäre. Diese Übersicht hilft dir bei der schnellen Auswahl.
| Du suchst | Dann passt | Warum |
|---|---|---|
| Viele Wracks | Malta & Gozo, Zypern, Kroatien | Malta und Gozo liefern mehrere bekannte Wracks, Zypern hat mit der Zenobia einen der stärksten Wracktauchgänge im Mittelmeer und Kroatien bietet viele Wracks entlang der Adria. |
| Fischreichere Tauchgänge | Medes-Inseln, Portofino | Beide Gebiete sind geschützt und zeigen, wie lebendig das Mittelmeer sein kann. Große Zackenbarsche, Barrakudas, Schwärme und Gorgonien stehen hier im Fokus. |
| Kurze Anreise mit Auto | Kroatien, Elba, Portofino | Diese Ziele eignen sich gut für Taucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wenn du keinen Flug möchtest. Portofino ist für uns mit dem Auto in rund sechs Stunden erreichbar. |
| Anfängerfreundliche Tauchgänge | Elba, Malta, Kroatien | Hier findest du viele Basen, flachere Spots und Tauchplätze mit moderaten Profilen. Bei Malta musst du trotzdem genau auf die geplante Tiefe achten. |
| Wrack Highlight statt Rundreise | Zypern | Die Zenobia ist ein Ziel für sich. Wenn du ein großes Wrack mit Tiefe, Struktur und Geschichte suchst, ist Zypern stärker als ein normaler Badeurlaub mit ein bisschen Tauchen. |
| Gorgonien und Steilwände | Portofino, Elba, Kroatien | Diese Regionen liefern Felswände, rote Gorgonien, Schwämme und mediterrane Topografie statt tropischem Riffbild. |
| Höhlen, Tunnel und Felskanten | Malta & Gozo, Kroatien | Gozo punktet mit Blue Hole, Inland Sea und Kalksteinwänden. Kroatien bringt viele Felslandschaften, Höhlen und Steilwände an der Adria. |
| Unterwasserfotografie | Medes-Inseln, Portofino, Malta & Gozo | Medes liefert Fisch und Zackenbarsche, Portofino Gorgonien und große Barsche, Malta und Gozo bringen Wracks, Felskanten und Lichtspiele. |
| Fortgeschrittene Tauchgänge mit Tiefe | Zypern, Malta & Gozo, Portofino | Zenobia, MV Karwela, tiefe Wände und Strömung machen diese Regionen spannender für Taucher mit Erfahrung, guter Tarierung und sicherem Umgang mit Tiefe. |
Beste Reisezeit zum Tauchen im Mittelmeer
Malta, Zypern, Kroatien, Portofino, Elba und die Medes Inseln liegen zwar alle im Mittelmeerraum, tauchen sich aber nicht gleich. Wassertemperatur, Sicht, Wind, Bootsverkehr und Sprungschichten unterscheiden sich je nach Zeitraum.
| Zeitraum | Einschätzung |
|---|---|
| April bis Juni | Ruhiger als im Hochsommer, weniger Boote, weniger Badegäste, dafür kühleres Wasser. Für Portofino, Elba und Kroatien würde ich wärmeren Kälteschutz einpacken. |
| Juli bis August | Warm an Land, volle Orte, teurere Unterkünfte und mehr Bootsverkehr. Für kurze Urlaubstauchgänge angenehm, bei tiefen Spots kann die Sprungschicht trotzdem kalt werden. |
| September bis Oktober | Für mich die beste Mischung aus warmem Wasser, besserer Planbarkeit und weniger Trubel. Viele Regionen sind nach dem Sommer noch angenehm, ohne komplett überlaufen zu sein. |
| November bis März | Möglich, aber stark abhängig von Region, Wind, Basisbetrieb und Kälteschutz. Einige Basen fahren reduziert oder schließen zeitweise. Ohne gute Kälteplanung würde ich diese Zeit nicht wählen. |
Meine persönliche Wahl ist September oder Oktober. Dann ist das Wasser vom Sommer noch aufgeheizt, die Hauptsaison lässt nach und die Tauchplätze sind weniger voll. Für Wracks, Steilwände und mehrere Tauchgänge pro Tag würde ich trotzdem nie nur auf die Oberflächentemperatur schauen. Die Sprungschicht entscheidet unter Wasser mehr als die Wetter App.
Häufige Fragen
Für Wracks und Höhlen sind Malta, Gozo und Zypern stark. Für Fischreichtum und große Zackenbarsche passen die Medes-Inseln und Portofino. Elba und Kroatien sind gute Ziele, wenn du Tauchen mit einem entspannten Urlaub oder einer Anreise mit dem Auto verbinden willst.
Ja, wenn du die richtigen Spots auswählst. Elba, Kroatien und einige Plätze auf Malta eignen sich gut für entspannte Tauchgänge. Tiefe Wracks wie die Zenobia auf Zypern oder die MV Karwela auf Gozo sind nichts für frische Open Water Diver.
September und Oktober sind für viele Regionen die beste Mischung aus warmem Wasser, weniger Trubel und weniger Bootsverkehr. Im Frühjahr ist es ruhiger, aber kühler. Im Juli und August ist es warm, voll und an vielen Küsten deutlich belebter.
Für kurze, flache Sommertauchgänge kann ein 5 mm Anzug reichen. Bei tieferen Tauchgängen, mehreren Tauchgängen am Tag oder Reisen im Frühjahr und Herbst würde ich wärmer planen. Die Sprungschicht kann ab 10 bis 20 Metern deutlich kälter sein als die Oberfläche.
Haie gibt es im Mittelmeer, beim normalen Sporttauchen sind Sichtungen aber extrem selten. Du solltest also keine Haie erwarten, musst dir wegen Haien aber auch keine Sorgen machen.
Mein Fazit zum Tauchen im Mittelmeer
Tauchen im Mittelmeer ist kein Ersatz für das Rote Meer, aber genau deshalb spannend. Du bekommst weniger Farben, aber Wracks, Felsspalten, Grotten, Sprungschichten, Gorgonien und Tauchgänge, bei denen du genauer hinschauen musst.
Wer Wracks sucht, fährt nach Malta, Gozo oder Zypern. Für Fischdichte passen die Medes-Inseln und Portofino. Für entspannte Tauchreisen mit kurzer Anreise sind Elba und Kroatien stark.
