Der Cressi Raffaello fällt vorallem durch sein großes Display und das flache Design auf. Im Cressi Raffaello Test schaue ich mir an, wie gut sich die Anzeige wirklich ablesen lässt und wie zuverlässig er dich beim Tauchen unterstützt. Du erfährst, ob er nur auf dem Papier gut klingt oder auch unter Wasser überzeugt.
Das Wichtigste auf einen Blick
➡️ Produkttyp: Digitaler Tauchcomputer (Allrounder für Freizeit- und fortgeschrittene Taucher)
✅ Ideal für: Freizeit- und fortgeschrittene Taucher, die ein großes Display und einfache Bedienung wollen
❌ Nicht ideal für: Taucher, die integriertes Bluetooth ohne Zusatzgerät erwarten
⚖️ Gewicht: ca. 90 g
💡 Besonderheit: Großes, sehr gut ablesbares Display, flaches Design, integrierter Kompass und Multi-Gas-Funktion
⚙️ Technische Daten & Besonderheiten
- Display: Großes, rechteckiges High-Contrast Display mit Hintergrundbeleuchtung
- Material: Kratzfestes Borosilikatglas und ein mit Mikro-Nanofasern verstärktes Gehäuse (leicht & stoßfest)
- 4 Tauchmodi: Luft, Nitrox, Gauge (Tiefenmesser) und Apnoe (Freitauchen)
- Gas-Management: Bis zu 3 Gasgemische unter Wasser wechselbar
- Algorithmus: Cressi RGBM (inkl. Deep Stops und Ceiling-Anzeige)
- Sicherheit: Einstellbarer Sicherheitsfaktor (SF0, SF1, SF2) und pO₂-Werte (1,2 – 1,6 bar)
- Navigation: Integrierter digitaler Kompass
- Anpassung: Automatische Höhenanpassung für Bergseetauchen
- Bedienung: Zwei robuste Metallknöpfe für intuitive Menüführung (auch mit Handschuhen)
- Logbuch: Speicher für bis zu 50 Tauchgänge pro Modus (ca. 70 Stunden)
- Service-Features: Reset-Funktion für den Stickstoffspeicher (z. B. für Verleih oder Schulung)
- Bauweise: Ultraflaches Design für hohen Tragekomfort
- Batterie: Vom Nutzer wechselbare CR2430 mit Laufzeit von bis zu 4 Jahren
- Konnektivität: Optionales Bluetooth-Interface für die Cressi App (separat erhältlich)
🔍 So habe ich getestet
Ich habe den Cressi Raffaello bei insgesamt 8 Tauchgängen getestet, darunter 4 Tauchgänge im Bodensee und 4 im Mittelmeer bei Portofino. Zusätzlich habe ich alle Funktionen an Land in Ruhe durchgegangen und die Menüführung getestet.
Im Fokus standen für mich vor allem Ablesbarkeit unter Wasser, Bedienung mit Handschuhen und wie intuitiv sich der Computer während des Tauchgangs nutzen lässt.
👀 Erster Eindruck & Verarbeitung des Cressi Raffaello
Die gelb schwarze Verpackung ist wie bei vielen anderen Cressi Produkten sehr ansehnlich und macht einen guten ersten Eindruck. Der Computer selbst fühlt sich robust an, ohne dabei klobig zu wirken. Das Armband ist sehr lang, was gerade mit dickem Neopren oder im Trocki echt praktisch ist.

Am Handgelenk sitzt der Raffaello angenehm und wirkt nicht übergroß. Das Display ist groß und übersichtlich aufgebaut. Die wichtigsten Werte wie Tiefe und Nullzeit werden groß dargestellt und sind auch auf einen schnellen Blick gut erkennbar. Der integrierte Kompass fügt sich sauber ins Layout ein und wirkt nicht überladen.

🤓 Display & Bedienung: Lesbarkeit unter Wasser, Menüführung & Tastenreaktion
Die erste Einrichtung geht relativ schnell, wenn du dich einmal durch das Menü geklickt hast und Datum & Uhrzeit eingestellt hast. Die zwei Knöpfe haben einen klaren Druckpunkt und lassen sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Die Menüführung ist generell einfach gehalten. Eine bebilderte Anleitung liegt bei, allerdings nur auf Englisch. Wenn du damit Probleme hast, solltest du dir direkt die deutsche Anleitung online herunterladen.

Unter Wasser spielt der Cressi Raffaello seine größte Stärke aus. Das Display ist klar strukturiert und die wichtigsten Werte wie Tiefe und Nullzeit sind deutlich größer dargestellt als bei vielen anderen Computern. Gerade bei schlechter Sicht oder wenn du kurz drauf schaust, erkennst du alles sofort.
🤿 Praxistest: Wie überzeugt der Cressi Raffaello im Tauchalltag?
Im Tauchalltag macht der Cressi Raffaello genau das, was man sich von einem zuverlässigen Computer wünscht: Er funktioniert unauffällig und lässt dich in Ruhe tauchen.
Gerade bei schlechterer Sicht war das große Display ein echter Vorteil. Du erkennst Tiefe und Nullzeit sofort, ohne lange hinschauen zu müssen. Im Mittelmeer bei viel Licht bleibt die Anzeige ebenfalls gut ablesbar und spiegelt nicht störend.

Während des Tauchgangs wirkt der Computer angenehm unkompliziert. Die wichtigsten Infos sind klar angeordnet, nichts wirkt überladen. Auch der Wechsel zwischen den Anzeigen funktioniert ohne Stress über die zwei Tasten.
Der integrierte Kompass ist praktisch, ersetzt aber keinen High-End-Kompass. Für einfache Navigation reicht er völlig aus, gerade wenn du mal kurz die Richtung checken willst.
Was mir positiv aufgefallen ist: Der Raffaello bleibt ruhig. Keine unnötigen Alarme, keine verwirrenden Anzeigen. Du kannst dich auf deinen Tauchgang konzentrieren, ohne ständig vom Computer abgelenkt zu werden.
Unterm Strich ist das genau die Art von Tauchcomputer, die im Alltag überzeugt, weil sie nicht im Weg ist, sondern einfach zuverlässig mitläuft.
Was mir gefällt & was besser sein könnte
| 👍 Was mir gefällt | 👎 Was besser sein könnte |
|---|---|
| Sehr gut ablesbares, großes Display (auch bei schlechter Sicht) | Bluetooth nur über zusätzliches Interface nutzbar |
| Intuitive 2-Knopf-Steuerung (auch mit Handschuhen) | Gedruckte Anleitung nur auf Englisch |
| Sehr flaches Design (bleibt nicht am Jacket hängen) | |
| Robuste Bauweise (Borosilikatglas & Metallknöpfe) | |
| Kompass und Mehrgas-Funktion |
📲 Bluetooth & Datenübertragung
Der Cressi Raffaello hat kein integriertes Bluetooth. Wenn du deine Tauchgänge aufs Smartphone oder den PC übertragen willst, brauchst du ein separates Bluetooth-Interface von Cressi*.
Das bedeutet für dich ganz klar: zusätzliche Kosten und ein extra Teil, das du mitnehmen musst. Die Auswertung über die App funktioniert dann problemlos, aber „out of the box“ geht es eben nicht.
Gerade wenn dir das Logbuch auf dem Handy wichtig ist, solltest du das vor dem Kauf einplanen.
Cressi Raffaello vs. Leonardo vs. Mares Puck 4
Diese drei Tauchcomputer landen bei vielen in der engeren Auswahl, weil sie preislich relativ nah beieinander liegen. In der Praxis unterscheiden sie sich aber deutlich:
- Der Cressi Raffaello ist klar die modernste Variante. Du bekommst ein großes Display, zwei Tasten für eine deutlich angenehmere Bedienung und Features wie Kompass und Multi-Gas, die dir auch später noch etwas bringen.
- Der Cressi Leonardo geht in eine ganz andere Richtung. Er ist extrem simpel aufgebaut und funktioniert zuverlässig, aber die Ein-Knopf-Bedienung kann im Alltag schnell nerven. Gerade wenn du Einstellungen ändern willst, klickst du dich oft umständlich durch das Menü.
- Der Mares Puck 4 ist so ein Mittelding. Moderner als der Leonardo und technisch interessant durch den Bühlmann-Algorithmus und integriertes Bluetooth. Dafür fehlen ihm Features wie ein Kompass, und vom Bediengefühl bleibt er ein klassischer „Puck“.
Für wen lohnt sich der Cressi Raffaello?
Der Cressi Raffaello ist kein klassischer Einsteiger-Computer, sondern richtet sich eher an Taucher, die etwas mehr wollen als nur die Basics. Du bekommst hier viele Features, die man sonst eher in höheren Preisklassen findet.
✅ Ich empfehle dir den Raffaello besonders, wenn:
- du ein großes Display willst, das du auch bei schlechter Sicht oder schnell zwischendurch direkt ablesen kannst
- du Wert auf ein flaches Design legst, das nicht ständig irgendwo hängen bleibt
- du einen Computer suchst, der mit deinem Level mitgeht (z. B. durch 3 Gasgemische)
- du einen unkomplizierten Computer willst, der dich im Tauchgang nicht nervt
❌ Wer sollte ihn nicht kaufen?
- Wenn dir integriertes Bluetooth wichtig ist und du keine Lust auf ein zusätzliches Interface hast → der Raffaello braucht dafür ein extra Modul
- Wenn du wirklich nur einen einfachen „anstellen und tauchen“-Computer suchst → dann gibt es deutlich simplere Modelle