Das SeaLife SportDiver SL400-U Gehäuse ist eine robuste Lösung für Taucher, die ihre Action-Kamera zuverlässig unter Wasser einsetzen wollen. In meinem SeaLife Sport Diver Test schaue ich mir an, wie sich das Gehäuse in der Praxis schlägt, wie einfach es sich bedienen lässt und wie sicher es bei echten Tauchgängen performt. Egal, ob du Einsteiger bist oder regelmäßig unter Wasser filmst, dieser Test zeigt dir, was du wirklich erwarten kannst.
Das Wichtigste auf einen Blick
➡️ Produkttyp: Smartphone-Unterwassergehäuse mit App
✅ Ideal für: Sporttaucher, Reisende und Content Creator, die ihr Smartphone unter Wasser flexibel nutzen möchten
❌ Weniger geeignet für: Taucher, die eine reine Plug-and-Play-Lösung ohne Setup und App-Nutzung erwarten
🌊 Besonderheit: Unterwasser Zugriff auf Kamera-App statt eines festen Kamerasystems
⚙️ Technische Daten & Besonderheiten
- 📱 Große Smartphone-Kompatibilität: Das Gehäuse passt für viele aktuelle iPhones und Android-Modelle, auch für größere Smartphones mit breitem Display.
- 🌊 Wasserdicht bis 40 Meter: Geeignet für echtes Gerätetauchen, nicht nur fürs Schnorcheln oder flaches Wasser.
- 🧱 Robuste Bauweise: Stabil verarbeitetes Gehäuse, das für regelmäßige Tauchgänge ausgelegt ist und auch mal einen Stoß verzeiht.
- ⚖️ Angenehmes Handling unter Wasser: Liegt ruhig in der Hand und verhält sich im Wasser nahezu neutral, was das Filmen deutlich entspannter macht.
- 🧤 Gut bedienbar mit Handschuhen: Große Tasten und klarer Auslöser lassen sich auch mit Neoprenhandschuhen sicher drücken.
- 📲 Eigene SportDiver-App: Steuerung von Foto und Video, Zoom, Weißabgleich und weiteren Funktionen direkt über die App.
- 🎨 Unterwasser-Farbfilter: Hilft dabei, Farben unter Wasser natürlicher wirken zu lassen, vor allem bei zunehmender Tiefe.
- 🔩 Viele Befestigungsmöglichkeiten: Mehrere Gewinde für Lampen, Trays oder weiteres Zubehör vorhanden.
- 🔋 Lange Laufzeit: Betrieb über Batterien mit ausreichend Reserve für mehrere Tauchgänge.
- 📦 Reisetaugliche Größe: Passt gut ins Handgepäck und lässt sich problemlos mit auf Tauchreisen nehmen.
👀 Erster Eindruck & Verarbeitung
Beim Anfassen macht das SeaLife SportDiver einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse liegt gut in der Hand, ist spürbar stabil und etwas schwerer, was unter Wasser später eher ein Vorteil als ein Nachteil ist. Schon an Land fühlt es sich nach echtem Tauch-Equipment an und nicht nach Spielzeug.

Das Smartphone wird innen sicher fixiert, die Stromversorgung läuft über Batterien, die man direkt im Gehäuse einsetzt. Verschlossen wird das Gehäuse über einen Drehmechanismus, der leicht zu bedienen ist und gleichzeitig sehr vertrauenerweckend wirkt. Beim Schließen merkt man klar, wann alles korrekt sitzt.

Oben am Gehäuse sitzen der Einschalter, Status-LEDs und die Schnittstelle für die Vakuumprüfung. Hier kann man vor dem Tauchgang prüfen, ob das Gehäuse wirklich dicht ist. In der Praxis ist das ein gutes Gefühl, gerade wenn man sein Smartphone nicht leichtfertig fluten will.
Auf der Rückseite befindet sich der Rotfilter, der sich einfach aufsetzen lässt und bei natürlichen Lichtverhältnissen helfen kann, Farben zurückzuholen.

💡 Mein Eindruck nach der Vorbereitung:
Alles wirkt durchdacht, robust und auf Tauchen ausgelegt. Wenn man sich ein paar Minuten Zeit für die Vorbereitung nimmt, startet man mit einem guten Gefühl ins Wasser.
🌊 SeaLife SportDiver im Praxistest
Der folgende SeaLife SportDiver Praxistest basiert auf den Erfahrungen einer befreundeten Taucherin, @meerdurstig auf Instagram. Sie ist eine sehr erfahrene Taucherin mit einer besonderen Liebe zur Makrofotografie und teilt dort regelmäßig beeindruckende Unterwasseraufnahmen. Ihre Einschätzungen stammen aus echter Nutzung über hunderte Tauchgänge hinweg und ergänzen meinen eigenen Test um eine unabhängige Praxisperspektive.
Vakuumpumpe & Dichtigkeitsprüfung vor dem Tauchgang
Die Vakuumpumpe gehört für mich fest zur Vorbereitung vor jedem Tauchgang. Nach dem Einlegen des Smartphones und dem Verschließen des Gehäuses wird über das Ventil ein Unterdruck erzeugt. Anschließend sollte man ein paar Minuten warten und prüfen, ob der Unterdruck stabil bleibt.

Handling & Ergonomie unter Wasser
Von der Ergonomie her hat mich das SeaLife SportDiver im Praxiseinsatz überzeugt. Auch mit kleineren Händen lässt sich das Gehäuse gut bedienen, die Tasten sind erreichbar und sinnvoll platziert. In Kombination mit einem Tray liegt das Gehäuse sicher und stabil in der Hand, was gerade bei Videoaufnahmen für deutlich ruhigere Ergebnisse sorgt.
Unter Wasser wirkt das System ausgewogen und gut kontrollierbar. Es fühlt sich nicht kopflastig an und lässt sich auch über längere Zeit entspannt führen, ohne dass die Hände schnell ermüden.
Rotfilter, Licht und Farbwirkung in der Tiefe
Im Lieferumfang war ein Rotfilter enthalten, der sich leicht auf das Gehäuse aufklicken ließ. In der Handhabung ist das praktisch, in der Praxis zeigten sich jedoch zwei klare Nachteile. Mit eingeschaltetem Licht hatten viele Aufnahmen einen deutlichen Rotstich, was die Farbwirkung eher verschlechtert als verbessert hat.

Zudem neigte der Filter dazu, schnell Kratzer zu bekommen, vor allem wenn er am Gehäuse befestigt war und nicht direkt vor der Linse eingeklickt wurde. Um das Gehäuse vor weiteren Kratzern zu schützen, habe ich zusätzlich Schutzfolien für Vorder- und Rückseite verwendet. Ohne zusätzliches Licht gehen in der Tiefe die Farben schnell verloren und die Aufnahmen wirken oft nur noch in klassischen Blautönen.
Leckagealarm & Sicherheitsgefühl im Einsatz
Besonders positiv ist mir der Leckagealarm aufgefallen. Er reagiert sehr empfindlich und löst deshalb auch häufiger Fehlalarme aus. Im ersten Moment kann das verunsichern, unter dem Strich sorgt es aber für ein hohes Sicherheitsgefühl.

In einem konkreten Fall hat der Alarm tatsächlich eine Undichtigkeit erkannt. Der Schreck unter Wasser war groß, doch Gehäuse und Smartphone blieben unversehrt. Auch wenn sich der Alarmton abschalten lässt, würde ich davon klar abraten. Lieber ein paar Minuten an der Oberfläche prüfen, als das Risiko einzugehen, das Gehäuse zu fluten.
Pflege, Dichtung & Wartung im Tauchalltag
Wichtig ist, die Dichtung regelmäßig mit Silikon zu pflegen und das Gehäuse nach jedem Tauchgang im Süßwasser zu spülen, natürlich im geschlossenen Zustand. Dabei sollten alle Knöpfe mehrfach gedrückt werden, um Salzrückstände zuverlässig zu entfernen.

Eine Ersatzdichtung und zusätzliche Batterien sollte man aus meiner Sicht immer dabeihaben. Die Originaldichtung kann sich mit der Zeit leicht ausdehnen und dadurch Undichtigkeiten begünstigen. Das ist kein spezielles Problem dieses Gehäuses, sondern ein generelles Thema bei häufig genutztem Tauchequipment.
Feuchtigkeit, Beschlagen & Moisture Muncher
SeaLife empfiehlt die Verwendung von sogenannten Moisture-Muncher-Patronen, die Feuchtigkeit im Gehäuse binden und das Beschlagen der Linse verhindern. Eine entsprechende Vertiefung ist im Gehäuse vorgesehen. Die Patronen verfärben sich von Blau zu Rosa, sobald sie verbraucht sind.

Früher waren diese nur in größeren Packs erhältlich und nicht einzeln verpackt, was sich in der Praxis als unpraktisch erwiesen hat. Inzwischen gibt es sie einzeln, was deutlich besser ist. Noch günstiger und nachhaltiger sind allerdings wiederverwendbare Silikagel-Beutel anderer Anbieter. Diese lassen sich mehrfach reaktivieren und können lose in die Aussparung gelegt werden, sofern das Smartphone sicher im Gehäuse sitzt.
App, Bluetooth & Zuverlässigkeit im Tauchbetrieb
Der größte Schwachpunkt im Praxistest ist die Bluetooth-Verbindung zwischen Gehäuse und App. Bricht die Verbindung unter Wasser ab oder hängt sich die App auf, ist der Tauchgang fotografisch verloren.
Besonders problematisch wurde das nach App- oder iOS-Updates. Teilweise ließ sich die App gar nicht öffnen oder nur sehr eingeschränkt bedienen. Der Kontakt zum SeaLife-Support war enttäuschend. Auf E-Mails kam keine Antwort, erst über soziale Netzwerke gab es Rückmeldung mit dem Hinweis, die App zu deinstallieren und neu zu installieren. Das funktionierte kurzfristig, schuf aber kein dauerhaftes Vertrauen. Nach einem iOS-Update war das Gehäuse im letzten Urlaub zeitweise gar nicht nutzbar.
Bedienung & Kamera-Funktionen im Praxistest
Die Bedienung des SeaLife SportDiver ist grundsätzlich intuitiv und reagiert schnell. Über die Pfeiltasten navigiert man durch das Menü, bestätigt wird mit „OK“. Nach kurzer Eingewöhnung klappt das auch unter Wasser zuverlässig.
In der Praxis kann man sich jedoch leicht verklicken, da sich der aktive Modus schnell verschiebt und die gelbe Markierung unter Wasser nur schwer zu erkennen ist. Funktionen wie manueller Fokus, Weißabgleich und Zoom sind vorhanden und lassen sich entweder manuell oder im Automatikmodus nutzen. Angesteuert wurde dabei nur die Hauptkamera des iPhones, die Bildqualität war dennoch überraschend gut.

Was fehlt, sind Serienbilder sowie ein schneller Wechsel zwischen Foto und Video. Auch parallele Fotos während einer Videoaufnahme sind nicht möglich. Ich habe überwiegend parallel in JPEG und RAW fotografiert, um in der Nachbearbeitung flexibel zu bleiben.
Praxisbilder: Unterwasseraufnahmen von Meerestieren
Die folgenden Praxisbilder zeigen typische Motive, die man beim Tauchen regelmäßig sieht. Alle Aufnahmen entstanden direkt mit dem SeaLife SportDiver in Bali und Sansibar und spiegeln reale Bedingungen unter Wasser wider.
Bilder von @meerdurstig
Muräne
Die Muräne ist ein dankbares, aber nicht triviales Motiv. Das Tier bewegt sich leicht, die Lichtverhältnisse sind oft schwierig und der Fokus muss sitzen. Hier zeigt sich, dass das Gehäuse auch bei unruhigen Motiven brauchbare Ergebnisse liefert, der Ausschuss ohne Serienbildfunktion aber höher ist.

Blau-schwarze Nudibranch
Makromotive wie Nudibranchs gehören zu den Stärken des Systems. Das Motiv ist ruhig, der Fokus lässt sich gut kontrollieren und Details kommen sauber zur Geltung. Gerade hier profitiert man von RAW-Aufnahmen für die Nachbearbeitung.

Seepferdchen
Das Seepferdchen ist ein sehr ruhiges, aber anspruchsvolles Motiv. In dieser Aufnahme ist ein leichter Rotstich erkennbar, was auf die Kombination aus Licht und Rotfilter zurückzuführen ist. Genau hier zeigt sich, dass die Farbtreue stark von den Einstellungen abhängt und eine manuelle Feinjustierung sinnvoll sein kann.

Sepia
Sepien sind schnelle, neugierige Tiere mit ständig wechselnden Farben und Bewegungen. Genau hier stößt das System an seine Grenzen. Ohne Serienbildfunktion ist Timing entscheidend und nicht jede Aufnahme sitzt. Gelungene Treffer zeigen jedoch, dass auch dynamischere Motive möglich sind, wenn Licht, Abstand und Fokus passen.

Vorteile & Nachteile im Überblick
| 👍 Was mir gefällt | ⚠️ Was besser sein könnte |
|---|---|
| Hochwertige Verarbeitung und stabiles Gehäuse | Starke Abhängigkeit von App und Bluetooth |
| Gute Ergonomie, auch für kleinere Hände | Kein Serienbildmodus |
| Leckagealarm und Vakuumprüfung geben Sicherheit | Gelbe Menü-Markierung unter Wasser schwer erkennbar |
| Gute Bildqualität mit Hauptkamera | Umständlicher Wechsel zwischen Foto und Video |
| Kundensupport in der Praxis enttäuschend |