Die meisten Fische im Bodensee sind für Menschen harmlos. Trotzdem gibt es einige Arten, die unter bestimmten Umständen gefährlich werden können. Vor allem während der Laichzeit verteidigen manche Fische ihr Revier sehr energisch und greifen Taucher oder Schnorchler gelegentlich an. Lebensgefährliche Fische gibt es im Bodensee zwar nicht, einige Begegnungen können aber unangenehm oder überraschend werden.
ℹ️ Das Wichtigste auf einen Blick
- 🐟 Die meisten Fische im Bodensee sind für Menschen harmlos.
- ⚠️ Hechte, Welse und in seltenen Fällen auch Zander können während der Laichzeit ihr Revier verteidigen und vereinzelt zuschnappen.
- 🩹 Verletzungen entstehen meist durch Schreckreaktionen oder den Kontakt mit Zähnen und Flossen.
- 🤿 Für Taucher sind schlechte Sicht und Bootsverkehr deutlich relevanter als die Fische selbst.
- ✅ Mit etwas Abstand sind Begegnungen mit Bodenseefischen normalerweise unproblematisch.
Die potenziell gefährlichen Fische im Bodensee
Wirklich gefährliche Fische gibt es im Bodensee nicht. Einige Arten können während der Laichzeit oder bei direktem Kontakt trotzdem unangenehm werden:
Hecht
Der Hecht ist einer der bekanntesten Raubfische im Bodensee. Du findest ihn vor allem in Schilfzonen, Krautfeldern und flachen Uferbereichen. Dort steht er oft regungslos zwischen den Pflanzen und wartet auf vorbeischwimmende Beute.

Bei unseren Tauchgängen im Bodensee begegnen wir regelmäßig Hechten. Bei einem unserer damiligen OWD-Tauchgänge konnten wir sogar sechs Tiere gleichzeitig beobachten. Generell nähert sich keiner der Fische uns oder zeigt ein auffälliges Verhalten. Begegnungen wie diese verlaufen in der Regel ruhig und gehören zu den Highlights eines Bodenseetauchgangs.
🐟 Steckbrief Hecht
- Wissenschaftlicher Name: Esox lucius
- Größe: meist 50 bis 100 cm, vereinzelt über 1,2 m
- Lebensraum: Schilfzonen, Krautfelder und flache Uferbereiche
- Nahrung: Fische, Frösche und Wasservögel
- Gefährdung für Menschen: gering
Warum steht der Hecht trotzdem auf dieser Liste? Während der Laichzeit im Frühjahr verteidigen einzelne Tiere ihr Revier. Dabei kann es vorkommen, dass ein Hecht auf Flossen, Hände oder Ausrüstung reagiert, wenn diese in die Nähe seines Laichplatzes gelangen. Auslöser sind meist nicht die Taucher selbst, sondern das Eindringen in den geschützten Bereich.
⚠️Verletzungen sind selten. Die Zähne eines großen Hechts können jedoch Schnittwunden verursachen. Wenn ein Fisch wiederholt auf dich zuschwimmt oder seinen Standort nicht verlässt, solltest du Abstand schaffen und das Gebiet verlassen.
Für Schwimmer, Schnorchler und Taucher stellt der Hecht im Bodensee normalerweise kein Problem dar. Mit etwas Abstand lassen sich die Tiere gut beobachten und fotografieren.
Wels (Europäischer Wels)
Der Wels ist der größte Fisch im Bodensee. Einzelne Tiere können deutlich über zwei Meter lang werden und wirken unter Wasser fast wie Fische aus einer anderen Zeit. Vor allem der breite Kopf und die langen Barteln fallen sofort auf.

Bei unseren Tauchgängen im Bodensee sieht man vereinzelnd Welse. Die eindrucksvollste Begegnung hatten wir aber zuletzt in einem alten Rheinbett. Dort lagen zwei große Exemplare. Einer lag zwischen den Ästen eines versunkenen Baumes, der andere lag regungslos im Seegras am Grund. Beide Fische nahmen von unsTauchern keine Notiz und blieben während der gesamten Begegnung an ihrem Platz.
🐟 Steckbrief Wels
- Wissenschaftlicher Name: Silurus glanis
- Größe: meist 1 bis 2 Meter, vereinzelt deutlich größer
- Lebensraum: tiefe Bereiche, Altrheinarme, versunkene Bäume und strukturreiche Zonen
- Nahrung: Fische, Krebse, Amphibien und andere Wassertiere
- Gefährdung für Menschen: sehr gering
Rund um den Wels kursieren zahlreiche Geschichten. Seine Größe sorgt regelmäßig für Schlagzeilen und Gerüchte über Angriffe auf Menschen. Im Bodensee gelten Welse jedoch als unproblematisch. Die Tiere meiden meist den Kontakt und ziehen sich bei Störungen zurück.
⚠️ Während der Laichzeit können große Welse ihr Nest verteidigen. Dann sind Annäherungen oder kurze Scheinangriffe möglich. Solche Situationen sind selten und betreffen meist Taucher, die sich direkt im Brutbereich aufhalten.
Wer einem Wels unter Wasser begegnet, sollte den Moment genießen. Vor allem die großen Exemplare sind beeindruckende Momente, die man bei einem Bodenseetauchgang nicht jeden Tag erlebt.
Aal
Der Aal gehört zu den Fischarten, die viele Taucher zwar kennen, aber (leider) deutlich seltener zu Gesicht bekommen als Hechte oder Barsche. Tagsüber versteckt er sich häufig zwischen Steinen, Wurzeln oder im Bodengrund. Erst in der Dämmerung und nachts wird er aktiver.

Eine unserer lustigsten Begegnungen mit einem Aal entstand eher zufällig. Bei einem Tauchgang lag ein Aal fast vollständig im Sandboden eingegraben. Von oben war er kaum zu erkennen. Nachdem er uns entdeckt hatte, hat er schnell das weite gesucht. Die Reaktion meiner sichtlich erschreckten Freundin war heftiger als die des Aals.
🐟 Steckbrief Aal
Wissenschaftlicher Name: Anguilla anguilla
Größe: meist 40 bis 100 cm
Lebensraum: Bodennähe, Steinfelder, Wurzelbereiche und Schlammzonen
Nahrung: Würmer, Krebse, Insektenlarven und kleinere Fische
Gefährdung für Menschen: sehr gering
Aufgrund seiner schlangenähnlichen Form wird der Aal oft für gefährlicher gehalten, als er tatsächlich ist. Gegenüber Tauchern und Schwimmern zeigt er kaum Interesse. Die meisten Tiere ziehen sich zurück oder bleiben in ihrem Versteck.
⚠️Wer versucht, einen Aal anzufassen oder aus seinem Unterschlupf zu holen, riskiert einen Biss. Seine kleinen Zähne können Verletzungen verursachen, ernsthafte Vorfälle sind im Bodensee jedoch praktisch nicht bekannt.
Für Taucher ist der Aal vor allem eine interessante Sichtung. Da die Tiere gut getarnt sind, entdeckt man sie oft erst beim zweiten Blick.
Zander
Mit seinem langgestreckten Körper, den großen Augen und den auffälligen Fangzähnen erinnert der Zander unter Wasser ein wenig an einen Barrakuda. Trotzdem bekommen viele Taucher ihn nur selten zu Gesicht, da Zander meist vorsichtig sind und häufig in trüberen Bereichen unterwegs sind.

Eine besondere Begegnung hatten wir während der Laichzeit. Mit etwas Glück konnten wir zwei Zander beim Ablaichen beobachten. Die Fische drehten sich mehrfach umeinander und legten ihre Eier zwischen der Unterwasservegetation ab. Obwohl sie unsere Anwesenheit bemerkten und uns mehrmals im Blick behielten, setzten sie ihr Verhalten fort. Wir blieben ruhig auf Abstand und konnten die Szene mehrere Minuten beobachten.
🐟 Steckbrief Zander
- Wissenschaftlicher Name: Sander lucioperca
- Größe: meist 40 bis 80 cm, vereinzelt über 1 Meter
- Lebensraum: tiefere Uferbereiche, Kanten, Altrheinarme und trübere Gewässerzonen
- Nahrung: Fische, Krebse und andere Wassertiere
- Gefährdung für Menschen: sehr gering
⚠️ Zander besitzen zwar kräftige Fangzähne, gelten gegenüber Menschen aber als friedlich. Während der Laichzeit bewachen die Männchen ihr Gelege und reagieren deutlich auf Eindringlinge in unmittelbarer Nähe. Dabei kann es vorkommen, dass sie Taucher beobachten, begleiten oder versuchen, diese aus dem Nestbereich zu vertreiben.
Angriffe mit Verletzungsrisiko sind äußerst selten. Wer während der Laichzeit auf ein Zandernest stößt, sollte den Bereich nicht unnötig stören und etwas Abstand halten.
Für Taucher zählt eine Begegnung mit einem Zander zu den selteneren Sichtungen im Bodensee. Vor allem während der Fortpflanzungszeit lassen sich spannende Verhaltensweisen beobachten, die viele Taucher nie zu Gesicht bekommen.
Verhalten bei Begegnungen mit Hecht, Wels und Co.
Aus unserer Erfahrung verlaufen Begegnungen mit Bodenseefischen fast immer friedlich. Die meisten Tiere ignorieren Taucher und Schwimmer oder ziehen sich zurück.
Während der Laichzeit kann es jedoch vorkommen, dass Hechte, Welse oder Zander ihr Revier verteidigen. Wenn ein Fisch wiederholt auf dich zuschwimmt oder auffällig nah bleibt, solltest du etwas Abstand schaffen und den Bereich verlassen.
Verzichte darauf, Fische anzufassen, aus Verstecken zu locken oder gezielt zu bedrängen. Gerade große Welse und Hechte lassen sich oft gut beobachten, wenn du ruhig bleibst und ihnen ihren Freiraum lässt.
Für Schwimmer, Schnorchler und Taucher gilt deshalb dieselbe Regel wie bei vielen Wildtieren: beobachten statt eingreifen. So entstehen die besten Begegnungen und die Tiere zeigen ihr natürliches Verhalten..

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Häufige Fragen
Nein. Wirklich gefährliche Fische im Bodensee gibt es nicht. Es leben weder Haie noch giftige Fischarten im See. Hechte, Welse oder Zander können während der Laichzeit territorial reagieren, stellen für Schwimmer und Taucher jedoch nur in Ausnahmefällen ein Risiko dar.
Als potenziell gefährlichster Fisch im Bodensee wird meist der Hecht genannt. Während der Laichzeit kann er sein Revier verteidigen und vereinzelt nach Flossen, Händen oder Ausrüstung schnappen. Schwere Verletzungen sind jedoch sehr selten.
Große Welse wirken durch ihre Größe oft einschüchternd. Angriffe auf Menschen sind im Bodensee jedoch äußerst selten. Die meisten Tiere ignorieren Taucher oder ziehen sich zurück.
Hechte meiden Menschen normalerweise. In der Laichzeit kann es vorkommen, dass einzelne Tiere ihr Revier verteidigen. Für Schwimmer besteht trotzdem nur ein sehr geringes Risiko.
Nein. Im Bodensee leben keine Haie. Auch andere große Raubfische, die für Menschen gefährlich werden könnten, kommen dort nicht vor.
Ja. Hechte, Welse, Zander oder Aale besitzen Zähne und können bei direktem Kontakt beißen. Solche Vorfälle sind jedoch selten und entstehen meist, wenn die Tiere bedrängt oder angefasst werden.
Gezielte Angriffe auf Taucher sind im Bodensee selten. Während der Laichzeit können Hechte, Welse oder Zander ihr Nest verteidigen und Taucher aus dem unmittelbaren Brutbereich vertreiben wollen.
Für Kinder, die im Bodensee schwimmen oder am Ufer spielen, geht von den dort lebenden Fischarten praktisch keine Gefahr aus. Die deutlich größeren Risiken sind kaltes Wasser, Strömungen oder Bootsverkehr.
Fazit: Sind gefährliche Fische im Bodensee ein Problem?
Wer im Bodensee taucht oder schnorchelt, bekommt mit etwas Glück Hechte, Welse, Zander oder Aale zu Gesicht. Viele dieser Begegnungen bleiben lange in Erinnerung. Besonders große Welse oder mehrere Hechte zwischen den Wasserpflanzen gehören für uns zu den spannendsten Sichtungen unter Wasser.
Trotz einzelner territorialer Verhaltensweisen während der Laichzeit sind gefährliche Fische im Bodensee für Schwimmer, Schnorchler und Taucher in der Praxis kaum ein Thema.
Letzte Aktualisierung am 17.06.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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