OrcaTorch D710: Test, Review & Erfahrungen

Die OrcaTorch D710 habe ich bei mehreren Tauchgängen in unterschiedlichen Gewässern eingesetzt und dabei vor allem Lichtleistung, Lichtbild, Bedienung und Handhabung beurteilt. In meinem OrcaTorch D710 Test & Review erfährst du, wie sich die kompakte Tauchlampe unter realen Bedingungen schlägt, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und für welche Einsätze ich sie empfehlen würde.
Bild von Marlon M.
Marlon M.

AOWD Taucher & Tester

Veröffentlicht

21. Dezember 2025

Aktualisiert:

Kompakte Tauchlampe Orcatorch D710 wird in der Hand gehalten
Tauchliebe Gesamtbewertung
4.3 / 5
SEHR GUT
★★★★
Kompakte Spotlampe mit starker Laufzeit und zuverlässiger Leistung.
Verarbeitung & Robustheit
4.5 / 5
Bedienung & Handhabung
4 / 5
Lichtleistung & Lichtbild
4 / 5
Akku & Laufzeit
5 / 5
Preis-Leistungs-Verhältnis
4 / 5
Gut geeignet für dich, wenn du …
✓ eine kompakte Hauptlampe mit engem Spot suchst
✓ mehrere Tauchgänge mit einer Akkuladung planst
✓ einen Wechselakku mit direktem USB-C-Laden möchtest
Weniger geeignet für dich, wenn du …

✕ möglichst hohe Lichtleistung erwartest
✕ eine breit leuchtende Foto- und Videolampe benötigst
✕ einen Drehring für dicke Handschuhe bevorzugst

Lichtbild

Spot

Lichtleistung

3000 Lumen

Laufzeit

3 TG

Inhaltsverzeichnis

So habe ich die OrcaTorch D710 getestet

Bodensee, Malediven

Ich habe die OrcaTorch D710 bei mehr als 20 Tauchgängen im Bodensee sowie auf den Malediven rund um Dhigurah, Rasdhoo und Fuvahmulah eingesetzt. Dazu gehörten Tages- und Wracktauchgänge bis zu einer selbst erreichten Tiefe von 35 Metern. Meistens nutzte ich die D710 als Hauptlampe auf der höchsten regulären Leuchtstufe, für Fotos wechselte ich auf die niedrigste Stufe.

Jede Tauchlampe bewerte ich auf einer Skala von 1 bis 5 Punkten in halben Schritten. Die Gesamtnote entsteht aus fünf festen Kriterien. Lichtbild, Bedienung und Laufzeit gewichte ich besonders stark, weil eine hohe Lumenangabe allein wenig über die Praxistauglichkeit aussagt. Vor dem Tauchgang prüfe ich Gehäuse, Gewinde, O-Ringe, Akku und Bedienung. Unter Wasser bewerte ich Lichtbild, Helligkeit und Handhabung.

Bewertungskriterien
Lichtleistung & Lichtbild 30 %

Nutzbare Helligkeit, Abstrahlwinkel, Gleichmäßigkeit, Hotspots, Rückstreuung und Eignung für den Einsatz

Bedienung & Handhabung 20 %

Bedienung mit Tauchhandschuhen, Moduswechsel, Größe, Gewicht, Griff, Befestigungsmöglichkeiten und Schutz vor unbeabsichtigtem Einschalten

Akku & Laufzeit 20 %

Nutzbare Laufzeit, frühzeitiges Herunterregeln, Helligkeitsverlauf, Akkutyp, Wechselmöglichkeit und vorhandene Akkuwarnung

Verarbeitung & Robustheit 15 %

Gehäuse, Gewinde, O-Ringe, Schalter, Glas/Linse, Materialqualität, Verschleiß, Korrosionsanfälligkeit und Zustand nach längerer Nutzung

Preis-Leistung​ 15 %

Preis-Leistung bewertet, wie konkurrenzfähig Ausstattung, Lieferumfang und Gesamtleistung zum üblichen Marktpreis der Lampe sind.

Mehr zu meinem allgemeinen Testansatz findest du unter: So teste ich Tauchausrüstung.

Notenskala
5 / 5

Herausragend

4,5 / 5

Sehr gut

4 / 5

Gut

3,5 / 5

Solide mit kleineren Abstrichen

3/ 5

Solide, aber mit klaren Kompromissen

2,5 / 5

nur bedingt empfehlenswert

2 / 5

Schwach

1 / 5

Nicht empfehlenswert

Die Gesamtnote ergibt sich aus der gewichteten Bewertung der fünf Kriterien. Lumen und maximale Tauchtiefe sind Herstellerangaben und keine eigenen Messwerte.

⚙️ Technische Daten

Maximale Lichtleistung3.000 Lumen im Turbo-Modus
LED1 × Luminus LED
Leuchtstufen und Modi400, 800 und 1.700 Lumen sowie 3.000-Lumen-Turbo
Abstrahlwinkel6° Spot
Akku und KapazitätWechselbarer 21700-Akku mit 5.000 mAh
Maximale LeuchtdauerBis zu 7 Stunden 40 Minuten bei 400 Lumen
LademethodeUSB-C-Anschluss direkt am entnommenen Akku
BedienungSeitlicher Druckknopf aus Titan mit Tastensperre
Abmessungen155 × 36 mm, Rohrdurchmesser 27 mm
Gewicht laut Hersteller152 g ohne Akku
Gewicht nachgewogen226 g mit Akku
Maximale Tauchtiefe150m
Quelle technische DatenTechnische Angaben des Herstellers OrcaTorch D710

 

📦 Erster Eindruck, Verarbeitung & Lieferumfang

Die OrcaTorch D710 wird in einem orangefarbenen Transportcase mit passgenauer Einlage geliefert. Zum Lieferumfang gehören die Lampe, ein 21700-Akku, ein USB-C-Ladekabel, eine Handschlaufe, Ersatz-O-Ringe und eine Bedienungsanleitung. Der USB-C-Anschluss befindet sich direkt am Akku, weshalb du unterwegs kein separates Ladegerät benötigst.

Tauchlampe im Softcase mit Akku und Zubehör
Die OrcaTorch D710 mit Akku und Zubehör im Transportcase.

Das Aluminiumgehäuse wirkt hochwertig verarbeitet und liegt durch seine kompakte Form angenehm in der Hand. Kanten, Glas und Oberfläche zeigten bei meinem Exemplar keine erkennbaren Verarbeitungsfehler. Die Gewinde lassen sich sauber öffnen und schließen, während die O-Ringe ordentlich sitzen. Die Lampe besitzt kein Gewinde an der Unterseite zur Befestigung an Kamera-Systemen.

Nach mehr als 20 Tauchgängen sind vor allem an der Vorderseite des Lampenkopfes sowie vereinzelt am Gehäuse leichte Lackschäden sichtbar. Ich habe die Lampe auf Tauchbooten allerdings nicht besonders schonend behandelt. Technische Probleme, Wassereintritt oder Schäden an Glas, Gehäuse und Gewinden gab es bislang nicht.

OrcaTorch D710 mit Lackabrieb nach über 20 Tauchgängen
Am vorderen Lampenkopf sind nach mehr als 20 Tauchgängen erste Lackschäden sichtbar.

Verarbeitung & Robustheit: 4,5 von 5. Die D710 ist sauber verarbeitet und trotz rauer Nutzung technisch zuverlässig, lediglich die Lackierung zeigt erste Gebrauchsspuren.

✋ Bedienung und Handhabung der OrcaTorch D710

Die OrcaTorch D710 wird über einen seitlichen Druckknopf bedient. Sie startet auf der höchsten regulären Stufe, weitere Klicks führen zu Mittel, Niedrig und Aus. Eine Memory-Funktion fehlt. Der 3.000-Lumen-Turbo bleibt nur beim Gedrückthalten aktiv, danach kehrt die Lampe zur vorherigen Stufe zurück.

Bedienung der OrcaTorch D710 über den seitlichen Button
Die Bedienung läuft komplett über den Button. Einfach, intuitiv und ohne großes Nachdenken.

Ohne Handschuhe ist der Knopf gut ertastbar und bietet ein klares Druckgefühl. Einhändig funktioniert er auch mit 5-mm- oder Trockentauchhandschuhen, dann allerdings schwieriger. Unter Wasser war für mich gelegentlich unklar, ob die Lampe nach dem Durchschalten ausgeschaltet war. Auch die Akkustandsanzeige ist nur mäßig gut erkennbar.

Taucher nutzt eine kompakte Tauchlampe unter Wasser
Unter Wasser liegt die Lampe genauso angenehm in der Hand wie an Land, auch bei längeren Tauchgängen.

Für die Tastensperre hältst du den ausgeschalteten Knopf fünf Sekunden, bis die Lampe zweimal blinkt. Ein Doppelklick entsperrt sie. Versehentlich eingeschaltet hat sie sich bei mir nie. Gewicht und Balance passen, mit Retractor und Ring lässt sie sich gut sichern und verstauen. An Land wird der Lampenkopf schnell heiß. Der Schalter funktioniert nach mehr als 20 Tauchgängen weiterhin problemlos.

Bedienung & Handhabung: 4,0 von 5. Zuverlässig und ausgewogen, mit dicken Handschuhen und beim Ausschalten aber etwas umständlich.

🔦 Lichtleistung & Lichtbild im Praxistest

Ich habe die OrcaTorch D710 bei mehr als 20 Tauchgängen auf den Malediven (Dhigurah, Rasdhoo & Fuvahmulah) und im Bodensee eingesetzt. Dazu gehörten Tages- und Wracktauchgänge bis 35 Meter Tiefe. Meistens nutzte ich sie als Hauptlampe auf der höchsten regulären Stufe.

Fokussierter Spot einer kompakten Tauchlampe an einer Wand
Schon an Land sieht man gut, wie fokussiert der Spot ist. Genau richtig für Höhlen und Details.

Unter Wasser ist die D710 ausreichend hell, gehört aber nicht zu den leistungsstärksten Lampen. Der konzentrierte Spot besitzt einen hellen Mittelpunkt und leuchtet Höhlen, Spalten sowie einzelne Riffbereiche gezielt aus. Das Lichtbild wirkt weitgehend gleichmäßig und eignet sich auch für die Kommunikation mit dem Buddy. Probleme mit stark angestrahlten Schwebeteilchen hatte ich selbst nicht.

Die weißliche Lichtfarbe macht Farben und Details unter Wasser gut sichtbar. Die Helligkeit bleibt zunächst stabil, wird nach längerer Nutzung jedoch etwas heruntergeregelt. Der Spot selbst ist absolut ausreichend dimensioniert, um Höhlen, Spalten und Details am Riff sauber auszuleuchten. Auch zum gezielten Anleuchten von Motiven wie einer Schildkröte hat die Lichtleistung problemlos gereicht. Insgesamt fühlt sich die D710 unter Wasser sehr kontrolliert und zuverlässig an.

Schildkröte am Riff mit Tauchlampe angeleuchtet
Der Spot reicht locker aus, um Motive wie diese Schildkröte gezielt auszuleuchten, ohne sie zu stressen.

Für Fotos nutze ich die niedrigste Stufe, da der Mittelpunkt auf hoher Leistung schnell überstrahlt. Für gelegentliche Aufnahmen reicht das aus, eine Videolampe mit breitem Flood-Licht liefert jedoch die gleichmäßigere Ausleuchtung. Als Hauptlampe überzeugt die D710, solange du keine außergewöhnlich hohe Lichtleistung erwartest.

Lichtleistung & Lichtbild: 4,0 von 5. Der gleichmäßige Spot eignet sich gut als Hauptlicht und zur Kommunikation, bietet aber keine extreme Helligkeit und ist für Videos nur eingeschränkt geeignet.

🔋 Akku & Laufzeit

Bei meiner üblichen Nutzung waren mit einer Akkuladung drei Tauchgänge möglich. Da die D710 dabei nicht durchgehend eingeschaltet war und ich zwischen den Leuchtstufen gewechselt habe, kann je nach Dauer und Nutzung auch ein vierter Tauchgang möglich sein. Fest einplanen würde ich diesen jedoch nicht.

Die Farbanzeige im Seitenschalter informiert grob über den verbleibenden Akkustand. Grün steht für mehr als 30 Prozent, Rot für 10 bis 30 Prozent und ein rot blinkendes Licht für weniger als 10 Prozent. Eine genaue Restlaufzeit zeigt die Lampe nicht an.

Der wechselbare 21700-Akku mit 5.000 mAh wird außerhalb der Lampe direkt per USB-C geladen. Am Akku leuchtet die Anzeige während des Ladens rot und nach vollständiger Ladung grün. Dadurch benötigst du kein separates Ladegerät und kannst den Akku unterwegs auch über eine Powerbank aufladen.

Akku & Laufzeit: 5 von 5. Drei Tauchgänge mit gemischter Nutzung, ein wechselbarer Akku und direktes USB-C-Laden ergeben ein überzeugendes Gesamtpaket.

Was mir gefallen hat und was besser sein könnte

👍 Was mir gefallen hat👎 Was besser sein könnte
Kompakte Bauform und angenehme BalanceKnopf mit dicken Handschuhen schwieriger bedienbar
Gleichmäßiger, weitreichender SpotAusschalten erst nach dem Durchschalten aller Stufen
Stabiles TransportcaseSehr heller Mittelpunkt bei Foto- und Videoaufnahmen
Drei Tauchgänge mit einer Akkuladung möglichAkkustandsanzeige unter Wasser nur grob ablesbar
Wechselbarer Akku mit direktem USB-C-AnschlussKeine außergewöhnlich hohe Lichtleistung
Tastensperre verhindert versehentliches Einschalten

Vergleich zu anderen Tauchlampen aus der Praxis

Die OrcaTorch D710, die Wurkkos DL10R und die RIFF TL 4000 sind von der Größe nahezu identisch. Die wichtigsten Unterschiede liegen beim Lichtbild, der Laufzeit und der Bedienung.

ModellGrößte StärkeWichtigste Einschränkung
OrcaTorch D710Engster Spot und beste AkkulaufzeitWeniger hell und deutlich teurer als die DL10R, kein Flood-Licht
Wurkkos DL10RHöchste Lichtleistung und gut bedienbarer DrehringEtwas kürzere Laufzeit als die D710
RIFF TL 4000Spot und Flood, dadurch am besten für Foto und VideoSeparates Ladegerät erforderlich
Größenvergleich OrcaTorch D710 und Wurkkos DL10R
Direkter Größenvergleich. Die D710 spielt klar in derselben kompakten Liga.

Bei schlechter Sicht konnte ich zwischen den drei Lampen keinen klaren Sieger feststellen. Als helle Hauptlampe würde ich zur DL10R oder D710 greifen. Die D710 überzeugt mit längerer Laufzeit und engem Spot, während die DL10R sichtbar heller ist. Für Foto- und Videoaufnahmen bietet die RIFF TL 4000 durch ihr zusätzliches Flood-Licht die gleichmäßigste Ausleuchtung.

Auch die Bedienung unterscheidet sich. Die D710 verwendet einen Druckknopf, die beiden anderen Modelle einen Drehring. Mit dicken Handschuhen finde ich die Drehringe angenehmer, ansonsten ist die Wahl vor allem eine Frage der persönlichen Vorliebe. Für Reisen eignen sich alle drei, bei D710 und DL10R entfällt jedoch ein separates Ladegerät.

Mein Testfazit zur OrcaTorch D710: Lohnt sich der Kauf?

Die OrcaTorch D710 hat sich bei mehr als 20 Tauchgängen als kompakte und zuverlässige Hauptlampe bewährt. Besonders überzeugen mich der konzentrierte Spot, die lange Akkulaufzeit und das unkomplizierte Laden per USB-C. Abzüge gibt es für die mit dicken Handschuhen etwas umständliche Knopfbedienung und die begrenzte Eignung für Foto- und Videoaufnahmen. Wenn du eine ausdauernde Spot-Lampe statt maximaler Helligkeit oder breitem Flood-Licht suchst, ist die D710 eine gute Wahl.
Preis-Leistung: 4 von 5 Punkten. Mit einem Preis von etwa 130 bis 150 Euro gehört die OrcaTorch D710 nicht zu den günstigen Tauchlampen. Dafür bietet sie eine saubere Verarbeitung, einen ausdauernden Wechselakku und eine zuverlässige Leistung.
Meine Gesamtbewertung
4.3 / 5
★★★★
SEHR GUT
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Marlon

Hi, ich bin Marlon. Ich bin aktiver Taucher, Reisender und der Kopf hinter Tauchliebe.de. Ich teste Tauchausrüstung unter echten Bedingungen im Wasser, vom Bodensee bis zu Tauchreisen im Ausland. Dabei achte ich nicht auf Werbeversprechen, sondern darauf, wie sich eine Maske, Lampe oder Flosse wirklich trägt, bedienen lässt und unter Wasser funktioniert.

Auf Tauchliebe teile ich meine Erfahrungen, eigene Fotos und Einschätzungen, damit du Ausrüstung findest, die zu deinem Tauchstil passt.

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