Viele Menschen verbinden Haie im Mittelmeer mit Angst, Unsicherheit und dramatischen Schlagzeilen, besonders vor dem nächsten Badeurlaub. Genau diese Sorge ist der Grund, warum du hier bist, und genau darauf bekommst du eine klare, ehrliche Antwort auf Basis von Fakten statt Panik. Ich betrachte das Thema aus der Perspektive eines aktiven Tauchers, der das Mittelmeer nicht aus Nachrichten kennt, sondern aus eigener Erfahrung unter Wasser.
Gibt es Haie im Mittelmeer und sind sie gefährlich?
Ja, Haie im Mittelmeer gibt es. Ich war selbst unter anderem in Albanien und Italien im Mittelmeer tauchen und habe dort trotz vieler Tauchgänge nur ein einziges Mal den Umriss eines Hais weit entfernt gesehen. Genau das zeigt ziemlich gut, wie selten Begegnungen hier wirklich sind, vor allem im Vergleich zu Regionen wie Ägypten oder den Malediven, wo Haie bei vielen Tauchgängen fast schon dazugehören.
- 🦈 Haie leben im Mittelmeer, aber meist weit draußen oder in großen Tiefen und nicht in typischen Bade- oder Schnorchelzonen
- 🌊 Begegnungen sind extrem selten, selbst für Taucher, weil das Mittelmeer stark befischt ist und wenig natürliche Beutetiere bietet
- ⚠️ Gefährlich sind sie praktisch nicht, denn Sichtungen sind fast immer kurz, weit entfernt und ohne jede Annäherung an Menschen
💡 Kurz gesagt: Haie sind im Mittelmeer vorhanden, stellen aber weder für Badegäste noch für Schnorchler oder Taucher ein realistisches Risiko dar. Angst entsteht hier vor allem im Kopf, nicht im Wasser.
Welche Haiarten leben im Mittelmeer? Überblick & Einordnung
Im Mittelmeer kommen mehr Haiarten vor, als viele erwarten. Die große Mehrheit lebt jedoch weit draußen oder in größeren Tiefen und hat mit Menschen nichts zu tun. Die folgende Übersicht fasst alle relevanten Arten zusammen, ohne Dopplungen und mit realistischer Einordnung.
| 🦈 Haiart | Häufigkeit | 📏 Max. Größe | Lebensraum | Nähe zum Menschen | ⚠ Gefährlichkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Weißer Hai | extrem selten | bis ca. 6 m | offenes Meer, große Tiefen | sehr gering | theoretisch vorhanden, praktisch irrelevant |
| Riesenhai | sehr selten | bis ca. 8 m | offenes Meer | keine | harmlos |
| Kurzflossen-Mako | selten | bis ca. 4 m | Hochsee | sehr gering | gering |
| Blauhai | gelegentlich | bis ca. 3,8 m | offenes Meer | sehr gering | gering |
| Fuchshai | selten | bis ca. 5 m | tieferes Wasser | sehr gering | gering |
| Sandtigerhai | extrem selten | bis ca. 3,2 m | tieferes Wasser | kaum | gering |
| Sechskiemerhai | selten | bis ca. 5,5 m | große Tiefen | keine | keine |
| Engelhai | sehr selten | bis ca. 2,4 m | sandiger Meeresboden | gering | gering |
| Katzenhaie (verschiedene Arten) | häufig | bis ca. 1,6 m | Küsten, Fels- und Sandboden | möglich | harmlos |
| Glatthai | selten | bis ca. 2 m | Küstennähe | gering | gering |
| Hundshai-Arten | häufig | bis ca. 1,7 m | Küsten & Meeresgrund | möglich | harmlos |
Für Badegäste, Schnorchler und selbst Taucher sind im Mittelmeer fast ausschließlich kleine Bodenhaie wie Katzen- oder Hundshaie relevant. Große Haiarten existieren zwar, sind aber so selten und so weit vom Menschen entfernt, dass sie für die Praxis keine Rolle spielen.
Große Haiarten im Mittelmeer
Zu den größten Haiarten im Mittelmeer zählen der Weiße Hai und der Riesenhai. Beide Arten üben auf viele Menschen eine starke Faszination aus, spielen für Badegäste und Taucher in der Praxis aber kaum eine Rolle, weil Begegnungen extrem selten sind und fast ausschließlich im offenen Meer stattfinden.
Weißer Hai
Der Weiße Hai kommt im Mittelmeer tatsächlich vor, gehört dort aber zu den seltensten Haiarten überhaupt. Sichtungen sind Ausnahmen und betreffen meist tiefe Hochseegebiete. Für Badegäste und Taucher ist er faktisch kein Thema, auch wenn er in der öffentlichen Wahrnehmung oft anders dargestellt wird.

🦈 Einordnung auf einen Blick:
- 📍 Lebensraum: Offenes Meer, tiefe küstenferne Regionen
- 📏 Größe: Bis über 6 Meter möglich
- 🚫 Nähe zum Menschen: Extrem gering
- ⚠️ Gefährdung für Badegäste: Praktisch nicht relevant
- ⚠️ Gefährdung für Taucher: Erhöhte Vorsicht bei Begegnung
- 🌍 Schutzstatus: Stark bedroht laut IUCN
Im Mittelmeer fehlen große Robbenkolonien, die in anderen Regionen zur Hauptbeute zählen. Dadurch ist das Mittelmeer kein typisches Jagdgebiet für Weiße Haie. Laut Berichten wurden allein 2025 über 40 Weiße Haie im Mittelmeer getötet, meist durch Beifang oder gezielte Fischerei. Das zeigt klar, dass nicht der Mensch bedroht ist, sondern der Hai.
Riesenhai
Der Riesenhai wirkt durch seine enorme Größe auf den ersten Blick einschüchternd, ist aber völlig harmlos. Er ernährt sich ausschließlich von Plankton und stellt keinerlei Gefahr für Menschen dar. Begegnungen sind seltene Zufälle und sorgen eher für Staunen als für Risiko.

🦈 Einordnung auf einen Blick:
- 📍 Lebensraum: Offenes Meer, gelegentlich küstennah
- 📏 Größe: Bis zu 10–12 Meter
- 🐟 Ernährung: Planktonfresser
- 🚫 Gefährdung für Menschen: Keine
- 🌍 Schutzstatus: Stark gefährdet
Zuletzt wurde im April 2025 ein Riesenhai nahe Rijeka in Kroatien gefilmt, als er ruhig um ein Fischerboot in der Kvarner Bucht kreiste. Solche Sichtungen sind seltene Einzelereignisse und kein Hinweis darauf, dass sich Riesenhaie regelmäßig in Badezonen aufhalten.
👉 Große Haiarten im Mittelmeer sind faszinierend, aber für Badegäste und Taucher praktisch irrelevant. Ihre Seltenheit, ihr Lebensraum im offenen Meer und ihr Verhalten machen sie zu einem Mythos in der öffentlichen Wahrnehmung und zu einer bedrohten Art in der Realität.
Häufigere Haiarten
Zu den Haiarten, die im Mittelmeer am ehesten gemeldet werden, zählen Blauhai, Fuchshai und der Kurzflossen-Mako. „Häufig“ heißt hier allerdings nicht häufig im Sinne von regelmäßig sichtbar, sondern lediglich häufiger als andere Arten.
Blauhai
Der Blauhai ist die Art, die im Mittelmeer am häufigsten für Schlagzeilen sorgt. Das liegt weniger an seiner tatsächlichen Nähe zum Menschen, sondern daran, dass er sich oft im offenen Wasser bewegt und dadurch eher von Booten aus gesehen wird.

🦈 Einordnung auf einen Blick:
- 🚤 Sichtungen: Meist von Booten oder Fischern
- 🌊 Lebensraum: Offenes Meer, pelagisch
- 🚫 Verhalten: Sehr scheu, meidet Menschen
- 🧠 Warum so präsent in Medien: Häufigster „Beifang-Hai“ und gut sichtbar an der Oberfläche
Der Blauhai wirkt medial oft bedrohlicher, als er ist. In Wirklichkeit handelt es sich um einen neugierigen, aber zurückhaltenden Hochseehai, der kaum Kontakt zu Badezonen hat.
Fuchshai
Der Fuchshai ist vor allem durch seinen extrem langen Schwanz bekannt, mit dem er Beutefische zusammentreibt. Sichtungen im Mittelmeer sind selten, aber spektakulär, weshalb sie medial stark aufgegriffen werden.

🦈 Einordnung auf einen Blick:
- 🐟 Besonderheit: Sehr langer Schwanz zur Jagd
- 🌊 Lebensraum: Offenes Meer, tieferes Wasser
- 🚫 Nähe zum Menschen: Sehr gering
- 📰 Medienwirkung: Auffällige Optik sorgt für Aufmerksamkeit
Für Taucher oder Badegäste spielt der Fuchshai praktisch keine Rolle, da er sich fernab von Küsten und Menschen bewegt.
Kurzflossen-Mako
Der Kurzflossen-Mako gilt als einer der schnellsten Haie der Welt. Im Mittelmeer kommt er vor, ist aber extrem selten und fast ausschließlich im offenen Meer unterwegs.

🦈 Einordnung auf einen Blick:
- ⚡ Besonderheit: Sehr schnell und kräftig
- 🌊 Lebensraum: Hochsee, große Tiefen
- 🚫 Kontakt mit Menschen: Nahezu ausgeschlossen
- 📉 Bestand: Stark rückläufig, stark bedroht
Selbst für Taucher ist eine Mako-Sichtung im Mittelmeer wie ein Sechser im Lotto. Man muss sie im Blauwasser gezielt suchen und hat doch fast nie das Glück 🙁
Seine „gefährliche“ Reputation stammt vor allem aus Dokumentationen und Einzelfällen weltweit, nicht aus realistischen Begegnungen im Mittelmeer.
👉 Diese Haiarten wirken medial größer, bedrohlicher und präsenter, als sie für Badegäste und Taucher tatsächlich sind. Sie leben im offenen Meer, meiden Menschen und werden vor allem dann gesehen, wenn sie zufällig an der Oberfläche auftauchen oder in Fischerei-Netzen landen. Für den normalen Urlauber bleibt das Risiko praktisch gleich null.
Kleine & harmlose Haiarten im Mittelmeer
Dieser Abschnitt ist der realistischste für Taucher und Schnorchler. Wenn man im Mittelmeer überhaupt einmal einem Hai begegnet, dann fast immer einer dieser bodennahen und harmlosen Arten. Genau das deckt sich auch mit meiner eigenen Erfahrung aus vielen Tauchgängen im Mittelmeer.
Katzenhaie
Katzenhaie sind die häufigsten Haie im Mittelmeer und gleichzeitig die unspektakulärsten. Die meisten Arten bleiben klein und halten sich bevorzugt am Meeresboden auf. Tagsüber liegen sie oft regungslos zwischen Felsen oder im Sand und sind perfekt getarnt.

🦈 Einordnung auf einen Blick:
- 📏 Größe: meist unter 1 Meter
- 🪨 Lebensraum: bodennah, Fels- und Sandgrund
- 🧍 Nähe zum Menschen: sehr gering
- 😌 Gefahr: praktisch keine
Als Taucher sieht man Katzenhaie eher zufällig, oft nur als kurzen Schatten oder wenn man ganz ruhig bleibt. Sie fliehen meist sofort, sobald sie Bewegung wahrnehmen.
Engelhaie
Engelhaie wirken auf den ersten Blick fast wie Rochen, da sie extrem flach gebaut sind. Sie liegen oft vollständig im Sand eingegraben und warten auf Beute. Gerade deshalb werden sie so selten gesehen.

🦈 Einordnung auf einen Blick:
- 📏 Größe: bis etwa 2,4 Meter, aber sehr flach
- 🪨 Lebensraum: Sandflächen in Küstennähe
- 👀 Sichtungen: sehr selten, meist zufällig
- 😌 Gefahr: nicht aggressiv, nur defensiv
💡 Kleiner Tipp für Schnorchler: Da Engelhaie im flachen Wasser im Sand liegen können, sollte man in Gebieten mit Sandbänken (z. B. auf den Kanaren oder in bestimmten Mittelmeer-Buchten) immer ein wenig darauf achten, wohin man tritt. Nicht aus Angst vor einem Biss, sondern um das Tier nicht unnötig zu erschrecken.
Weitere bodennahe Arten
Neben Katzen- und Engelhaien gibt es noch weitere kleine, bodenlebende Haiarten im Mittelmeer. Dazu zählen verschiedene Dornhaie und kleinere Tiefseearten, die für Badegäste praktisch irrelevant sind.
🦈 Einordnung auf einen Blick:
- 📏 Größe: klein bis mittelgroß
- 🌊 Lebensraum: Boden, tieferes Wasser
- 🚫 Kontakt zum Menschen: extrem selten
- 🧘 Verhalten: scheu und zurückgezogen
Meine persönliche Taucherperspektive
Ich war im Mittelmeer unter anderem in Italien und Albanien tauchen. In all den Jahren hatte ich genau eine einzige „Hai-Sichtung“ und selbst das war nur ein dunkler Umriss in weiter Entfernung.
Das zeigt sehr klar: Wenn du im Mittelmeer tauchst oder schnorchelst, sind diese kleinen, bodennahen Arten realistisch die einzigen Haie, denen du überhaupt begegnen könntest. Und selbst das passiert selten. Angst brauchst du dabei definitiv keine zu haben, eher „Glück“ 😉
🗺️ Haie im Mittelmeer Karte:Verbreitung & bekannte Hotspots
Die meisten Hai-Sichtungen im Mittelmeer konzentrieren sich auf wenige Regionen mit tiefem Wasser und geringer menschlicher Aktivität. Dazu zählen vor allem:
- Straße von Gibraltar: Blauhai, Kurzflossen-Mako, vereinzelt auch Weißer Hai
Wichtigste Verbindung zum Atlantik, daher die höchste Artenvielfalt - Sizilien & Süditalien: Weißer Hai, Blauhai, Riesenhai
Historisch eines der bedeutendsten Gebiete, heute extrem seltene Sichtungen - Sardinien: Blauhai, Fuchshai, gelegentlich Riesenhai
Meist weit offshore, kaum Bezug zu Badezonen - Adria: Weißer Hai, Blauhai, kleinere Haiarten
Weiße Haie werden hier immer wieder gemeldet, allerdings fast ausschließlich als Einzeltiere und sehr selten - Ägäis: Blauhai, Fuchshai, bodennahe Arten
Vorkommen vor allem in tiefen, wenig frequentierten Bereichen
👉 Wichtig einzuordnen: Auch wenn der Weiße Hai in der Adria regelmäßig erwähnt wird, handelt es sich dabei um extrem seltene Nachweise, nicht um ein dauerhaftes Vorkommen oder ein relevantes Risiko für Badegäste.
Wenn dich einzelne Regionen genauer interessieren, habe ich die Hai-Situation auch separat eingeordnet. Zum Beispiel für Haie in Griechenland und Haie in der Türkei.
Haiangriffe im Mittelmeer: Fakten & historische Einordnung
Wenn es um Haie im Mittelmeer geht, taucht fast immer dieselbe Angstfrage auf. Gab es hier überhaupt Angriffe? Die ehrliche Antwort lautet: Ja, aber extrem wenige.
Laut Daten des International Shark Attack File (ISAF) wurden im gesamten Mittelmeerraum seit dem Jahr 1847 insgesamt rund 40 bis 45 bestätigte, unprovozierte Haiangriffe dokumentiert. Dieser Zeitraum umfasst über 175 Jahre.
Was diese Zahl wirklich bedeutet
- Die Vorfälle verteilen sich auf mehr als anderthalb Jahrhunderte
- Ein Großteil der Angriffe liegt viele Jahrzehnte zurück
- Tödliche Angriffe sind absolute Ausnahmen
- Viele Ereignisse standen im Zusammenhang mit Fischerei oder Beute im Wasser, nicht mit Badegästen
Verteilung nach Ländern (historisch)
Die meisten dokumentierten Fälle entfallen auf:
- Griechenland
- Italien
- Spanien
- Kroatien
- Frankreich
- Malta
- Zypern
Dabei handelt es sich nicht um aktuelle Hotspots, sondern um vereinzelte historische Einzelfälle, oft aus Zeiten mit völlig anderen Fischbeständen, Fangmethoden und Küstennutzung.
Warum die Zahlen heute kaum Aussagekraft für Badegäste haben
Das Mittelmeer ist kein typisches Jagdgebiet großer Raubhaie. Es fehlen:
- große Robbenkolonien als Hauptbeute
- nährstoffreiche Strömungen wie in anderen Ozeanen
- regelmäßige Küstenaufenthalte großer Haiarten
Hinzu kommt: Millionen Menschen baden, schnorcheln und tauchen jedes Jahr im Mittelmeer. Setzt man diese enorme Nutzung ins Verhältnis zu den dokumentierten Fällen, liegt das Risiko praktisch bei null.
Baden, Schnorcheln & Tauchen: Wie hoch ist das Risiko wirklich?
🧑🦱 Badegäste
Für normale Badegäste ist das Risiko im Mittelmeer praktisch vernachlässigbar. Haie meiden flache, belebte Küstenbereiche und halten sich nicht dort auf, wo viele Menschen planschen, schwimmen oder vom Strand aus ins Wasser gehen. Begegnungen in typischen Badezonen sind extrem selten und statistisch kaum relevant.
🤿 Schnorchler
Auch beim Schnorcheln bleibt das Risiko sehr gering. Schnorchler bewegen sich meist oberflächennah, in Buchten oder an Riffen, wo hauptsächlich kleine, harmlose Fischarten leben. Die wenigen Haiarten, die im Mittelmeer vorkommen, sind scheu und ziehen sich zurück, lange bevor es überhaupt zu einer Nähe kommt.
🦈 Taucher
Als Taucher bist du weiter draußen und tiefer unterwegs, trotzdem sind Sichtungen die absolute Ausnahme. Selbst nach vielen Tauchgängen im Mittelmeer habe ich nur ein einziges Mal den vagen Umriss eines Hais in großer Entfernung gesehen. Im Vergleich zu Regionen wie Ägypten oder den Malediven, wo Haie teils bei fast jedem Tauchgang auftauchen, sind sie im Mittelmeer deutlich seltener.
👉 Wann das Risiko minimal steigt:
Bei Dämmerung, in der Nähe aktiver Fischerei oder wenn Beutefische stark konzentriert auftreten. Auch dann bleibt das Risiko niedrig, steigt aber messbar im Vergleich zu klassischen Badezeiten am Tag.
Verhalten bei einer Hai-Sichtung
🧘 Ruhig bleiben
Das Wichtigste zuerst: Ruhe bewahren. Haie reagieren stark auf hektische Bewegungen, Fluchtversuche oder panisches Strampeln. Wer ruhig bleibt, wirkt für den Hai uninteressant und nicht wie potenzielle Beute.
↔️ Abstand wahren
Gib dem Tier Raum und versuche nicht, näher heranzukommen. Ein Hai, der im Mittelmeer gesichtet wird, ist fast immer auf der Durchreise und nicht an Menschen interessiert. Langsame, kontrollierte Bewegungen und ein klarer Abstand sind die beste Strategie.

⚠️ Warum falsches Verhalten gefährlicher ist als der Hai selbst
In fast allen dokumentierten Zwischenfällen spielte menschliches Fehlverhalten eine größere Rolle als Aggression durch den Hai. Hektik, Neugier oder der Versuch, das Tier zu verfolgen, erhöhen das Risiko unnötig. Sachliches Verhalten reduziert es dagegen nahezu auf null.
👉 Wenn du wissen willst, wie du dich unter Wasser oder an der Oberfläche konkret verhalten solltest, findest du hier eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Erklärung: Richtiges Verhalten bei einer Hai-Begegnung
Wer ist hier der Jäger? Der Zustand der Haibestände im Mittelmeer
🦈 Über 50 % der Haiarten sind bedroht
Im Mittelmeer gelten mehr als die Hälfte aller Hai- und Rochenarten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Einige Bestände sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch eingebrochen. Nicht, weil Haie eine Gefahr für den Menschen darstellen, sondern weil ihr Lebensraum massiv unter Druck steht.
🎣 Beifang, Schleppnetzfischerei & Plastik
Die größte Bedrohung für Haie ist der Mensch. Millionen Tiere sterben jedes Jahr als Beifang in der industriellen Fischerei, oft unbemerkt und ungewollt. Schleppnetze zerstören zusätzlich wichtige Lebensräume am Meeresboden. Plastikmüll und verlorene Fischernetze verschärfen das Problem, da sich Haie darin verfangen oder Mikroplastik über ihre Beute aufnehmen.
🌡 Klimawandel als zusätzlicher Stressfaktor
Steigende Wassertemperaturen und veränderte Strömungen beeinflussen die Wanderbewegungen vieler Haiarten. Arten wie der Blauhai werden zunehmend weiter nördlich gesichtet, während andere durch den Verlust geeigneter Lebensräume weiter unter Druck geraten. Das verändert langfristig das ökologische Gleichgewicht im Mittelmeer.
🐟 Rückgang der Beutetiere
Überfischung und Temperaturveränderungen lassen wichtige Beutefische wie Sardellen oder Makrelen schrumpfen. Fehlt diese Nahrungsgrundlage, geraten vor allem wandernde Haiarten zusätzlich in Bedrängnis. Weniger Beute bedeutet weniger Nachwuchs und geschwächte Populationen.
⚖️ Warum Haie unverzichtbar sind
Haie sind keine Bedrohung, sondern ein zentraler Bestandteil eines gesunden Meeres. Als Spitzenprädatoren regulieren sie Fischbestände, verhindern Überpopulationen und stabilisieren das gesamte Ökosystem. Verschwinden Haie, gerät das Mittelmeer aus dem Gleichgewicht.
👉 Kurz gesagt: Nicht der Hai ist der Jäger. Im Mittelmeer ist er längst selbst zum Gejagten geworden. Schutzmaßnahmen, nachhaltige Fischerei und der Erhalt von Lebensräumen sind entscheidend, wenn dieses Ökosystem auch in Zukunft funktionieren soll.
Häufige Fragen
Haie faszinieren viele Menschen, doch oft gibt es Unsicherheiten über ihr Vorkommen und ihr Verhalten – besonders im Mittelmeerraum. Hier beantworten wir die häufigsten Fragen rund um Haie in europäischen Gewässern.
Haiangriffe im Mittelmeer sind extrem selten. Der letzte allgemein dokumentierte Zwischenfall ereignete sich 2022 vor der Küste Italiens. Dabei handelte es sich sehr wahrscheinlich um einen Fehlbiss eines Blauhais. Solche Vorfälle sind Ausnahmen und entstehen meist durch Verwechslungen, nicht durch gezieltes Verhalten gegenüber Menschen.
Seit Beginn der statistischen Erfassung im 19. Jahrhundert wurden im gesamten Mittelmeerraum nur eine sehr geringe zweistellige Anzahl bestätigter, unprovozierter Angriffe registriert. Im Vergleich zu stark frequentierten Hai-Regionen wie Australien, Südafrika oder Florida ist das Risiko im Mittelmeer verschwindend gering.
Nein. Haie im Mittelmeer gelten nicht als gefährlich für Badegäste, Schnorchler oder Taucher. Die meisten Arten sind scheu, leben in großen Tiefen oder weit draußen im offenen Meer. Selbst Taucher haben nur äußerst selten Sichtungen. Statistisch gesehen ist das Risiko deutlich geringer als viele alltägliche Gefahren im Urlaub.
Die meisten Haiarten im Mittelmeer bevorzugen tiefe, küstenferne Gewässer. Arten wie Blauhai oder Mako sind Hochseehaie, während kleinere Arten wie Katzenhaie bodennah leben. Regelmäßige Sichtungen gibt es vor allem im westlichen und zentralen Mittelmeer, etwa vor Spanien, Italien oder in der Straße von Gibraltar.
Verglichen innerhalb des Mittelmeers gelten folgende Regionen als die artenreichsten:
westliches Mittelmeer, zentrale Becken rund um Italien und Sizilien, Übergangsbereich zum Atlantik bei Gibraltar. Auch dort sind Begegnungen selten und fast ausschließlich fernab von Badezonen.
Weiße Haie kommen im Mittelmeer vor, gelten dort aber als extrem selten. Historisch bekannte Gebiete sind vor allem Süditalien, Sizilien und Teile der Adria. Sichtungen sind außergewöhnlich und fast nie küstennah. Für Badegäste spielen Weiße Haie im Mittelmeer praktisch keine Rolle.
Fazit: Wissen schlägt Angst
Haie im Mittelmeer sind real, aber sie sind kein realistisches Risiko für Badegäste, Schnorchler oder Taucher. Begegnungen sind extrem selten, Angriffe noch seltener, und die meisten Arten leben weit entfernt von Küsten oder in großen Tiefen. Wer versteht, wie Haie im Mittelmeer wirklich leben, merkt schnell, dass Angst hier fehl am Platz ist.
Wenn dich interessiert, wie sich das Mittelmeer im Vergleich zu anderen Regionen einordnet, lohnt sich auch ein Blick auf Haie im Roten Meer sowie auf gefährliche Fische im Mittelmeer. Beides hilft, Risiken realistisch einzuordnen statt sich von Schlagzeilen leiten zu lassen.
Unterm Strich gilt: Respekt ja, Panik nein. Wissen macht sicherer als jede Angst.
