📦 Erster Eindruck, Verarbeitung & Lieferumfang
Die OrcaTorch D710 wird in einem orangefarbenen Transportcase mit passgenauer Einlage geliefert. Zum Lieferumfang gehören die Lampe, ein 21700-Akku, ein USB-C-Ladekabel, eine Handschlaufe, Ersatz-O-Ringe und eine Bedienungsanleitung. Der USB-C-Anschluss befindet sich direkt am Akku, weshalb du unterwegs kein separates Ladegerät benötigst.

Das Aluminiumgehäuse wirkt hochwertig verarbeitet und liegt durch seine kompakte Form angenehm in der Hand. Kanten, Glas und Oberfläche zeigten bei meinem Exemplar keine erkennbaren Verarbeitungsfehler. Die Gewinde lassen sich sauber öffnen und schließen, während die O-Ringe ordentlich sitzen. Die Lampe besitzt kein Gewinde an der Unterseite zur Befestigung an Kamera-Systemen.
Nach mehr als 20 Tauchgängen sind vor allem an der Vorderseite des Lampenkopfes sowie vereinzelt am Gehäuse leichte Lackschäden sichtbar. Ich habe die Lampe auf Tauchbooten allerdings nicht besonders schonend behandelt. Technische Probleme, Wassereintritt oder Schäden an Glas, Gehäuse und Gewinden gab es bislang nicht.

Verarbeitung & Robustheit: 4,5 von 5. Die D710 ist sauber verarbeitet und trotz rauer Nutzung technisch zuverlässig, lediglich die Lackierung zeigt erste Gebrauchsspuren.
✋ Bedienung und Handhabung der OrcaTorch D710
Die OrcaTorch D710 wird über einen seitlichen Druckknopf bedient. Sie startet auf der höchsten regulären Stufe, weitere Klicks führen zu Mittel, Niedrig und Aus. Eine Memory-Funktion fehlt. Der 3.000-Lumen-Turbo bleibt nur beim Gedrückthalten aktiv, danach kehrt die Lampe zur vorherigen Stufe zurück.

Ohne Handschuhe ist der Knopf gut ertastbar und bietet ein klares Druckgefühl. Einhändig funktioniert er auch mit 5-mm- oder Trockentauchhandschuhen, dann allerdings schwieriger. Unter Wasser war für mich gelegentlich unklar, ob die Lampe nach dem Durchschalten ausgeschaltet war. Auch die Akkustandsanzeige ist nur mäßig gut erkennbar.

Für die Tastensperre hältst du den ausgeschalteten Knopf fünf Sekunden, bis die Lampe zweimal blinkt. Ein Doppelklick entsperrt sie. Versehentlich eingeschaltet hat sie sich bei mir nie. Gewicht und Balance passen, mit Retractor und Ring lässt sie sich gut sichern und verstauen. An Land wird der Lampenkopf schnell heiß. Der Schalter funktioniert nach mehr als 20 Tauchgängen weiterhin problemlos.
Bedienung & Handhabung: 4,0 von 5. Zuverlässig und ausgewogen, mit dicken Handschuhen und beim Ausschalten aber etwas umständlich.
🔦 Lichtleistung & Lichtbild im Praxistest
Ich habe die OrcaTorch D710 bei mehr als 20 Tauchgängen auf den Malediven (Dhigurah, Rasdhoo & Fuvahmulah) und im Bodensee eingesetzt. Dazu gehörten Tages- und Wracktauchgänge bis 35 Meter Tiefe. Meistens nutzte ich sie als Hauptlampe auf der höchsten regulären Stufe.

Unter Wasser ist die D710 ausreichend hell, gehört aber nicht zu den leistungsstärksten Lampen. Der konzentrierte Spot besitzt einen hellen Mittelpunkt und leuchtet Höhlen, Spalten sowie einzelne Riffbereiche gezielt aus. Das Lichtbild wirkt weitgehend gleichmäßig und eignet sich auch für die Kommunikation mit dem Buddy. Probleme mit stark angestrahlten Schwebeteilchen hatte ich selbst nicht.
Die weißliche Lichtfarbe macht Farben und Details unter Wasser gut sichtbar. Die Helligkeit bleibt zunächst stabil, wird nach längerer Nutzung jedoch etwas heruntergeregelt. Der Spot selbst ist absolut ausreichend dimensioniert, um Höhlen, Spalten und Details am Riff sauber auszuleuchten. Auch zum gezielten Anleuchten von Motiven wie einer Schildkröte hat die Lichtleistung problemlos gereicht. Insgesamt fühlt sich die D710 unter Wasser sehr kontrolliert und zuverlässig an.

Für Fotos nutze ich die niedrigste Stufe, da der Mittelpunkt auf hoher Leistung schnell überstrahlt. Für gelegentliche Aufnahmen reicht das aus, eine Videolampe mit breitem Flood-Licht liefert jedoch die gleichmäßigere Ausleuchtung. Als Hauptlampe überzeugt die D710, solange du keine außergewöhnlich hohe Lichtleistung erwartest.
Lichtleistung & Lichtbild: 4,0 von 5. Der gleichmäßige Spot eignet sich gut als Hauptlicht und zur Kommunikation, bietet aber keine extreme Helligkeit und ist für Videos nur eingeschränkt geeignet.
🔋 Akku & Laufzeit
Bei meiner üblichen Nutzung waren mit einer Akkuladung drei Tauchgänge möglich. Da die D710 dabei nicht durchgehend eingeschaltet war und ich zwischen den Leuchtstufen gewechselt habe, kann je nach Dauer und Nutzung auch ein vierter Tauchgang möglich sein. Fest einplanen würde ich diesen jedoch nicht.
Die Farbanzeige im Seitenschalter informiert grob über den verbleibenden Akkustand. Grün steht für mehr als 30 Prozent, Rot für 10 bis 30 Prozent und ein rot blinkendes Licht für weniger als 10 Prozent. Eine genaue Restlaufzeit zeigt die Lampe nicht an.
Der wechselbare 21700-Akku mit 5.000 mAh wird außerhalb der Lampe direkt per USB-C geladen. Am Akku leuchtet die Anzeige während des Ladens rot und nach vollständiger Ladung grün. Dadurch benötigst du kein separates Ladegerät und kannst den Akku unterwegs auch über eine Powerbank aufladen.
Akku & Laufzeit: 5 von 5. Drei Tauchgänge mit gemischter Nutzung, ein wechselbarer Akku und direktes USB-C-Laden ergeben ein überzeugendes Gesamtpaket.
Was mir gefallen hat und was besser sein könnte
| 👍 Was mir gefallen hat | 👎 Was besser sein könnte |
|---|---|
| Kompakte Bauform und angenehme Balance | Knopf mit dicken Handschuhen schwieriger bedienbar |
| Gleichmäßiger, weitreichender Spot | Ausschalten erst nach dem Durchschalten aller Stufen |
| Stabiles Transportcase | Sehr heller Mittelpunkt bei Foto- und Videoaufnahmen |
| Drei Tauchgänge mit einer Akkuladung möglich | Akkustandsanzeige unter Wasser nur grob ablesbar |
| Wechselbarer Akku mit direktem USB-C-Anschluss | Keine außergewöhnlich hohe Lichtleistung |
| Tastensperre verhindert versehentliches Einschalten |
Vergleich zu anderen Tauchlampen aus der Praxis
Die OrcaTorch D710, die Wurkkos DL10R und die RIFF TL 4000 sind von der Größe nahezu identisch. Die wichtigsten Unterschiede liegen beim Lichtbild, der Laufzeit und der Bedienung.
| Modell | Größte Stärke | Wichtigste Einschränkung |
|---|---|---|
| OrcaTorch D710 | Engster Spot und beste Akkulaufzeit | Weniger hell und deutlich teurer als die DL10R, kein Flood-Licht |
| Wurkkos DL10R | Höchste Lichtleistung und gut bedienbarer Drehring | Etwas kürzere Laufzeit als die D710 |
| RIFF TL 4000 | Spot und Flood, dadurch am besten für Foto und Video | Separates Ladegerät erforderlich |

Bei schlechter Sicht konnte ich zwischen den drei Lampen keinen klaren Sieger feststellen. Als helle Hauptlampe würde ich zur DL10R oder D710 greifen. Die D710 überzeugt mit längerer Laufzeit und engem Spot, während die DL10R sichtbar heller ist. Für Foto- und Videoaufnahmen bietet die RIFF TL 4000 durch ihr zusätzliches Flood-Licht die gleichmäßigste Ausleuchtung.
Auch die Bedienung unterscheidet sich. Die D710 verwendet einen Druckknopf, die beiden anderen Modelle einen Drehring. Mit dicken Handschuhen finde ich die Drehringe angenehmer, ansonsten ist die Wahl vor allem eine Frage der persönlichen Vorliebe. Für Reisen eignen sich alle drei, bei D710 und DL10R entfällt jedoch ein separates Ladegerät.