📦 Erster Eindruck, Verarbeitung & Lieferumfang
Die Wurkkos DL70 wird in einem weiß-orangefarbenen Karton geliefert und ist darin mit Luftpolsterfolie geschützt. Zum Lieferumfang gehören die Lampe, zwei 26650-Akkus, ein externes Ladegerät, Ersatz-O-Ringe, eine Handschlaufe und die Bedienungsanleitung. Vor der ersten Verwendung müssen lediglich die kleinen Isolierplättchen an den Akkus entfernt werden.

Bereits beim ersten Hochheben fallen die massive Bauweise und das hohe Gewicht auf. Das Gehäuse aus hartanodisiertem Aluminium wirkt robust und sauber verarbeitet. Mit einer Länge von rund 21 Zentimetern und einem 60 Millimeter breiten Lampenkopf gehört die DL70 allerdings nicht zu den kompakten Tauchlampen.
Mittlerweile hatte ich die DL70 bei mehr als 30 Tauchgängen im Bodensee dabei. Trotz regelmäßiger Nutzung und einiger leichter Lackabriebe sieht sie insgesamt noch sehr gut aus. Die Gebrauchsspuren sind überwiegend optischer Natur und passen für mich zur bisherigen Beanspruchung.

Verarbeitung & Robustheit: 4,5 von 5. Die DL70 ist massiv und widerstandsfähig verarbeitet. Lediglich das hohe Gewicht und die ersten leichten Lackabriebe verhindern die Höchstnote.
✋ Bedienung und Handhabung
Die Wurkkos DL70 wird über einen magnetischen Druckknopf bedient. Ein kurzer Druck schaltet sie ein, anschließend wechselst du durch die vier Stufen Low, Medium, High und Turbo. Zum Ausschalten hältst du den Schalter gedrückt. Dank der Memory-Funktion startet die Lampe wieder mit der zuletzt verwendeten Helligkeit.

Der Schalter lässt sich gut ertasten und reagiert zuverlässig. Auch unter Wasser konnte ich ihn mit 5-mm-Neoprenhandschuhen und sogar Trockentauchhandschuhen problemlos bedienen. Trotz der vier Stufen bleibt die Steuerung übersichtlich und erfordert keine komplizierten Klickkombinationen. Ab und zu passiert es mir aber immer noch, dass ich denke, dass sie aus ist, obwohl sie noch weiter leuchtet. Eine separate Tastensperre besitzt die DL70 allerdings nicht. Für den Transport lässt sich die Endkappe leicht lösen, damit sie sich nicht versehentlich einschaltet.
Weniger praktisch sind Größe und Gewicht. Die DL70 lässt sich nur schwer im Jacket verstauen und ist für Flugreisen vergleichsweise sperrig. Mit einem Karabiner und einem stabilen Metallring konnte ich sie während des Tauchgangs dennoch sicher befestigen. Wenn möglichst kleines und leichtes Gepäck wichtig ist, würde ich eine kompaktere Tauchlampe bevorzugen.
Bedienung & Handhabung: 4,0 von 5. Der Seitenschalter funktioniert zuverlässig und lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Größe, Gewicht und die schwierige Unterbringung im Jacket kosten jedoch Punkte.
🔦 Lichtleistung & Lichtbild im Praxistest
Bei einem Tieftauchgang am Uferpark Überlingen spielte die Wurkkos DL70 auf rund 33 Metern ihre Stärke aus. High und Turbo leuchten einen großen Bereich aus und nehmen der dunklen Umgebung im Bodensee spürbar die Dunkelheit. Auch in fünf und zehn Metern Tiefe steht mehr als genug Licht zur Verfügung.

Die Stufen mit 450, 1.300, 4.000 und maximal 13.000 Lumen unterscheiden sich deutlich. Die beworbenen 13.000 Lumen sind jedoch nur kurz verfügbar. In meinem Test regelte die DL70 im Turbo-Modus spürbar immer weiter herunter. Die Maximalangabe entspricht daher keiner dauerhaft verfügbaren Leistung.
Das neutralweiße Licht wirkt kräftig und weitgehend gleichmäßig. Statt eines engen, klar abgegrenzten Spots erzeugt die DL70 einen hellen Mittelpunkt mit breitem Streulicht.

Bei aufgewirbeltem Sediment waren die drei stärkeren Stufen häufig zu intensiv. Angestrahlte Schwebeteilchen bildeten eine helle Lichtwand, weshalb die niedrigste Stufe die bessere Sicht lieferte. Bei klarem Wasser, Nachttauchgängen und großflächiger Ausleuchtung überzeugt die enorme Leistung dagegen.
Lichtleistung & Lichtbild: 4,5 von 5. Sehr viel Licht und eine breite Ausleuchtung, aber deutliche Leistungsreduzierung im Turbo, eingeschränkte Nutzbarkeit bei schlechter Sicht und kein enger Spot.
Was mir gefällt und was besser sein könnte
| ✅ Was mir gefällt | ❌ Was besser sein könnte |
|---|---|
| Enorme Lichtleistung und breite Ausleuchtung | Turbo-Leistung nur kurz verfügbar |
| Nach über 30 Tauchgängen weiterhin zuverlässig | Hohe Stufen bei viel Sediment schnell zu intensiv |
| Magnetischer Seitenschalter mit Memory-Funktion | Groß, schwer und schwierig im Jacket zu verstauen |
| Auch mit dicken Handschuhen gut bedienbar | Akkus müssen entnommen und in externem Ladegerät geladen werden |
| Zwei bis vier Tauchgänge mit einer Akkuladung | |
| Zwei Akkus und Ladegerät im Lieferumfang |
🔋 Akku und Laufzeit
Die Wurkkos DL70 wird mit zwei wechselbaren 26650-Akkus betrieben. Da ich meistens zwischen mittlerer und hoher Stufe wechsle, sind nach meiner Erfahrung zwei bis drei normale Tauchgänge mit einer Ladung realistisch. Im Turbo-Modus wird die Helligkeit dagegen nach einiger Zeit spürbar reduziert. Die vom Hersteller genannten 2 Stunden und 5 Minuten bedeuten deshalb nicht, dass die Lampe dauerhaft mit 13.000 Lumen leuchtet. Auf der niedrigsten Stufe nennt Wurkkos maximal 18 Stunden und 9 Minuten.
Zum Laden müssen beide Akkus entnommen und in das mitgelieferte Zweischacht-Ladegerät eingesetzt werden. Sie lassen sich dort gleichzeitig laden, eine direkte Ladebuchse an der Lampe fehlt jedoch. Eine vollständige Ladung dauerte bei mir abhängig von der verbleibenden Kapazität ungefähr vier Stunden.
Akku & Laufzeit: 4,5 von 5. Zwei bis Drei Tauchgänge bei stärkerer Nutzung und die lange Laufzeit im Low-Modus sind sehr gut. Das externe Ladegerät und die fehlende direkte Ladebuchse verhindern die Höchstnote.
Vergleich zu anderen Tauchlampen aus der Praxis
Ich habe neben der Wurkkos DL70 unter anderem auch die DL08, DL10R, DL30 und Mares EOS 32LRZ selbst unter Wasser eingesetzt. Die Modelle unterscheiden sich vor allem bei Lichtbild, Leistung, Größe und Bedienung.
| Modell | Größte Stärke | Wichtigste Einschränkung |
|---|---|---|
| Wurkkos DL70 | Höchste Lichtleistung und sehr breite Ausleuchtung | Groß, schwer und bei viel Sediment schnell zu hell |
| Mares EOS 32LRZ | Stufenloser Zoom von engem Spot bis breitem Licht | Sehr groß, schwer und deutlich teurer |
| Wurkkos DL10R | Kompakter Allrounder mit weitreichendem Spot | Kein echtes Flood-Licht |
| Wurkkos DL08 | Spot, Flood, Rotlicht und UV für unterschiedliche Aufnahmen | Weniger hell als DL70 und DL10R |
| Wurkkos DL30 | Kompakte Bauform und breite Ausleuchtung im Nahbereich | Begrenzte Reichweite und schwächer bei schlechter Sicht |
Wenn du maximale Helligkeit und eine großflächige Ausleuchtung suchst, bietet die DL70 mit Abstand am meisten Leistung. Die Mares EOS 32LRZ ist durch ihren stufenlosen Zoom flexibler, kostet jedoch deutlich mehr und fällt ähnlich massiv aus. Als kompaktere Hauptlampe und bei schlechter Sicht bevorzuge ich die DL10R mit ihrem stärker gebündelten Spot.