Druckausgleich

Taucher macht im Badeoutfit mit Schwimmring einen Druckausgleich an Land

Druckausgleich (Tauchen)

Der Begriff Druckausgleich bezeichnet beim Tauchen und Apnoe-Tauchen den aktiven Ausgleich des Druckunterschieds zwischen Umgebung und den luftgefüllten Hohlräumen im Körper, vor allem im Mittelohr und in den Nebenhöhlen. Da der Wasserdruck mit zunehmender Tiefe schnell ansteigt (etwa ein Bar pro zehn Meter), ist der Druckausgleich eine der wichtigsten Grundfertigkeiten für jeden Taucher. Dabei ist es egal ob mit Pressluft oder beim Freediving.

Warum ist der Druckausgleich so wichtig?

Bereits wenige Meter Tiefe führen ohne Ausgleich zu einem starken Unterdruck im Mittelohr, der das Trommelfell nach innen zieht. Bleibt der Druckausgleich aus, kann dies zu starken Schmerzen, Blutungen oder einem Trommelfellriss (Barotrauma) führen. Deshalb gehört der Druckausgleich zu den ersten Techniken, die Taucher im Kurs lernen. Eine gut sitzende Tauchmaske erleichtert den Druckausgleich, weil kein Wasser eindringt und du dich auf den Ausgleich konzentrieren kannst.

Diese Methoden zum Ausgleichen des Drucks gibt es

Beim entspannten Schnorcheln an der Wasseroberfläche brauchst du keinen Druckausgleich. Wenn du aber tiefer tauchst, solltest du wissen, dass eine Schnorchelmaske für das Gerätetauchen ungeeignet ist. Es gibt mehrere Techniken für Taucher, die individuell unterschiedlich gut funktionieren. Die bekanntesten sind:

  • Valsalva-Methode: Die Nase wird mit zwei Fingern zugehalten, während man sanft gegen die geschlossene Nase ausatmet. Dadurch wird Luft in die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) gepresst.

  • Frenzel-Technik: Hier wird mit Zungen- und Kehlkopfmuskulatur gearbeitet, um Luft präziser und mit weniger Kraftaufwand ins Mittelohr zu bringen. Diese Technik ist besonders bei Apnoetauchern verbreitet.

  • Toynbee-Manöver: Schlucken bei gleichzeitig zugehaltener Nase. Dabei öffnet sich die Eustachische Röhre passiv.

Fortgeschrittene Taucher trainieren, den Druckausgleich frühzeitig und kontinuierlich vorzunehmen, bevor ein Schmerz- oder Druckgefühl überhaupt entsteht.

Typische Fehler und Risiken beim Druckausgleich

Viele Probleme entstehen nicht durch die Technik selbst, sondern durch falsches Timing oder Hektik. Damit dir das nicht passiert, hier die häufigsten Fehler und warum sie so gefährlich sind:

⏱️ Zu spät anfangen

Viele warten, bis die Ohren richtig drücken. Dann ist es oft schon zu spät, weil der Druckunterschied zu groß geworden ist.
Besser: Schon beim Abtauchen alle paar Dezimeter sanft ausgleichen – lieber zu oft als zu wenig!

💪 Zu viel Kraft

Ein klassischer Anfängerfehler: beim Valsalva-Manöver kräftig pressen, bis es knackt. Zu starker Druck kann kleine Blutgefäße im Ohr oder in der Nase verletzen und im schlimmsten Fall ein Barotrauma verursachen.
Besser: Sanft und kontrolliert. Druckausgleich ist keine Kraftübung.

😬 Verkrampfen vor Nervosität

Wenn du angespannt bist, verengen sich Muskeln rund um Kiefer und Hals. Dadurch blockieren die Ohrtrompeten regelrecht.
Tipp: Locker abtauchen, bewusst den Kiefer bewegen oder schlucken – so öffnen sich die Röhren leichter.

🤧 Tauchen mit Schnupfen oder Allergien

Verstopfte Nebenhöhlen sind der häufigste Grund für gescheiterten Druckausgleich. Luft kann dann nicht ins Mittelohr gelangen. Besonders gefährlich ist das beim Auftauchen: Die eingeschlossene Luft dehnt sich aus, kann aber nicht entweichen – das nennt man Reverse Block.
Regel: Mit Erkältung oder dichten Nebenhöhlen besser nicht tauchen!

🚀 Zu schnell abtauchen

Wer einfach absinkt, ohne zu stoppen, merkt den Druck zu spät. Die Folge: Panik und Schmerzen.
Lösung: Langsam abtauchen und regelmäßig anhalten.

Persönliche Erfahrung und Training

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Am Anfang habe ich mir mit dem Druckausgleich oft richtig schwergetan. Gerade bei den ersten Abtauchversuchen wollte es einfach nicht so funktionieren, wie es im Kurs erklärt wurde. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es tatsächlich eine Übungssache ist. Je öfter du tauchst oder auch nur an Land übst, desto leichter klappt es.

Was mir persönlich geholfen hat:

  • Schon an Land trainieren: Mehrmals täglich sanft die Valsalva- oder Frenzel-Technik üben, bis du ein Gefühl dafür entwickelst.

  • Kaugummi kauen oder Kiefer lockern: Schon auf der Fahrt zum Tauchspot kaue ich oft Kaugummi. Dieses ständige Schlucken und Kieferbewegen macht die Eustachischen Röhren beweglicher und bereitet den Druckausgleich vor.

  • Früh anfangen, nicht warten: Ich gleiche inzwischen schon direkt beim Abtauchen aus, bevor Druck entsteht. Das ist viel entspannter.

Nach ein paar Tauchgängen merkt man, dass der Druckausgleich fast automatisch läuft. Geduld und entspanntes Üben machen hier den größten Unterschied. Heute gehört das für mich zu den Routinen, über die ich gar nicht mehr nachdenke – aber ich weiß noch genau, wie frustrierend es am Anfang war.

Meine Tipps als erfahener Taucher

  • Früh ausgleichen: Schon beim Abtauchen regelmäßig Druckausgleich machen, nicht warten bis es weh tut.

  • Sanft statt stark: Lieber oft und leicht ausgleichen als mit Gewalt pressen.

  • Üben an Land: Valsalva- oder Frenzel-Technik täglich kurz üben, bis es automatisiert ist.

  • Kiefer beweglich halten: Vor dem Tauchen Kaugummi kauen oder den Kiefer lockern, damit die Röhren freier sind.

  • Nie krank tauchen: Bei Schnupfen oder Allergien steigt das Risiko für Barotraumata deutlich.

Häufig gestellte Fragen

1. Was hilft Kindern beim Druckausgleich im Flugzeug?
Besonders Trinken, Nuckeln oder Kaugummi kauen während Start und Landung hilft, den Druck sanft auszugleichen.

2. Kann beim Druckausgleich etwas kaputt gehen?
Ja, zu starkes Pressen kann zu Verletzungen im Ohr führen. Deshalb immer sanft und ohne Gewalt ausgleichen.

3. Warum müssen Apnoetaucher viel seltener ausgleichen?
Gut trainierte Apnoetaucher nutzen spezielle Techniken wie den Frenzel‑Move und gleichen frühzeitig und effizient aus.

4. Haben Hunde Probleme mit dem Druckausgleich?
Hunde können beim Fliegen oder Tauchen nicht aktiv ausgleichen. Druckunterschiede können ihnen deshalb zu schaffen machen.

5. Warum funktioniert der Druckausgleich bei Erkältung oft nicht?
Geschwollene Schleimhäute blockieren die Ohrtrompete, die Luft kommt nicht ins Mittelohr.

6. Wie funktioniert der Druckausgleich beim Schnorcheln?
Meist gar nicht nötig, weil du an der Wasseroberfläche bleibst. Sobald du tiefer tauchst, ist er aber wichtig.

7. Welche Ohrstöpsel helfen beim Druckausgleich im Flugzeug?
Speziell entwickelte Druckausgleich‑Ohrstöpsel regulieren den Luftstrom im Ohr und machen Start und Landung angenehmer.

8. Wie tief kann man tauchen, wenn der Druckausgleich nicht klappt?
Ohne funktionierenden Ausgleich sollte man kaum tiefer als 1–2 m gehen, da sonst Verletzungen drohen.

9. Soll man mit einer Mittelohrentzündung tauchen?
Nein, mit akuten Ohr‑ oder Nebenhöhlenerkrankungen ist Tauchen tabu. Das Risiko für Barotraumata ist extrem hoch.

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